Mit der Eröffnung des Radhotels und dem dazugehörigen Biergarten hat der Bahnhofsvorplatz in Markelfingen ein neues Gesicht bekommen. Nun will auch die Stadt Radolfzell nachziehen und dem gesamten Vorplatz eine neue Aufenthaltsqualität geben. Vor allem für Fußgänger und Radfahrer soll die Verkehrssituation angenehmer gestaltet werden.

In der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats erläuterte Thomas Nöken, Leiter des Baudezernats, aufgrund vieler Veränderungen in Markelfingen werde an einem Ortsentwicklungskonzept gearbeitet. Nachdem der Markelfinger Hermann Repnik mit dem Bau des Radhotels als Privatperson in Vorleistung gegangen sei, befinde die Stadt sich nun im Zugzwang, den Vorplatz aufzuwerten. Deshalb werde die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes vorrangig behandelt. Denn der Tourismus in Markelfingen solle gefördert werden.

Mit der Aufgabe, Vorschläge zu unterbreiten, wie der Platz eine angenehmere Atmosphäre bekommen könnte, beauftragte die Stadt das Planungsbüro Burkhard Sandler Landschaftsarchitekten aus Hohentengen bei Villingen. Die Aufgabe für die Planer bestand darin, den Platz verkehrsberuhigt zu gestalten, sodass Autos und Lastwagen weiterhin die Unterdorfstraße passieren können, die Straße aber nicht mehr das dominierende Element ist. In Zukunft soll der Platz auch dazu einladen, sich einige Zeit dort aufzuhalten.

Schon zu Zeiten des früheren Bahnhofs in Markelfingen war dessen Vorplatz kein Anwärter auf einen Schönheitspreis, wie diese alte Aufnahme beweist. Pragmatismus hatte Vorrang, da hier erheblicher Güterverkehr abgewickelt wurde, bis der Bahnhof Mitte der 1960er Jahre abgerissen wurde. Nun will die Stadt das Areal rund um das neue Radhotel an dieser Stelle aufwerten. Damit sollen nicht zuletzt per Bahn anreisende Gäste einen besseren ersten Eindruck vom Dorf bekommen.
Schon zu Zeiten des früheren Bahnhofs in Markelfingen war dessen Vorplatz kein Anwärter auf einen Schönheitspreis, wie diese alte Aufnahme beweist. Pragmatismus hatte Vorrang, da hier erheblicher Güterverkehr abgewickelt wurde, bis der Bahnhof Mitte der 1960er Jahre abgerissen wurde. Nun will die Stadt das Areal rund um das neue Radhotel an dieser Stelle aufwerten. Damit sollen nicht zuletzt per Bahn anreisende Gäste einen besseren ersten Eindruck vom Dorf bekommen. | Bild: Ortsverwaltung Markelfingen

Der Landschaftsarchitekt Christian Burkhard stellte zwei Entwürfe vor. Beide sehen vor, dass die Fläche vor dem Radhotel, Bahnsteig und Biergarten großzügig durch einen einheitlichen Bodenbelag bis zum Grundstück der Unterdorfstraße 12 nördlich des Radhotels von der zum Campingplatz abknickenden Unterdorfstraße abgehoben wird. Dort, wo jetzt mehrere kleine Pflanztröge stehen, planen die Architekten drei große Pflanzinseln, in denen auch kleinkronige Bäume gepflanzt werden könnten. Die Inseln sollen mit einer Sitzfläche umrandet sein. Den bestehenden Baumbestand wollen die Planer erhalten.

An der nördlichen Seite der Unterdorfstraße, die zur Touristinformation im westlichen Bereichs des Radhotels führt, sind zwischen den Bäumen wie bislang Parkplätze geplant, die mit einem Grünflächenabstand zu den Grundstücken mit Beton- oder Natursteinpflaster angelegt werden könnten. In einer zweiten Variante könnte der einheitliche Bodenbelag noch weiter über den gesamten Platz und beide Seiten der Unterdorfstraße gezogen werden. Die Parkplätze könnten alternativ mit Rasenfugenpflaster angelegt werden.

Stadt will die Situation für Fußgänger verbessern

Ortschaftsrätin Martina Gleich fragte, ob eine solch verkehrsberuhigte Situation realistisch sei. Viele Fahrzeuge, auch Lastwagen führen die Unterdorfstraße entlang. Thomas Nöken entgegnete: "Es ist beabsichtigt, durch die Veränderung des Platzes zu signalisieren, dass Autofahrer künftig verstärkt auf Passanten Rücksicht nehmen sollen." Solche Regelungen funktionierten auch in größeren Städten mit wesentlich höherem Verkehrsaufkommen. In einem nächsten Schritt wird Bürgern die Gelegenheit gegeben, ihre Vorschläge einzubringen.