Radolfzell Senioren zu Besuch im Tierheim

Bewohner der Residenz am Obertor loben den Tierschutzverein für seinen ehrenamtlichen Einsatz an und in der modernen Anlage.

Die Senioren aus der Residenz am Obertor kommen aus dem Staunen nicht heraus und zeigen sich von der ehrenamtlichen Arbeit des Radolfzeller Tierheimes tief berührt. Wissbegierig begutachten sie jeden Winkel der Neubauten. Sie schieben ihre Rollatoren beiseite, beugen sich tief herunter und gehen mit den Tieren auf Tuchfühlung. Bei Kaffee und Kuchen krabbeln im Gemeinschaftsraum Hunde auf den Schößen der Senioren und werden mit Streicheleinheiten verwöhnt. "So ein schönes Tierheim", strahlt die 96-jährige Erika Hilgard: "Es ist eine wunderbare Initiative – so liebevoll und dabei toll durchorganisiert."

Vor 60 Jahren wurde das Tierheim in Radolfzell gegründet. Vor einigen Jahren wurden die Holzbaracken durch moderne Tiergehege ersetzt. Dabei liegen die großzügigen Gehege über den Standards, die der Gesetzgeber vorsieht. Hinzu kamen ein Operationssaal und Notfallboxen, die Tag und Nacht für die Tierrettung zugänglich sind. Nach dem intensiven Um- und Neubau findet der Verein wieder Zeit seine ehrenamtliche Arbeit vorzustellen und lädt Schulen, Bürger und Senioren vermehrt zu Besichtigungen ein.

Unterhalt des Tierheims kostet jedes Jahr 120.000 Euro

Architekten, Handwerker, Kauffrauen, Banker und Steuerfachgehilfen fühlen sich nicht zu schade, die Gehege und Boxen ehrenamtlich zu säubern. Täglich werden bis zu 20 Tiere versorgt. Pro Jahr durchlaufen rund 300 Tiere den Schutz des Vereines. Die Vereinigung zählt 180 Mitglieder, hinzu kommen zwei angestellte Fachkräfte für die Tierpflege. Viele der Tiere wurden misshandelt oder in eine Sicherheitsverwahrung genommen. Eine Ärztin operiert verletzte Tiere, eine Tiertherapeutin behandelt traumatisierte Hunde. Auf einem Auslaufplatz werden die neuen Besitzer mit Hunden vertraut gemacht und auf ihre Verhaltensmuster hin beobachtet. Der Verein behält sich vor, das neue Heim eines Tieres genau zu begutachten.

Trotz 6000 ehrenamtlich geleisteter Arbeitsstunden belaufen sich die finanziellen Aufwendungen allein für die Operationen auf 25 000 Euro jährlich. Der Unterhalt des Tierheims beziffert sich auf 120 000 Euro und wird, oft mit heißer Nadel strickend, durch Spenden gedeckt.

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