Der Automobilzulieferer BCS Radolfzell hat ein turbulentes Jahr hinter sich. Doch nun sollen die schwierigen Zeiten vorbei sein. Cristina Pereira, Betriebsrätin beim Unternehmen und Mitglied der IG Metall, äußerte die Hoffnung, dass der Stellenabbau in Radolfzell nun gestoppt sei. Der Automobilzulieferer habe für 2019 gute Perspektiven, da er drei neue Aufträge erhalten habe, so die Betriebsrätin. Und zwar stellt BCS Radolfzell Regen-Licht-Sensoren für Renault, Audi und die PSA-Gruppe her. Zu PSA gehören Autohersteller wie Peugeot, Opel und Citroën.

Abbau von 200 Stellen

Im Sommer 2017 wurde das Radolfzeller Werk vom Friedrichshafener Automobilzulieferer ZF an den chinesischen Mischkonzern Luxshare verkauft. Rein gar nichts solle sich für die Mitarbeiter ändern, versprach seinerzeit ZF. Doch dann wurden etliche Stellen abgebaut. Erst wurden Zeitverträge mit Leiharbeiterfimen nicht mehr verlängert. Zuletzt habe es auch Aufhebungsverträge gegeben, um Stellen abzubauen. Doch nun sei der Personalabbau gestoppt. Aktuell arbeiten noch 836 Mitarbeiter in Radolfzell, sagt Betriebsrätin Pereira. Fast 200 Stellen seien seit dem Verkauf gestrichen worden. BCS wollte diese Zahlen auf Nachfrage des SÜDKURIER nicht kommentieren.

Große Investitionen in die Produktion

Stattdessen schickte die Pressestelle eine Übersicht über die Investitionen in den Standort Radolfzell. So seien in die Serienproduktion für elektrische Lenkradschlösser für Daimler zwischen 2016 bis 2018 etwa 5,22 Millionen Euro investiert worden. Für eine neue Generation des Regen-Licht-Sensors plane das Unternehmen eine Investition zwischen 2019 und 2020 von 6,02 Millionen Euro. Start der Serienproduktion werde für 2021 erwartet. Eine Investition, die sich offensichtlich gelohnt habe.

Das könnte Sie auch interessieren

Grund für den Stellenabbau in dem ehemaligen TRW-Messmer-Werk in Radolfzell sollen Fehlentscheidungen der Unternehmensführung von TRW und ZF als Vorbesitzer sein, argumentierten Vertreter der IG Metall im Herbst 2018. Damals wurde der massive Stellenabbau publik.