Knapp 200 Narren zählt die Seifensieder-Zunft aus Markelfingen – wobei jedes vierte aktive Mitglied ein Kind ist. Das Verhältnis gab dem bunten Abend der Seifensieder eine bezaubernd erfrischende Note, bei dem Senioren, Erwachsene und Kinder um die Wette narrten. Dorfgeschichten, Tratsch und Klatsch und Narrenträume buhlten an zwei Tagen um die Gunst der insgesamt 700 Besucher. Mit viel Tanz, Gesang und einer Holzhauer-Nabelschau mit Ränzli-Tanz vergingen fünf Stunden Programm wie im Fluge. Ein Höhepunkt war der Nachwuchs der Seifensieder. Aus Kindermündern hören sich dörfliche Missgeschicke besonders charmant an. Wenn die Jüngsten über die Erwachsenen herziehen, dann bekommen die Narreteien eine unvergessliche Tollpatsch-Note. Als hätten es selbst die Kleinsten bemerkt, wie wunderlich ihre Respektspersonen oftmals sein können. Eine halbe Stunde lang lösten sie eine Lachsalve nach der anderen aus und hielten ihren Eltern köstlich den Narrenspiegel vor. Was die Kinder in ihren Dorfgeschichten vergessen hatten, holten die Wäschwieber in ihrem Tratsch nach. Manch Zugezogene lebten erst seit 40 Jahren im Dorf und würden sich anmaßen, beim Tratsch mitmachen zu wollen, zeigte sich ein Wäschwieb schockiert. Gut, dass sie ein Herz für innerdeutsche Flüchtlinge habe und auch den Tratsch im kräftigen Sächsisch eines Neuzuganges zulasse.

Die Schilf-Strueli erzählten die Geschichte von Schneewittchen in einer humorvollen und gesellschaftskritischen Version. So wurde das drogenlastige Schönchen nicht mit einem Apfel vergiftet, sondern von der bösen Königin mit Apfelschnaps in ein Koma verführt, auf dass selbst dem Prinz der Atem vor Schneewittchens Ausdünstung stockte. Ein mit brillantem Witz durchtränkter und scharfsinniger Narrenspiegel, der nicht nur in die Fasnet, sondern auch ins Programm von Kita- oder Grundschulaufführungen gehört.

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