Wenn‘s im Altbohlwald kräftig knallt und immer wieder geballert wird, pflegen die Mitglieder des Schützenvereins (SV) Radolfzell mit vollem Einsatz ihr Hobby, den Schießsport mit Kleinkaliber, Luftdruckwaffen, Pistolen oder gelegentlich auch mit Pfeil und Bogen. Die Sportstätte wurde in den vergangenen Monaten von Grund auf modernisiert und die Anlagen auf den neuesten technischen Stand gebracht.

Sicherheitsbestimmungen immer strenger

Der Schützenverein Radolfzell hat eine lange Tradition. Die erste Erwähnung geht bis auf das Jahr 1543 zurück. Die Sportstätten wechselten in der Vergangenheit öfters ihren Standort. Einige Straßennamen erinnern noch heute daran.

Der Altbohl-Schießstand kam inzwischen in die Jahre: Die letzte Modernisierung und Erweiterung erfolgte in den 1980er-Jahren. Doch die Anforderungen an Sicherheitsbestimmungen und den Lärmschutz wurden immer größer. Die Vereinsführung entschied sich, den gesamten Schießstand von Grund auf zu sanieren und mit den modernsten technischen Errungenschaften auszurüsten.

Einweihung: Erfolg auch ohne Medaillen

Trotz der geplanten 99 Prozent Eigenleistungen mit fast 4000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden und rund 140 000 Euro Materialkosten wagten die Sportschützen das Großprojekt zu schultern.

Die Organisation der Einweihungsfeier wurde die erste große Vereinsmeisterschaft, die mit bestem Erfolg auch ohne Medaillen durchgeführt wurde. Der größte Gewinn war nach den Worten des neuen Vorsitzenden Karsten Dreher der deutlich gestärkte Gemeinschaftsgeist in der gesamten Radolfzeller Schützengilde.

Elektronische Trefferanzeigen

Für die Kleinkaliberschützen entstanden insgesamt zwölf neue Stände für 50 Meter und zwölf Stände für Luftdruckwaffen. Eindrucksvoll sind dabei die elektronischen Trefferanzeigen, mit denen der Schütze unmittelbar im Display erkennen kann, ob er ins Schwarze geschossen hat.

Den Pistolenschützen stehen zusätzlich zwölf Stände, allerdings noch ohne elektronische Anzeigen, zur Verfügung. Im gesamten Umkreis gebe es noch keine vergleichbare derart hochmoderne Anlage, so Dreher.