Es ist recht schwierig, ein Gespräch über eine Aktion zu führen, die eigentlich eine Überraschung ist. Das weiß auch Kuno Rauch, Dirigent der Stadtkapelle, der aktuell den Blasmusik-Flashmob vorbereitet, der im Rahmen des Seefestivals ganz überraschend auf dem Marktplatz stattfinden soll. Der Flashmob steht dennoch in jedem Programmheft und natürlich auch im SÜDKURIER – wäre ja zu schade, wenn die hübsche Überraschung keiner mitbekommt.

So gibt es für die interessierte Öffentlichkeit von Kuno Rauch ein paar Informationshäppchen, die hoffentlich Lust machen, am Samstag, 3. Juni, gegen 16 Uhr mal über den Marktplatz zu laufen. Blasmusiker aus der ganzen Region werden für den Flashmob erwartet, es könnten mehrere hundert werden, die gemeinsam musizieren. Um die 20 Musikvereine haben ihr Kommen zugesagt, erzählt Kuno Rauch. Je nachdem, in welcher Mannschaftsstärke sie auflaufen, wird es auf dem Marktplatz eng. Und dann noch die Zuschauer! Auch sie eine unbekannte Größe. Zudem kommt hinzu, dass bei einem Flashmob die Musiker nicht geordnet aufmarschieren, sondern gewissermaßen den öffentlichen Raum erobern. "Gewisse Sachen müssen einfach improvisiert werden", sagt Kuno Rauch, das Grundgerüst kann zumindest in einer Probe am 31. Mai erarbeitet werden.

Die erste Herausforderung für Kuno Rauch war, ein geeignetes Musikstück zu finden, das so viele Blechbläser gemeinsam spielen können. Er hat die Noten geschrieben, es gibt wohl auch ein bisschen Choreografie, aber wie gehabt: lieber nicht zu viel verraten. Die Schwierigkeit sei wohl, dass alle Musiker wie auf ein geheimes Zeichen hin gleichzeitig spielen – klingt banal, ist es aber gar nicht. Jung und Alt spielen mit, die jüngste angemeldete Teilnehmerin ist gerade einmal acht Jahre alt.

Das ganze Pfingstwochenende bietet zudem viel Freude für Musikfans (Programm siehe Infokasten). Wie der Fachbereich Kultur der Stadtverwaltung auf Nachfrage mitteilt, läuft der Vorverkauf sehr gut: "Für Max Mutzke und die SWR Big Band wurden bereits 1100 Tickets von insgesamt 1200 verkauft. Für La Brass Banda und Freunde am Sonntag, 4. Juni sind 2400 von 3000 Tickets schon weg", sagt Christine Braun.

Das Schöne am Programm des Seefestivals, das unter dem Motto Blechfieber steht: Für jeden Geschmack ist das passende Blechle dabei. Jazz und Soul am Freitag, Brass und Beats am Sonntag, Froschenkapellenwahnsinn am Montag und Stadtkapellenniveau am Samstag. Tänze sind der Schwerpunkt beim Konzert der Stadtkapelle, von Dvorzak über West Side Story bis Riverdance. "Ein schönes Programm, sehr virtuos und knackig für die Musiker", schwärmt Kuno Rauch. Sinfonische Blasmusik auf gewohnt hohem Niveau, mit kleiner Überraschung am Schluss. Aber, man ahnt es schon: bloß noch nicht zu viel verraten.

Das Seefestival

Das Pfingstwochenende des Jubiläumsjahrs steht ganz im Zeichen der Musik. Am Freitag, 2. Juni, 19 Uhr spielt Max Mutzke mit der SWR Big Band. Die Holzhauermusik spielt am Samstag, 3. Juni, ab 16.45 Uhr am See, um 20.30 Uhr folgt das Konzert der Stadtkapelle. Fünf Bands treten am Sonntag, 4. Juni, ab 15 Uhr auf, Headliner ist La Brass Banda. Und am Pfingstmontag, 5. Juni, ab 11 Uhr darf der Frühschoppen von Froschenkapelle und Narrenmusik nicht fehlen. Alle Veranstaltungen finden am Konzertsegel statt. Karten für Freitag und Sonntag gibt es in der SÜDKURIER-Geschäftsstelle oder bei der Touristinfo am Bahnhof.