Zu Beginn der Woche wurde bekannt, dass der Bodensee-Megathlon im kommenden Jahr nicht mehr stattfinden wird. Die Veranstaltungsagentur Sauser Events musste zu dieser drastischen Maßnahme greifen, weil gleich drei wichtige Sponsoren das Ende ihrer Unterstützung angekündigt hatten.

„Nachdem die drei Sponsoren ihre Verträge nicht mehr verlängern wollten, sehen wir uns nicht mehr in der Lage, den Megathlon im kommenden Jahr zu organisieren“, sagte Kai Sauser, einer der Geschäftsführer der Sauser Event GmbH.

Sparkasse erklärt Gründe

Sowohl viele der beteiligten Organisationen und Vereine als auch die Sponsoren haben nun ihr Bedauern darüber ausdrückt, dass der Bodensee-Megathlon nicht mehr stattfinden wird. Mit der Sparkasse Hegau Bodensee ist der beständigste Unterstützer und Sponsor der Veranstaltung abgesprungen.

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Im Gespräch mit dem SÜDKURIER begründete der Leiter für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing, Heribert Schwarz, wie es zu der Entscheidung kam: „Das war immer eine tolle Veranstaltung, die in letzten Jahren einen immer überregionaleren Charakter bekommen hat. Für uns als Sponsor ist jedoch die Unterstützung in der Region für Vereine und andere Einrichtungen maßgeblich. Dadurch, dass sich der Megathlon weiter entwickelt hat, war er einfach nicht mehr die ideale Veranstaltung für uns“, sagte er.

Entscheidung stand vor Unfall fest

Die Entscheidung sei der Sauser Event GmbH bereits Mitte August mitgeteilt worden. Gleichzeitig habe die Sparkasse angeboten, für das Jahr 2020 noch einen kleineren Betrag zur Überbrückung an den Veranstalter zu überweisen. Die Verantwortlichen von Sauser Event hätten jedoch einen klaren Schnitt bevorzugt.

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Heribert Schwarz betonte noch einmal, dass der tragische Unfall mit Todesfolge beim diesjährigen Megathlon keinen Einfluss auf die Entscheidung der Sparkasse hatte. „Die Entscheidung stand bereits vorher fest“, sagte er.

Vertrag mit Stadtmarketing lief aus

Ähnliches bekräftigte auch Nina Hanstein von der Tourismus- und Stadtmarketing GmbH (TSR) noch einmal: „Unser Dreijahres-Vertrag lief aus und wir waren der Meinung, dass die Anschubfinanzierung seitens der Stadt nun nicht mehr nötig war“, sagte sie auf Nachfrage. „Das nun zeitgleich zwei große Sponsoren – Sparkasse und Lapp Group – abgesprungen sind, tut uns leid“, führte sie weiter aus.

Die Unterstützung der TSR bestand aus zwei Teilen: Es gab eine finanzielle Unterstützung und die kostenlose Bereitstellung des Herzenareals sowie die Übernahme der anfallenden Verwaltungskosten. In jedem Fall bedauert auch sie, dass der Megathlon nun der Vergangenheit angehört: „Das war ein gutes Event für Radolfzell„, sagte sie.

SC Bankholzen-Moos verliert Einnahmequelle

Das hat man auch beim SC Bankholzen-Moos immer so gesehen. Der Sportverein von der vorderen Höri war auf der Veranstaltung seit Anbeginn vor 15 Jahren dabei und hat die Organisatoren in wechselnden Funktionen unterstützt. In den vergangenen Jahren war der Verein für den gastronomischen Teil des Megathlons zuständig. Mit 80 bis 100 Mitgliedern verpflegte das eingespielte Team Sportler und Besucher im Herzenbad mit herzhaften Speisen und Getränken.

„Wir machen uns jetzt schon Gedanken, wie wir das Auffangen“, erklärte jetzt Vereinsvorstand Michael Tröndle. Für den SC Bankholzen-Moos war der Megathlon nicht nur der größte Event mit viel Einsatzzeit, sondern auch eine willkommene Einnahmequelle. In jedem Fall möchte der Verein sich eine Alternative für die Zukunft suchen, wenngleich man derzeit „noch einen Puffer hat“, wie Michael Tröndle wissen ließ.

„Das war immer etwas Besonderes“

Mit der Ende des Megathlons geht auch für die DLRG im Bezirk Konstanz eine langjährige Zusammenarbeit zu Ende. Laut dem Radolfzeller DLRG-Vorstand Steffen Mengele war man jedes Jahr mit rund 35 Einsatzkräften am Megathlon-Wochenende vor Ort. Mit bis zu zwölf Booten aus dem gesamten Bezirk sorgte die DLRG dabei vor allem für die Sicherheit der Schwimmer.

„Das war für uns immer etwas Besonderes“, sagte Mengele jetzt auf Nachfrage. Er selbst war in den vergangenen 15 Jahren immer dabei. Während andere DLRG-ler sogar aktiv am Wettbewerb teilnahmen, konzentrierte sich der Vorstand auf die Sicherheit der Teilnehmer.

Die Disziplinen beim Megathlon

Beim Bodensee-Megathlon in Radolfzell mussten die Teilnehmer in fünf Sportdisziplinen wahlweise als Einzelstarter, als Mixed-Team oder als Mannschaft antreten. Die Schwimm-Strecke war 1,5 Kilometer lang, das Radfahren führte über 40,9 Kilometer.

Beim Inlineskaten mussten die Teilnehmer 19 Kilometer, und beim Mountainbiken 35,8 Kilometer zurücklegen. Die abschließende Lauf-Strecke führte über 10,2 Kilometer durch die Altstadt von Radolfzell.