In den vergangenen Tagen rückte die Freiwillige Feuerwehr Radolfzell gleich mehrfach zu Einsätzen in der Innenstadt aus. Bewohner nahmen jeweils in den Abendstunden die Sirenen wahr, wenn der Löschzug der Feuerwehr durch die Straßen fuhr. Doch in den genannten Fällen mussten die Einsätzkräfte am Ende nicht löschen.

So erhielt die Einsatzleitstelle am Sonntagabend einen Anruf eines Bürgers, der bei einem abendlichen Spaziergang in der Schmidtengasse nicht nur einen piepsenden Brandmelder wahrnahm, sondern auch noch Brandgeruch. "Bei Anrufen dieser Art achten die Mitarbeiter der Einsatzleitstelle auf bestimmte Alarmstichworte.

Diese wiederum haben Alarmschleifen mit einer genau festgelegten Ausrückordnung zur Folge", erklärte dazu Feuerwehrkommandant Helmut Richter auf Nachfrage des SÜDKURIER. Bei Anrufen wie diesen, die einen Haushaltsbrand signalisieren, muss der Löschzug mit zwei Löschfahrzeugen, Drehleiter und Einsatzleitfahrzeug ausrücken.

Auch von der Drehleiter aus kein Brand zu erkennen

Weil die Feuerwehrleute vor Ort zunächst keinen Brandfall wahrnahmen, ließ man sicherheitshalber die Drehleiter in der Seestraße ausfahren, um sich von oben einen besseren Überblick über das Gelände zu verschaffen. Weil trotzdem keine Schadenslage erkannt wurde, verließ die Feuerwehr den Ort.

Ähnliches ereignete sich am späten Montagabend. Die Brandmeldeanlage des Kauflandcenters hatte einen Brandfall signalisiert, den die Feuerwehr ebenfalls nicht lokalisieren konnte und wieder abzog. Der Kommandant vermutet einen technischen Defekt als Ursache.

Fehlalarme von Brandmeldeanlagen sind kostenpflichtig

Laut Helmut Richter mehren sich in der jüngeren Vergangenheit solche Fälle. "Wir haben im Moment einen leichten Anstieg von Alarmierungen", sagte er. Mitunter werden die Einsätze für die Betroffenen teuer. "Fehlalarme von Brandmeldeanlagen sind kostenpflichtig und kosten je nach Einsatzzeit 600 bis 1500 Euro. Bei vermeintlichen Großbränden wird das schnell fünfstellig", führt der Kommandant aus. Bei unverschuldeten Bränden werden die Kosten von der Stadt Radolfzell getragen.