Bürgernah, informativ und pragmatisch – die Bilanz der Stahringer zum Stammtisch mit Oberbürgermeister Martin Staab fällt positiv aus. Rund 30 Bürger nutzten die Gelegenheit, aktuelle Themen zu diskutieren. Mobilität, der Zustand der Straßen und der Ruine Homburg sowie die dringend notwendige Instandsetzung der Homburghalle gehören zu den Anliegen, die die Stahringer bewegen. So sorgt seit Jahren der fehlende Radweg zwischen Stahringen und Steißlingen für Unmut. Auch wenn das Thema schon vielfach diskutiert wurde, seien dem Oberbürgermeister nach eigener Aussage die Hände gebunden, da die Verantwortung für diese Strecke auf Landesebene liege. Er folge aber gerne der Aufforderung, an der Sache dran zu bleiben.

Die Bahnanbindung stellt für Stahringen einen wichtigen Standortfaktor dar. Deshalb werden auch die Diskussionen zum Ausbau der Bodenseegürtelbahn genau verfolgt. "Solange der Landkreis uns gut vertritt, wollen wir uns vom Landkreis vertreten lassen", erklärte Staab seine Position. Schließlich mache es eine Diskussion nicht einfacher, wenn zu viele Parteien beteiligt sind. Momentan laufen die Untersuchungen zum besten Konzept für die Modernisierung der Strecke, diese gälte es abzuwarten. Genauso wie die Stahringer habe auch er die Erwartung, dass alle Haltepunkte und damit auch Stahringen weiterhin bedient werden.

Auch die Stahringer Halle hat ein Problem

Neben der Mobilität gehört die dringend notwendige Sanierung der Homburghalle zu den größten Anliegen der Stahringer, nicht nur aufgrund des undichten Dachs. Auch wenn die Stahringer Verständnis zeigten, dass dies ein kleines Problem im Vergleich zur ausgebrannten Halle in Markelfingen ist, äußerten sie trotzdem ihre Bedenken, dass es in Zeiten einer Hochkonjunktur nicht vorwiegend am Budget, sondern an den fehlenden Fachkräften scheitert.

"Es gibt Ausschreibungen, auf die wir nicht ein einziges Angebot erhalten. Es fehlt nicht nur an Handwerkern, auch die Planungsbüros sind überlastet", erläuterte Martin Staab und ergänzte: "Ich stelle sofort drei Bauingenieure ein, wenn ich sie kriege."

OB Staab will sich selbst ein Bild vom Zustand der Homburg machen

Auch auf die dringend benötigte Instandsetzung von Treppe, Geländer und Rundweg zur Burgruine Homburg machten Bürger den Oberbürgermeister aufmerksam. Der Ortschaftsrat bemüht sich seit Jahren um eine Lösung und scheiterte bisher an Fragen bezüglich Zuständigkeiten und Haftung. Martin Staab möchte sich selbst bei einem Herbstspaziergang ein Bild vom Zustand der Ruine machen. Um eine Lösung voranzutreiben, schlug Staab den Ortschaftsräten vor, die zuständigen Landtagsabgeordneten zu einer gemeinsamen Begehung einzuladen.

Beim Sportplatz ist noch eine Rechnung offen

Genauso pragmatische Hilfe versprach Martin Staab, als die Sprache auf die Begleichung einer Rechnung zur Reparatur eines Lecks in der Wasserleitung kam, die den Homburg-Sportplatz mit Wasser versorgt. Auch wenn der Sportplatz vom Turn- und Sportverein betrieben wird, sieht dieser die Stadt in der Verantwortung und möchte zeitraubende Zuständigkeitsdiskussionen vermeiden. Nicht zuletzt angesichts unzähliger Stunden ehrenamtlichen Engagements hofft der Verein auf die Unterstützung der Stadtverwaltung. Staab versprach, sich diesen Vorgang persönlich anzusehen, auch wenn er nicht zusagen könne, dass es bereits zur Feier des 50. Vereinsjubiläums am 10. November eine Lösung geben werde.

"So wie's läuft, läuft's gut", lautete das Fazit von Martin Staab. "Ich höre auch heraus, dass sich die Stahringer über das neue Baugebiet Freiwiesle und die Realisierung des neuen Dorfplatzes freuen." Stahringen solle weiterhin fokussiert und engagiert an seinen Projekten arbeiten. Nur durch klare Prioritäten könnten der Oberbürgermeister und der Gemeinderat Ressourcen gezielt einsetzen.