Am Ende strahlen sie alle auf der Bühne: Die 23 Meisterschüler, ihre drei Dozenten und die Vertreter von Stadt, Musikschule, Förderkreis und Rotary Club. Denn dass die Schüler in neun Konzerten 3000 Besucher anlockten, zeige wieder einmal, wie sehr sich Radolfzell Musikstadt nennen dürfe, hob Kulturamtsleiterin Angélique Tracik hervor.

Richard Verna (Cello) und Benedikt Rivinius (Klavier) überzeugen beim Abschlusskonzert der Sommerakademie mit intensivem Spiel.
Richard Verna (Cello) und Benedikt Rivinius (Klavier) überzeugen beim Abschlusskonzert der Sommerakademie mit intensivem Spiel. | Bild: Veronika Pantel

Auch zum Abschlusskonzert war der große Milchwerk-Saal gut gefüllt, als elf junge Musiker – etliche davon haben schon zum wiederholten Male teilgenommen – mit anspruchsvollen Werken aufwarteten. Alle zeigten, dass die Akademie sie ein gutes Stück weiter brachte, der intensive Unterricht bei den Dozenten Anke Dill (Violine), Carmen Piazzini (Klavier) und Gustav Rivinius (Violoncello) reiche Früchte getragen hat und das Spielen vor größerem Publikum zu nahezu professionellem Auftritt führte.

Förderverein, Rotary Club und Publikum vergeben Preise

Am Ende wurden sechs Förderpreise vergeben. Gleich zwei Preise, nämlich einen Preis des Fördervereins der Sommerakademie und einen der drei anonymen Publikumspreise (je 500 Euro), heimste Pianist Sergi Pacheco Portalés aus Spanien ein – zu Recht: Sein federleichtes Spiel des ersten Satzes aus der D-Dur-Sonate von Joseph Haydn sorgte für ein andächtig lauschendes Publikum. Cellistin Hannah Amann aus Österreich war die zweite Preisträgerin des Freundeskreises. Forsch ging sie Bachs Prélude aus der C-Dur-Suite an, gewichtete die Dynamik gekonnt und gestaltete die Musik anschaulich.

Die Sommerakademie-Teilnehmer, Lehrer, Organisatoren und Sponsoren versammeln sich beim Abschlusskonzert auf der Bühne des Radolfzeller Milchwerks.
Die Sommerakademie-Teilnehmer, Lehrer, Organisatoren und Sponsoren versammeln sich beim Abschlusskonzert auf der Bühne des Radolfzeller Milchwerks. | Bild: Veronika Pantel

Yumiko Yumiba aus Japan bekam den Preis des Rotary Clubs Radolfzell Hegau (1000 Euro). Mit den mit allen technischen Raffinessen gespickten Paganiniana-Variationen von Nathan Milstein überzeugte sie mit ihrem Violinspiel, das an Gestaltungsfreudigkeit, vor allem in den langsamen Variationen gegenüber ihrem ersten Freiluftauftritt auf der Mettnau noch dazu gewonnen hatte. Zwei weitere Publikumspreise à 250 Euro gingen an Cécile Vonderwahl aus der Schweiz, die das sperrige Fritz-Kreisler-Werk souverän auf ihrer Violine bewältigte, und an Rika Tanimoto aus Japan, die in Mozarts erstem Satz aus der A-Dur-Sonate für Violine und Klavier ihre Violine mit feinem Ton singen ließ.

XuanhanXu und Klavierrepetitorin Srebra Gelleva spielen Mozart auf hohem Niveau.
XuanhanXu und Klavierrepetitorin Srebra Gelleva spielen Mozart auf hohem Niveau. | Bild: Veronika Pantel

Den Teilnehmern, die die Sommerakademie schon öfter besucht haben, merkte man an, dass sie auf dem Weg ins Profilager sind: Xuanhan Xu aus China spielte mit großem Können ausdrucksvoll und mit sichtbarer Freude am Musizieren einen Satz aus Schuberts Arpeggione-Sonate a-moll auf ihrem Cello.

Und das Duo Richard Verna (Cello) und Benedikt Rivinius (Klavier) zeigte, dass man am Spiel ganz langsamer Sätze die Meister erkennt: Rachmaninoffs Andante aus der g-moll-Sonate op. 19 ließ in Sachen Technik, Gestaltung und Intensität des Zusammenspiels keine Wünsche offen. Auch Tomás Nessi (Klavier) aus Argentinien, Lynn My Le Trinh Stiegler (Violine) und Ryo Yamanishi (Klavier) zeigten hervorragende Beispiele ihres Könnens an ihren Instrumenten.

Langer Applaus und Bravo-Rufe des begeisterten Publikums waren der Lohn für zehn Tage intensiven Lernens und Übens.