Durch einen Starkregen wurden im Oberlauf des Dettelbaches bei Liggeringen soviel Geröll und Feinmaterial talabwärts gespült, dass der Bach sein Bett verließ und über benachbartes Gelände und den parallel führenden Forstweg gen Tal strömte. Die Städtischen Betriebe mussten laut einer Mitteilung der Stadtverwaltung anrücken, um eine vermutlich verstopfte Dole frei zu legen und den Bach wieder in sein ursprüngliches Bett zu leiten. Im Beisein eines Mitarbeiters des Amtes für Umwelt und Gewässer wurde auf etwa zehn Meter Länge mit einem Bagger sehr vorsichtig gegraben. Die Kleinlebewelt des Gewässergrundes sollte so gut wie möglich geschont werden.

Das Erstaunen der Beteiligten war groß: Auf dieser kurzen Strecke wurde ein Dutzend der seltenen und nach Bundesartenschutzverordnung streng geschützten Steinkrebse gefunden. Nach Beendigung der Arbeiten wurden sie wieder ihrem natürlichen Lebensraum übergeben.

Schon vor Arbeitsbeginn machte das Einsatzteam eine besondere Beobachtung: Mehrere Quelljungfer-Weibchen tupften senkrecht fliegend mit dem Hinterleib in lockeres Sediment. Sie legten dort ihre Eier ab, aus denen erst nach vier bis fünf Jahren erwachsene Libellen werden. Der Dettelbach hat es also in sich. Frühere Untersuchungen hatten schon eine besondere Artenvielfalt und Seltenheit ergeben, aber nicht in solchen Zahlen.