Ab Juli will die Stadt Radolfzell wieder ihrem Titel als Kneipp-Stadt gerecht werden. Dann nämlich soll das Kneipp-Becken unweit des Urkundenhäuschens auf der Mettnau in Betrieb gehen. Den Spatenstich übernahmen Oberbürgermeister Martin Staab, Kurdirektor Eckhard Scholz, der Vorsitzende des Radolfzeller Kneipp-Vereins, Wilfried Brendle, und Vertreter der beteiligten Firmen.

Der Titel der Kneipp-Stadt verpflichtet

Weil die Stadt Radolfzell seit 1966 als einzige Stadt am Bodensee neben Überlingen den Titel einer "Kneipp-Stadt" tragen darf, geht mit dem Baubeginn für OB Staab etwas in Erfüllung, das "dazu gehört" wie er sagte. In diesem Punkt herrschte seit Jahren in Radolfzell ein echter Mangel. Denn das ehemalige Kneipp-Becken im Seebad ist längst nicht mehr in Betrieb. Am 17. Juli soll das Manko dann endgültig behoben sein. Für rund 200 000 Euro wird die Stadt ein 3 mal 9,30 Meter großes Kneipp-Becken im Mettnau-Park errichten, das nicht nur von Gästen der Mettnau-Kur, sondern allen gesundheitsbewussten Menschen genutzt werden kann. Kurdirektor Eckhard Scholz, dessen Einrichtung den Bau mit 25 000 Euro unterstützt, kündigte bereits an, dass "die Kur das Kneipp-Becken kräftig nutzen wird", wie er sagte.

Mit Barfußpfad, Arm-Becken und Ruheliegen

Weil so ein Becken auch im Sinne eines Gesundheitstourismus einen Wert darstellt, wurde der Bau zudem vom mit Fördergeldern in Höhe von 80 000 Euro bedacht. Damit die Anlage auch ausschließlich zweckmäßig genutzt wird, möchte der Kneipp-Verein regelmäßig ein Auge darauf werfen. "Für uns ist das Becken eine wunderbare Sache", lobte der Vorsitzende Wilfried Bechle die Stadt für ihre Investition. Um das eigentliche Becken werden Natursteine für einen adäquaten Untergrund sorgen. Ferner sind ein Barfußpfad mit festen Materialen und ein Arm-Becken sowie Ruheliegen für weitere Entspannung vorgesehen. Das Becken wird mit Frischwasser aufgefüllt, das anschließend in den See abgeführt wird. So findet ein ständiger Wasseraustausch statt. Mit Kräutern, die ebenfalls von Kneipp empfohlen wurden, wird das Areal unweit des Urkundenhäuschens eingefasst. Bauliche Verzögerungen werden nicht erwartet.