Es war ein heißer Start zum Testival des Radolfzeller Megathlons. Rund 80 Sportler am Herzenbad testeten schweißtreibend ihre künftigen Sportstrecken. Mehr als 70 Leser bewarben sich auf die Ausschreibung des SÜDKURIER, aus denen ein Team von fünf Personen zusammengestellt wurde. Den letzten Schliff bekommen die Sportler durch ein zwei Monate andauerndes Kraft- und Ausdauertraining. Die Ergebnisse der Youngster lassen sich bisher zeigen. Für gewöhnlich befinden sie sich im Mittelfeld der Athleten. Der Megathlon zieht rund 1700 Sportler nach Radolfzell.

Früher habe man den Megathlon nur als regionale Veranstaltung gesehen, so Daniel Bensberg, Lauf-Coch des Youngster-Teams und Regionaler Anzeigenverkaufsleitder des SÜKDUIER. Nun allerdings sei er über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Der Megathlon wird von den Brüdern Kai und Rik Sauser veranstaltet. Rund 150¦000 Euro verschlingen die Vorbereitungen. Die Brüder haben ihre Sportleidenschaft zum Beruf gemacht. Aus einer Bierlaune heraus organisierten sie ihr erstes Rennen in Villingen-Schwenningen, krempelten danach ihr Leben um und gaben ihre Berufe als Banker und Polizist auf. Die Vorbereitungen für den Megathlon laufen bereits seit einem Jahr. Seit zwei Jahren etablierte sich ein fester Zeitpunkt für den Megathlon am letzten Sonntag vor dem Beginn der Baden-Württembergischen Sommerferien. Zum Training kamen rund 80 Megathlon-Sportler. Die Schwimmer probierten einen Neopren-Anzug aus, den sie beim Megathlon ausleihen können. Die Radfahrer fuhren die 45 Kilometer lange Originalstrecke nach Moos bis Wangen und über den Aspenhof nach Öhningen in Richtung Schiener Berg und via Bohlingen zurück.

Die Inline-Skater wichen wegen des Straßenverkehrs auf andere Strecken aus. Die Strecken sind für die Rollsportler größtenteils identisch. Die Radrennfahrer machen eine zusätzliche Schlaufe und die Mountain-Biker fahren in den Wald. Beim Megathlon kommt das schnellste Team nach knapp vier Stunden, das letzte nach rund 7,5 Stunden ins Ziel.

Am Megathlon-Wochenende erhalten die Sportler am Samstag bei ihrer Akkreditierung ihre Startnummern. Am Rennrad gibt es Lenker-Nummern, in denen ein elektronischer Zeitmesschip mit Funkübertragung integriert ist. Die gefahrene Zeit wird beim Einlauf im Zieltor von Sensoren am Boden registriert. Die Schwimmer erhalten ein Klettband um den Fuß. Am Ziel steht ein eigens dafür engagierter Zeitnehmer mit seinen Laptops und Zeitmessern. Am Sonntag bringen ab 6.30 Uhr rund 800 Sportler ihrer Räder mit. Kurz vor acht Uhr ist die Aufstellung der rund 400 Schwimmer. In einer Art Massenstart steigen sie am Herzenbad in die Fluten des Zeller Sees und kehren nach einem 1,5 Kilometer langen und mit zwei Bojen gekennzeichneten Dreieckskurs wieder an den Ausgangspunkt zurück. Wie bei einem Staffellauf übergibt der Schwimmer dem Radrennfahrer seinen Transponder. Dieser wird an die Skater, den Mounten-Biker und den Läufern weitergereicht. Beim Event gibt es aber auch Athleten, die in allen Disziplinen gleichzeitig antreten und den Zeitmesser dauerhaft behalten. Die Streckenposten rekrutieren sich aus Vereinen wie dem FC Radolfzell, dem TV Gaienhofen oder der Freiwilligen Feuerwehr. Die am Event beteiligten Vereine werden mit einer Pauschale vergütet.

Der SC Bankholzen-Moos übernimmt die Bewirtung im Festzelt und wirtschaftet auf eigene Kosten. Für das Konzert am Vorabend der Sportveranstaltung wurde die Stockacher Partyband Papis Pumpels verpflichtet. Zum siebten Mal organisieren die Brüder Sauser nun die Großveranstaltung. Zu hoffen sei vor allem, dass das Wetter mitspielt: Denn nur so mache die Veranstaltung einen ungebrochen Spaß, so Kai Sauser.
 

Infokasten:

Der Megathlon wird am Sonntag, 24. Juli, in den fünf Sportarten: Schwimmen, Radfahren, Inlineskaten, Mountainbiken und Laufen als Einzelstarter, im Duo oder im Fünfer-Team ausgerichtet. Um 8 Uhr geht der 12. Bodensee-Megathlon los. Ab etwa 11.45 Uhr kommen die ersten Sportler ins Ziel. Siegerehrung ist um 15 Uhr. (gla)