Nicht nur beim Feiern hat die Grundschule einen engen Bezug zu Großbritannien und dem benachbarten Irland. Das Schulprofil ist bilingual ausgerichtet, und die Schule pflegt einen engen Austausch mit ihrer irischen Partnerschule „Scoil Naomh Cualán“. „Wer eine Fremdsprache lernt, zieht den Hut vor einer anderen Nation“ – mit diesem Zitat von Martin Kessel machte Petra Wieshoff die Bühne frei für das Grundschulchörle.

Mit viel Herzblut sangen Kinder unter der Leitung von Françoise Moliner „Unsere Schule hat keine Segel“. Sie sei wie ein Schiff auf einem großen Ozean, das sich auf einer großen Reise befinde, manchmal auf stürmischer See und trotzdem fest verankert. Oberbürgermeister Martin Staab sinnierte anschließend mit den Schülern, wie es wohl wäre, wenn die Schule tatsächlich ein Schiff wäre und über das Meer zu ihrer Partnerschule segeln könnte. Staab fand in seiner Rede auch kritische Worte, was das deutsche Schulwesen angeht. Wenn er einen Wunsch frei hätte, so wäre das mehr Mitsprache der Kommunen: „Bildung in den Schuljahren 1 bis 10 in städtischer Hand, danach gerne auf Landesebene“, sagte Martin Staab. Das bilinguale Konzept habe Zukunft, deshalb habe auch die Stahringer Grundschule Zukunft. Über die Begrüßung durch zwei kleine Wachmänner in original englischer Uniform habe er sich besonders gefreut. Hier musste der Oberbürgermeister jedoch nachsitzen und ließ sich gerne vom Zwischenruf „Es waren aber drei“ korrigieren.

Die Verpflichtung der Britin Catherine Cormier bezeichnete Schulleiterin Petra Wieshoff als „Sechser im Lotto“. Sie unterrichtet die Stahringer Grundschüler schon von der ersten Klasse an auf Englisch. Bei dem Lied „I like the flowers“ stellten die Schüler der ersten und zweiten Klasse ihre Englischkenntnisse unter Beweis und verteilten selbstgebastelte Papierblumen an die Gäste. Dagmar Lempp, Leiterin des benachbarten Kindergartens, überbrachte ein A-B-C der guten Wünsche, das von A wie „Alles Gute“ bis Z für „Zeugnisse“ reichte. Ihren Glückwünschen schloss sich auch Frank Köllisch, Vorsitzender des Elternbeirats, an.

Pfarrer Jörg Waldvogel sprach, unterstützt von den Schülern Jonah, Maren und Lale ein Segensgebet für die nach seinen Worten „wunderbare Schule“. Dass dies von einem knallenden Sektkorken aus der benachbarten Küche begleitet wurde, gehörte zum besonderen Charme der herzlichen und familiären Feier. Dazu gehörten auch ehemalige Schüler: Rolf Haltmeyer zählt zu den ersten Stahringer Kindern, die im neuen Schulhaus eingeschult wurden und sagte, er habe viele schöne Erinnerungen an seine Schulzeit. Die Feier zum Schuljubiläum begleitete Haltmeyer mit dem Musikverein an der Trompete und verweilte mit weiteren Ehemaligen, Lehrern und Gästen beim „Tag der offenen Tür“.

Grundschule

Ortsvorsteher Hermann Buhl berichtete über die Anfänge der Stahringer Schule, die laut Ortschronik bereits im Jahre 1727 gegründet wurde. Ein eigenes Schulhaus erhielt die Gemeinde im Jahre 1874, bis auch dieses zu klein wurde. Am 4. November 1967 wurde das heutige Schulhaus seiner Bestimmung übergeben. In zwei Klassen werden die Stahringer Kinder in den Klassenstufen 1 bis 4 unterrichtet.