Was denken die Radolfzeller? Das weiß keiner so recht. Aus diesem Grund startet in diesen Tagen die große Bürgerbefragung in Radolfzell. Mitmachen darf jeder Einwohner, der zum Stichtag 17. Oktober 16 Jahre alt ist. Die entsprechenden Briefe mit dem personalisierten Zugangscode werden in den kommenden Tagen an die einzelnen Haushalte zugestellt.

Umfrage wird wissenschaftlich durchgeführt

Abgefragt werden sollen auch die Lebensumstände, die Zufriedenheit und die Trends in der Stadt. „Eine gute Datenbasis über die Meinung der Bürger hilft uns auch bei der Arbeit im Gemeinderat“, sagt Oberbürgermeister Martin Staab. Jedoch solle diese Umfrage nicht politisch sein. Die Fragen sind von der Universität Konstanz konzipiert, die diese Befragung wissenschaftlich durchführt.

Verantwortlich für diese Befragung ist Thomas Wöhler, Mitarbeiter der Professur für Empirische Sozialforschung mit Schwerpunkt Surveyforschung an der Uni. Es werde keine Fragen zur aktuellen Politik geben, sondern eher langfristige Entwicklungen und Meinungen abgefragt.

In Radolfzell wird jeder Bürger zur Befragung eingeladen

Seit mehr als zehn Jahren führt die Universität Bürgerbefragungen in Konstanz durch. Doch bisher haben die Forscher noch keine Vollbefragung durchgeführt. „Dieser Punkt interessiert uns am meisten“, sagt Wöhler. In Konstanz habe man offene Befragungen durchgeführt, bei denen auch Nicht-Konstanzer teilnehmen konnten und auch eine mehrfache Abstimmung möglich war oder repräsentative Befragungen mit einer bestimmten Auswahl der Bürger.

Persönlicher Code kommt mit der Post

In Radolfzell wird aber jeder Einwohner gefragt. Und jeder darf auch nur ein mal antworten. Dafür sorgt der postalisch zugesendete Code. Mit diesem kann man sich auf der Homepage www.buergerbefragung-radolfzell.de anmelden und an der Umfrage teilnehmen. Diese dauert etwa 15 bis 20 Minuten.

Daten sind komplett anonym

Die Umfrage ist komplett anonym, versichert OB Staab. Die Ergebnisse würden direkt an die Universität Konstanz gehen, die auch den Zugangscode generiert. Die Stadt selbst würde nur die Briefe versenden. Nach dem Druck der Umschläge würden die Adressen auch sofort wieder gelöscht werden, erklärt Birgit von Glan, Ansprechpartnerin der Stadtverwaltung für Bürgerbeteiligung. Ein Zusammenhang zwischen Antwort und Person könne nicht hergestellt werden.

Die Stadt Radolfzell erhält ungefähr im Frühjahr 2020 den Bericht über die Ergebnisse der Umfrage. Die Kosten für diese Befragung liegen bei 20 000 Euro. OB Staab gab an, sich eine regelmäßige Befragung alle zwei Jahre vorstellen zu können.

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Online-Umfrage

Die Bürgerbefragung kann nur online mit dem entsprechenden Zugangscode durchgeführt werden. So ist sicher gestellt, dass nur Radolfzeller ab 16 Jahren an der Befragung teilnehmen. Wer Probleme mit der Internetbefragung hat, kann sich bei Birgit von Glan melden. Wer Hilfe benötigt, bekommt sie von der Stadtverwaltung gestellt. Auch Sprachbarrieren können mit Unterstützung überwunden werden, damit jeder teilnehmen kann.

Link zur Befragung: buergerbefragung-radolfzell.de