Der Bummel auf dem neunten Markelfinger Weihnachtsmarkt bereitete hunderten Besuchern gleich mehrfache Freuden: Ausgefallene Geschenkartikel, herzhafte und süße Köstlichkeiten, ein Plausch bei Punsch und Glühwein zwischen liebevoll dekorierten Ständen sowie eine Nikolaus-Tombola mit 500 Sachpreisen, bei der jedes Los gewann.

Das Gesamtpaket bürgerschaftlichen Engagements diente nur einem Begehr: Dem guten Zweck. Denn die Einnahmen aus dem privat initiierten Weihnachtsmarkt werden als Spenden verteilt.

Förster spendet Tannenbäume

Ein Förster stellte kostenfrei 30 Tannenbäume zur Verfügung, die von jugendlichen Helfern auf den Mühlenbachplatz gebracht, als Dekoration aufgestellt und am Abend für den guten Zweck günstig verkauft wurden. Ein Elektroinstallateur verlegte selbstlos die Stromleitungen für den Markt.

Auch der notwendige Strom wurde von den heimischen Stadtwerken gespendet. Nach Sonnenuntergang unterhielten der Chor Cantastica sowie der Markelfinger Musikverein mit weihnachtlichen Weisen.

Netzbeutel statt Plastik

Netz- und Baumwollstoffe statt Plastik – Barbara Auer folgte dem Trend, Tüten aus Plastik reduzieren zu wollen und bot selbstgenähte Netzbeutel an, die in der Maschine gewaschen werden können. Auf dem Markt waren die süßen Köstlichkeiten der Schilfstrueli heiß begehrt.

Die acht Personen starke Narrengruppe der Markelfinger Seifensieder backte 24 Kuchen und Torten für den Weihnachtsmarkt. Fast im Minutentakt gingen bei Alice Railland Markelfinger Weichwaffeln über die Theke. Ihre Freundesgruppe hatte eigens für den Markt 20 Liter Waffelteig vorbereitet, der durch die heißen Waffeleisen einen köstlichen Duft von Weihnachten verbreitete.

Naturfreunde bauen Insektenhotels

Insektenhotels im Baukastensystem oder fertig ausgestattet gingen bei der Hobbyimkerin Sibylle Kempf über die Theke. Die vom Naturfreundehaus Allensbach hergestellten Hotels für Wildbienen können auf Mauerwerke und Pfosten gestellt oder an der Hauswand angebracht werden. Kempf bot zudem Honig im Glas sowie Second Hand-Weihnachtsschmuck an. Sie sammelte Weihnachtsschmuck, den sie für einen guten Zweck veräußerte.

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Jagdtrophäen sind Zeichen erfolgreicher Jagd und werden oftmals in Kopfform als Wandschmuck aufgehängt. Judith Krauss häkelte und strickte aus Wolle bezaubernde und im wahrsten Sinne des Wortes rein vegetarische Jagdtrophäen, die den Betrachtern ein Lachen ins Gesicht zauberten.

Turnbeutel in Fischformen

Conny Rauch verkaufte an der Standgemeinschaft eingefilzte Seifen und betonte deren ökologischen Wert, da nun zum Waschen weniger Seife verbraucht würde. Sandra von Briel offerierte Geschenkverpackungen und Anhänger aus Papier.

Ein großer Familienverband, der sowohl in Markelfingen und Radolfzell wohnt und ungenannt bleiben möchte, nähte Turnbeutel in fantasievollem Design und trendigen Fischformen sowie Taschen aus Segeltuchleinen. Einem Trend aus Japan folgend bastelten sie aufwendig gehäkelte Amigurumis.

Backhaus mit Linzer Torten

Die Materialien werden von den Familienmitgliedern selbst finanziert, damit die Einnahmen zu hundert Prozent gespendet werden können. In diesem Jahr soll der Erlös an Obdachlose gehen. Maria Luise Kling bewirtschaftete mit einer Gemeinschaft Markelfinger Frauen ein weihnachtliches Backhaus mit 40 Linzer Torten, Weihnachtsgebäck und Schneemännern aus Pfefferkuchen.

Klaus Thoma verkleidet sich als Nikolaus und verkauft Lose für den guten Zweck.
Klaus Thoma verkleidet sich als Nikolaus und verkauft Lose für den guten Zweck. | Bild: Georg Lange

Mit seiner Ehefrau organisierte Klaus Thoma die Weihnachtstombola. Die Einnahmen von 1000 Euro sollen an gemeinnützige Vereine gehen. Thoma verkleidete sich für den Losverkauf als Nikolaus. Nach dem Umziehen zog er auch Handschuhe an und wechselte die Schuhe. „Niemals das gleiche anziehen“, empfahl Thoma, um die Illusion des Nikolaus aufrecht zu erhalten: Denn die Kinder erkennen den Privatbürger sofort an den Händen.