Die Spielstube der Arbeiterwohlfahrt (Awo) ist umgezogen. Seit Januar hat die Kindertagesstätte ein neues Zuhause in Markelfingen gefunden. Dem Umzug war eine lange Suche nach neuen Räumen vorausgegangen. Am Wochenende präsentierte sich die Kita, die nun den Namen Schneckenhaus trägt, der Öffentlichkeit mit einer Eröffnungsfeier.

Seit 2004 hatte die Spielstube, in der Kinder im Alter von 18 Monaten bis drei Jahren betreut werden, ihren Sitz in einer Dachgeschosswohnung in der Gartenstraße in Radolfzell. Aufgrund veränderter Auflagen wurde ein Umzug nötig. Lange Zeit verlief die Suche erfolglos. Auf einen Pressebeitrag meldete sich Familie Mauser aus Markelfingen und bot eine Wohnung im Erdgeschoss des eigenen Hauses am nördlichen Ortsrand an. "Nach vielen Besichtigungsterminen war für uns schnell klar, dass wir hier einen idealen Platz gefunden haben", berichtet Regina Brütsch, Fachbereichsleiterin der Awo und zuständig für die Spielstube.

Marte Mauser (Vermieterin, rechts) übergibt Elena Zeller (Leiterin der Awo-Spielstube Schneckenhaus) den symbolischen Schneckenschlüssel. Nach langer Suche hat die Kita eine Bleibe im Erdgeschoss des Hauses von Familie Mauser gefunden. Zwischen den Damen steht Reinhard Zedler (Awo-Geschäftsführer).
Marte Mauser (Vermieterin, rechts) übergibt Elena Zeller (Leiterin der Awo-Spielstube Schneckenhaus) den symbolischen Schneckenschlüssel. Nach langer Suche hat die Kita eine Bleibe im Erdgeschoss des Hauses von Familie Mauser gefunden. Zwischen den Damen steht Reinhard Zedler (Awo-Geschäftsführer). | Bild: Natalie Reiser

Bei der Eröffnung fiel es nicht leicht, sich durch die Zimmer zu schlängeln: "Ich bin überwältigt, wie viele Menschen in unserem Schneckenhaus Platz finden", fuhr Brütsch freudig fort. Eltern, Nachbarn, Vertreter aus dem Ortschafts- und Gemeinderat waren gekommen, um das neue Kinderhaus zu besichtigen. Reinhard Zedler, Geschäftsführer der Awo, lud alle Gäste ein, in ein selbst verfasstes Schneckenhaus-Lied einzustimmen: "Schnecken brauchen Zeit, fühlen sich geborgen in ihrem Haus und strecken die Fühler aus, wenn es ihnen danach ist."

Großer Einsatz ermöglicht Einzug zum geplanten Termin

Dass die Kita tatsächlich, wie angestrebt, Anfang Januar ihre Türen für die 20 betreuten Kinder öffnen konnte, sei nur der Unterstützung vieler Eltern und der nicht gezählten Überstunden der Erzieher zu verdanken, betonte Brütsch und bedankte sich herzlich für das außerordentliche Engagement. Gemeinsam mit den Hausmeistern der Awo hätten Eltern mit Pinsel und Farbe Hand angelegt, sie hätten Möbel transportiert und aufgebaut. Gerald Diener, Landschaftsgärtner und Nachbar des Schneckenhauses, hat kurz vor dem Einzug den kleinen Garten angelegt und eine begrenzende Mauer an der Rückseite des Grundstücks errichtet.

Zur Eröffnung der Spielstube der Awo in Markelfingen gab es ein Liedchen über das Schneckenhaus. Reinhard Zedler (Geschäftsführer der Awo, Mitte, an der Ukelele) hat es eigens für die Kita gedichtet. Links von ihm singen Regina Brütsch (Fachbereichsleitung Awo), Hannelore Jäger (Vorsitzende des Ortsvereins Radolfzell) und rechts Elena Zeller (Leiterin der Spielstube).
Zur Eröffnung der Spielstube der Awo in Markelfingen gab es ein Liedchen über das Schneckenhaus. Reinhard Zedler (Geschäftsführer der Awo, Mitte, an der Ukelele) hat es eigens für die Kita gedichtet. Links von ihm singen Regina Brütsch (Fachbereichsleitung Awo), Hannelore Jäger (Vorsitzende des Ortsvereins Radolfzell) und rechts Elena Zeller (Leiterin der Spielstube). | Bild: Natalie Reiser

Für Elena Zeller, Leiterin der Kita, ist das Betreuungskonzept Grund für das große Engagement der Eltern. Bei ihrem Einstieg können 18 Monate alte Kinder an zwei Vormittagen in der Woche betreut werden. Wenn sie sich eingewöhnt haben und ein Platz für eine fünftägige Betreuung frei ist, können sie die ganze Woche ins Schneckenhaus kommen. "Den Eltern gibt dieser sanfte Einstieg ein gutes Gefühl", erläutert die Erzieherin. Obwohl das Angebot an Krippenplätzen mittlerweile stark angewachsen sei, würden die Wartelisten für die Awo-Kita nicht kürzer, so Brütsch.

Bedarf an Plätzen ist noch nicht gedeckt

Bürgermeisterin Monika Laule wünschte, die Kinder mögen sich in den neuen Räumen geborgen fühlen. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass in Radolfzell und seinen Ortsteilen Betreuungsplätze für Kinder fehlen, begrüßte sie den Fortbestand der Kita. Die Stadt sei stolz, dass die Kinderzahlen wüchsen. Mit dem Zuzug so vieler Familien habe man jedoch nicht gerechnet. Am Ausbau von Betreuungsangeboten werde gearbeitet. Ortsvorsteher Lorenz Thum freute sich, dass sein Ortsteil nun zwei Kindertagesstätten hat, räumte aber ein, dass der Bedarf damit noch nicht gedeckt sei: "Der Schul- und Kindergartenausbau ist wirklich wichtig."