Mit dem Brand der Markolfhalle am Fastnachtsdienstag ist der Radolfzeller Ortsteil Markelfingen gleich in mehrfacher Hinsicht in eine Notsituation geraten. Denn die aus den 70er Jahren stammende Halle war als Multifunktionshalle konzipiert und daher in vielfältiger Nutzung. Neben verschiedenen Sportabteilungen des SV Markelfingen nutzten andere Vereine des Ortes die Halle für Aufführungen und Feste aller Art. Insgesamt waren rund 25 Gruppen pro Woche in der Halle aktiv. Unter anderem fanden dort regelmäßig Konzerte des Musikvereins und Aufführungen einer Schauspielgruppe statt.

Wo Vereine und Schulklassen untergebracht wurden

Für die Fastnacht ist die Halle ebenfalls unersetzlich. Ortsvorsteher Lorenz Thum beziffert die Zahl der Betroffenen auf „mindestens 200 Personen“, wie er jetzt im Gespräch mit dem SÜDKURIER sagte. Viele, die die Markolfhalle regelmäßig benutzten, haben glücklicherweise schnell eine Alternative für das Training oder die Unterrichtseinheit gefunden. „Nach zwei Wochen waren die meisten untergebracht“, berichtet der Ortsvorsteher. Aus seiner Sicht haben die Ortsteile und die Stadtverwaltung an dieser Stelle sehr gut miteinander gearbeitet. So werden die Grundschüler und Kinder des Kindergartens mit einem Bus nach Liggeringen in die Litzelhardthalle gefahren und wieder abgeholt. Für kleinere Gymnastik- und Turngruppen stehen Räume im Markelfinger Rathaus zur Verfügung. Der Vereinssport kann zum Großteil in die Ortsteilhallen in Liggeringen, Möggingen, Stahringen und Güttingen sowie die Mettnauhalle und die Turnhalle der Sonnenrainschule ausweichen.

Warum es mit Bestandsaufnahme und Sanierung nicht voran geht

Andere ursprünglich in Markelfingen geplante Veranstaltungen, zum Beispiel das Weihnachtskonzert des Musikvereins, können in diesem Jahr im Milchwerk stattfinden. Während die Alternativstandorte für die Betroffenen schnell gefunden waren, geht es dem Ortsvorsteher an anderer Stelle zu langsam voran. Von Seiten der Stadtverwaltung wurde ihm mitgeteilt, dass die Ergebnisse der Untersuchungen durch Gutachter nicht vor dem Sommer vorliegen werden. Dabei war man Ende Februar noch davon ausgegangen, dass Ende März die genaue Schadenshöhe bekannt ist und die Rückbauarbeiten begonnen werden können. Danach sieht es derzeit allerdings nicht aus.

Warum die Halle wichtig ist

Denn die Halle ruht praktisch so, wie sie kurz nach dem Brand aussah. Sämtliche Schäden sind noch vorhanden und im Halleninneren riecht es streng nach Brand. Der mangelnde Informationsstand ärgert Lorenz Thum: „Kein Mensch sagt irgendetwas“, berichtet er enttäuscht. Dabei ist die Halle für die Markelfinger Vereine und das Dorfleben ein sehr wichtiger Ort. „Wir haben keine Torkel wie in Liggeringen. Wir möchten unsere Mehrzweckhalle bald wieder nutzen können“, sagt er.

Was die Dorfgemeinschaft an Wünschen für die sanierte Halle hat

Einige Verbesserungswünsche zum Stand der Halle vor dem Brand hätte der Ortsvorsteher ebenfalls. Diese könnten bei einer Sanierung oder einem Neubau der Halle realisiert werden. „Eigentlich waren wir mit der Halle zufrieden, aber es wäre schon schön, wenn wir ein paar Wünsche äußern könnten“, sagt er. Eine kleine Tribüne für Zuschauer und eine etwas anders positionierte Küche wären aus seiner Sicht sinnvoll.

Eine Erweiterung für ein Stuhllager war ohnehin geplant. Damit sollte ursprünglich nach der Fastnacht begonnen werden. Die Maßnahme liegt nach dem Brand erst einmal auf Eis. Gleichgültig, wie die künftige Entscheidung über die Markolfhalle ausfällt, sie wird in diesem Jahr nicht mehr zu nutzen sein. "Ich hoffe, dass es wenigstens im nächsten Jahr etwas wird“, sagt der Ortsvorsteher.

 

Zum Brand

Die Markolfhalle in Markelfingen hat am 13. Februar gebrannt. Dabei wurden die Küche und Teile der Geräteräume stark in Mitleidenschaft gezogen. Aufgrund der Wärmeentwicklung weist ein Großteil der Fensterscheiben Sprünge auf. Diese waren im Rahmen einer energetischen Sanierung des Gebäudes im Jahr 2009 erneuert worden. Wie es mit der Markolfhalle weitergeht, ist abhängig davon, was die Untersuchungen der Gutachter ergeben. Unter Umständen ist ein Neubau an gleicher Stelle sinnvoller als eine aufwändige Sanierung des Gebäudes. (ja)