Die Halbinsel Mettnau steht für Ruhe und Erholung, ebenso wie für sportliche Aktivitäten und Freizeitspaß im Grünen. Dass das nicht immer gut harmoniert, zeigen vor allem die heißen Wochenenden im Sommer, an denen zahlreiche Besucher ihre Tage im Strandbad, an den Uferanlagen und im Mettnaupark verbringen.

Pendelbus gegen das Parkplatz-Chaos

Für die vielen Autos, mit denen die Besucher auf die Mettnau fahren, gibt es oft nicht genügend Parkplätze. Die Folge: Nicht nur die Strandbadstraße, auch die Wohngebiete sind ganz oder teilweise zugeparkt, oft stehen die Autos auf verbotenen Flächen. Immer wieder kommt es laut Stadtverwaltung deswegen zu Behinderungen. Stadtbus und Müllfahrzeuge etwa könnten nicht immer und überall passieren, ebenso wie Rettungsdienst oder Feuerwehr.

Abhilfe soll bereits diesen Sommer geschaffen werden. Ein Pendelbus soll Besucher und Badegäste an den Wochenenden auf die Mettnau bringen, verkehrend zwischen Strandbad und Messeplatz oder möglicherweise sogar Busbahnhof. Ein Versuch soll es werden, für den sich die Mitglieder des Ausschusses für Planung, Umwelt und Technik in ihrer jüngsten Sitzung ausgesprochen haben.

Zusätzlich ist geplant, für 23 000 Euro ein Verkehrskonzept für die Mettnau zu erstellen. Für den Pendelbus, der für die Fahrgäste kostenlos sein soll, fallen laut Vorlage der Verwaltung rund 51 000 Euro an, sollte sich das Angebot auf das Wochenende beschränken. In einer zweiten Variante, wonach der Bus während der ganzen Woche fahren würde, beliefen sich die veranschlagten Kosten auf rund 80 000 Euro, wobei die Kosten laut Bauamtsleiter Thomas Nöken noch ausdifferenziert werden müssten.

Auch am Strandbad soll sich die Parksituation ändern

Derya Yildirim, Stadträtin in der SPD-Fraktion und außerdem Pächterin des Strandbades, zeigte sich allerdings überzeugt, dass ein Bus an den Wochenenden ausreiche. Wichtig sei ihr außerdem, die bereits vorhandenen Parkplätze am Strandbad zu sanieren. Norbert Lumbe (ebenfalls SPD) und Walter Hiller (Freie Wähler), äußerten sich skeptisch zur Idee des Pendelbusses. Ein solcher Versuch sei schon einmal gescheitert, gaben sie zu bedenken. Stattdessen müsse eher die Parkkultur am Strandbad verändert werden, so Norbert Lumbe. Richard Atkinson (FDP) befürchtet, dass gerade Familien mit viel Freizeitzubehör wie Liegestühle und Sonnenschirm trotzdem weiter mit dem Auto zum Strandbad fahren. Trotzdem sprachen sich die Stadträte im Ausschuss einstimmig für das Konzept und den Pendelbus aus. Waltraut Fuchs (FGL) sagte, sie begrüße sehr, dass die Möglichkeit eines Busses getestet werde. Damit er angenommen werde, müsse es allerdings günstiger und bequemer sein, als dort zu parken.

 

Diese Neuerungen sind vorgesehen

Pendelbus: Der für die Fahrgäste kostenlose Bus soll im Zeitraum von Mai bis August zwischen dem Messeplatz und dem Strandbad verkehren, möglicherweise wird auch der Busbahnhof mit eingebunden. Ein Zwischenhalt ist am Parkplatz des FC-Stadions vorgesehen. Der Shuttlebus soll als Ergänzung der bestehenden Buslinie fünf fungieren und nach der ersten Planung an den Wochenenden zwischen 10 und 18 Uhr im halbstündigen Takt fahren.

Zusätzliche Maßnahmen: Neben der Einrichtung des Pendelbusses sollen außerdem bereits in diesem Sommer die vorhandenen Parkflächen besser kenntlich gemacht werden. Im Bereich der Wohngebiete soll das Parken außerdem nur noch in extra dafür ausgewiesenen Flächen erlaubt sein. So könne, nach Angaben der Verwaltung, bereits in diesem Sommer die Verkehrssicherheit durch lückenlose Markierungen verbessert werden.

Verkehrskonzept: Beide oben genannte Maßnahmen sind allerdings nur Teil eines Verkehrskonzeptes, das für die gesamte Halbinsel Mettnau erstellt werden soll. Dabei geht es unter anderem darum, zu erheben, wie viele Verkehrsteilnehmer auf der Mettnau unterwegs sind und welche Menge an Verkehr die Halbinsel verträgt. Auch die Zahl der vorhandenen und benötigten Parkplätze soll überprüft werden, ebenso wie Vorschläge zur Parkraumbewirtschaftung. Außerdem sollen Mängel für Fußgänger oder Radfahrer im Verkehr bedacht werden. Für das Konzept sind 23 000 Euro veranschlagt.

Weitere Anregungen: Strandbadpächterin Derya Yildirim (SPD) sprach sich dafür aus, den Pendelbus nicht nur bis 18 Uhr, sondern länger verkehren zu lassen, da viele Gäste auch zum Abendessen im Strandbad bleiben wollten. Richard Atkinson (FDP) sprach die Kurgäste an, die ihre Autos für mehrere Wochen auf der Mettnau parken. Ob da ein zentraler Parkplatz nicht besser wäre, fragte er. Dem schloss sich Waltraut Fuchs (FGL) an, die sich ebenfalls für weniger Kurparker aussprach.