36 ehrenamtliche Helfer, 320 Stunden Arbeitseinsatz, 15 Tonnen Kies, 150 Meter Holzdielen, je 90 Pflöcke und Eisenstäbe sowie jede Menge Teamarbeit – dank einer Stahringer Bürgeraktion wird der "Homburg-Steig" pünktlich zum 1. Mai Wanderer zu einem der schönsten Aussichtspunkte in der Region führen: der Burgruine Homburg.

Gleichzeitig wird der Rundwanderweg Teil der Strecken, welche Tourismus- und Stadtmarketing Radolfzell für die Wanderkarte "Radolfzeller Runden" ausgewählt hat.

Armin Jerg, Mitglied des Stahringer Ortschaftsrats, hat die Bürgeraktion akribisch geplant und die ehrenamtlichen Helfer frühmorgens auf ihren Arbeitseinsatz eingestimmt.
Armin Jerg, Mitglied des Stahringer Ortschaftsrats, hat die Bürgeraktion akribisch geplant und die ehrenamtlichen Helfer frühmorgens auf ihren Arbeitseinsatz eingestimmt. | Bild: Petra Reichle

Teil des vier Kilometer langen Rundwegs "Homburg-Steig" ist ein etwa ein Kilometer langer Pfad, welcher von der Schloßhaldenstraße hinter der Grundschule auf die Burgruine Homburg führt. Viele Jahre lang diente der Pfad als direkte Verbindung zwischen Dorf und Homburg.

Werner Zimmermann, der einen der vier auf der vorderen Homburg gelegenen Bauernhöfe bewirtschaftet, erinnert sich an seine Grundschulzeit in den 60er-Jahren, als sein Schulweg über den Pfad verlief. "Wir Homburg-Kinder hatten einen ganz besonderen Schulweg, denn er führte uns auf direktem Weg durch den Wald auf unseren Hof. Wir haben uns immer auf den Heimweg gefreut, denn wir konnten uns direkt nach der Schule im Wald austoben", erinnert sich Zimmermann.

Kälte und kräftezehrende Arbeit konnten die gute Laune nicht trüben. Die ehrenamtlichen Helfer wurden bei ihrem Arbeitseinsatz mitten im Hangwald bestens versorgt.
Kälte und kräftezehrende Arbeit konnten die gute Laune nicht trüben. Die ehrenamtlichen Helfer wurden bei ihrem Arbeitseinsatz mitten im Hangwald bestens versorgt. | Bild: Petra Reichle

Gemeinsam mit einigen Musikern des Musikvereins und Mitgliedern des Ortschaftsrats war Werner Zimmermann ebenso beim Arbeitseinsatz mit dabei wie viele andere engagierte Bürgerinnen und Bürger. In den vergangenen Jahren war der Weg durch Hangrutsche und Unwetterschäden nur noch schwer begehbar.

Vielen Bürgern war es seit Langem ein Anliegen, den Pfad wieder nutzen zu können und auch für Wanderer die schöne Landschaft zu erschließen, mit der sie sich identifizieren und auf die sie stolz sind.

Nach wochenlangen akribischen Vorbereitungen schafften die Helfer der Bürgeraktion an einem kühlen Samstag im April Beachtliches. Ausgestattet mit Schaufeln und Harken sowie anderem Arbeitsgerät verteilten sich die Helfer in vier Arbeitsgruppen auf dem Pfad.

Da der Weg großteils nicht befahrbar ist, wurde der Kies eimerweise und auf Schubkarren auf die Streckenabschnitte geschleppt. Der Beton für die Zementierung der Ruhebank wurde mitten im Wald angemischt und meterlange Holzdielen wurden geschultert und in Position gebracht.

Michael Hamburger fährt den Bagger, der bei der Verbreiterung des Weges unterhalb der Burg­ruine Homburg eingesetzt wurde.
Michael Hamburger fährt den Bagger, der bei der Verbreiterung des Weges unterhalb der Burg­ruine Homburg eingesetzt wurde. | Bild: Petra Reichle

Rund 320 Arbeitsstunden später war der Weg freigeschnitten, verbreitert, mit Holzlatten abgesichert und mit 15 Tonnen Kies aufgeschüttet sowie auf halber Höhe mit einer Ruhebank versehen. Mithilfe eines Baggers wurde zudem der Zuweg direkt zur Ruine Homburg wiederhergestellt und ein steiles Wegstück mit Stufen und einem Handlauf versehen.

"Der Ortschaftsrat hat in den vergangenen Jahren immer wieder den Versuch unternommen, die Ruine Homburg und die Wanderwege attraktiver zu gestalten. Dies hat sich aufgrund der unterschiedlichen Zuständigkeiten auf Landes- und Kommunalebene als schwierig und langwierig erwiesen", sagt Ortschaftsrat Armin Jerg.

"Durch die Aufnahme der Ruine und des Fußweges in das Wanderprogramm der Tourismus- und Stadtmarketing GmbH konnten wir die dringend notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen in die Wege leiten und dank des großen Engagements der ehrenamtlichen Helfer umsetzen", ergänzt Jerg.

Wanderer werden auf dem höchsten Punkt des neuen Rundwanderwegs Homburg-Steig, der Burgruine Homburg, mit einem Panoramablick über Stahringen hinweg bis zum Bodensee und den Alpen belohnt.
Wanderer werden auf dem höchsten Punkt des neuen Rundwanderwegs Homburg-Steig, der Burgruine Homburg, mit einem Panoramablick über Stahringen hinweg bis zum Bodensee und den Alpen belohnt. | Bild: Petra Reichle

Als sich die Helfer nach getaner Arbeit auf dem Hof von Werner Zimmermann um ein Lagerfeuer versammelten, konnten sie das genießen, was auch Wanderer künftig am Ende des Aufstiegs erwartet: einen Panoramablick weit über den westlichen Bodensee.