In der Ratoldusstraße staut es sich oft. Bereits am frühen Morgen verstopfen Parkplatzsucher das Wohngebiet um die Ratoldusstraße, Köllinstraße und Bolstetterstraße. Seitdem die Parkraumbewirtschaftung in der Stadt und auf dem Messeparkplatz am 1. August 2017 eingeführt wurde und die Parkgebühren auf dem Seemaxx-Parkplatz angehoben wurde, weichen Pendler und Besucher auf die kostenfreien Parkplätze im Wohngebiet aus. Die Stadt möchte nun für die Wohngebiete Anwohnerparkscheine ausstellen. Alle anderen, die nicht in dem Gebiet wohnen, sollen künftig nur noch maximal vier Stunden parken.

Das Hauptproblem ist vor allem die Verkehrsbehinderung in dem alten Wohnquartier. Das von Gründerzeitgebäuden geprägte Viertel um die Bismarckstraße ist in den vergangenen Jahren stetig ausgebaut und nachverdichtet worden. Viele Menschen leben dort auf engem Raum zusammen. Parkplätze für die Bewohner der Mehrgeschosswohnungen sind rar.

Viele parkende Autos erschweren Verkehrsfluss

Und wenn dann noch Besucher oder Berufspendler, die sich Parkgebühren sparen wollen, hinzukommen, ist die Parkplatznot vorprogrammiert. Hinzu kommt, dass auch die Straßen schmal sind und es zu erschwertem Verkehrsfluss kommt, wenn an der Straße auch außerhalb der Markierungen geparkt wird. Rettungsfahrzeuge könnten in einem Notfall beispielsweise nicht durchkommen.

Für eine Gebühr von 30 Euro im Jahr können Anwohner der betroffenen Straßen einen Parkausweis anfordern und weiterhin den ganzen Tag ihr Fahrzeug an der Straße stehen lassen. Ähnlich den Parkscheinen für Bewohner der Altstadt, die hingegen jedoch 40 Euro monatlich bezahlen müssen, um eine Parkgenehmigung für einen der größeren Parkplätze zu erhalten. Alle anderen dürfen im Wohngebiet nur vier Stunden parken. Diese Regelung gilt von Montag bis Samstag von 8 bis 18 Uhr.

Ausnahmegenehmigung nur in seltenen Fällen möglich

Eine Ausnahmegenehmigung können nur Gewerbetreibende erhalten, deren Sitz in dem betroffenen Wohngebiet liegt. Pro Unternehmen gibt es maximal eine Ausnahmegenehmigung. Voraussetzung ist, dass das Unternehmen nicht bereits einen Parkplatz hat. Diese Ausnahmegenehmigung kostet 30 Euro im Monat. Im Ausschuss für Planung, Umwelt und Technik wurde der Vorschlag des Anwohnerparkens positiv aufgenommen. „Der Druck auf die Anwohner ist da“, sagt Norbert Lumbe, Fraktionsvorsitzender der SPD.

Nur Richard Atkinson störte sich an den Gebühren für einen Anwohnerparkschein. „Das fühlt sich nach Abzocke an, von den Bewohnern Geld zu verlangen“, sagte er. Man wolle mit dem Anwohnerparken kein Geld verdienen, sondern den Verkehr, vor allem den Parkplatzsuchverkehr, aus dem Wohngebiet halten, sagte Oberbürgermeister Martin Staab. Doch es sei durchaus damit zu rechnen, dass mehr Monatsparkscheine für den Messeplatz ausgestellt werden, wenn die Ausweichoption im Wohngebiet wegfällt. Der Vorschlag der Stadtverwaltung wurde im Ausschuss für Planung, Umwelt und Technik mehrheitlich angenommen. Der Gemeinderat wird in seiner Sitzung am 11. Dezember final über das Anwohnerparken abstimmen.