Radolfzell SV Markelfingen freut sich auf neue Bleibe: Anbau des Vereinsheims ist Ende April fertig

Nach zwei Jahren ist das Sorgenkind des SV Markelfingen bald bezugsfertig, der Anbau des Vereinsheims soll künftig allen Teams einen Platz bieten. Ein Stolperstein jüngeren Datums: Der Brand der Markolfhalle, denn dadurch mussten die Sportler sich neue Räume suchen. Fündig wurden sie teils auf kreative Weise.

"Die komplexe Situation der Finanzierung ist geregelt und auf saubere Schienen gesetzt", verkündet Michael Jentsch in der Hauptversammlung des SV Markelfingen. Die Zug-Metapher des ersten Vorsitzenden ist treffend. Denn die 550 Mitglieder des Vereins befanden sich auf einer Reise zu einem neuen Vereinsheim, als die Gesellschaft abrupt zum Stoppen kam. Durch einen Planungsfehler fehlten dem Verein 250 000 Euro, um den Zweckbau vollständig zu finanzieren. Eine eilig einberufene Sondersitzung ermächtigte den Vorstand zu einer Kreditaufnahme, wobei auch die Stadt weitere Mittel in den Haushalt einstellte, um den Rohbau zu vollenden. Der Anbau steht nun nahezu bezugsfertig und kann Ende April den Sportlern übergeben werden. Doch ein Unglück folgt selten allein. Der Brand der Markolfhalle Mitte Februar dieses Jahres vernichtete dort eingelagerte Sportmittel des Vereines und zwang die Sportler der Freizeitabteilung, neue Räume zu suchen. Michael Jentsch bedankte sich bei allen Vereinen, die den SV Markelfingen mit Sportplätzen und Ausweichräumen unterstützt hatten.

Die Zweckräume für die Tennis- und Fußballabteilung sollen Ende April fertig gestellt sein. Im ersten Stock des neuen Anbaus liegen die Geschäftszimmer und ein Seminarraum. Der Boden ist verlegt und die Wand vom Alt- zum Neubau durchbrochen worden. Auf ebener Erde befinden sich die Umkleidekabinen und Duschen für die Sportabteilungen. Die Ölheizung wurde durch eine Gasheizung ausgetauscht und der Anbau erschlossen.

Die Kosten für das neue Vereinsheim belaufen sich derzeit auf 589 000 Euro und liegen um 43 000 Euro höher als die Kostenschätzung vom Vorjahr. Diese Schätzung sei nicht final, da noch Endabrechnungen einzelner Gewerke ausstehen, so Jentsch. Eine mit der Stadt abgesprochene bauliche Veränderung, die erschwerte Erschließung des Neubaus, das Fehlen konkreter Zahlen für die Ausschreibung einzelner Gewerke und eine zusätzliche Rückstellung in Höhe von 10 000 Euro für eine neue Schließanlage führten zu Mehrkosten gegenüber der Schätzung aus dem Vorjahr. Die Stadt unterstützt das Vereinsheim mit 300 000 Euro, der Badische Sportbund mit weiteren 58 000 Euro. Nach Abzug der Eigenleistungen, Spenden und der Vorsteuer verbleibt ein Rest von rund 60 000 Euro, der über einen Kredit finanziert werden soll. Der Verein ermächtigte den Vorstand im vorletzten Jahr in einer Sondersitzung zu einer Kreditaufnahme von maximal 150 000 Euro.

Der Anbau des Vereinsheimes ist nahezu fertiggestellt. Über zwei Jahre hinweg war es das Sorgenkind des SV Markelfingen.
Der Anbau des Vereinsheimes ist nahezu fertiggestellt. Über zwei Jahre hinweg war es das Sorgenkind des SV Markelfingen. | Bild: Georg Lange

Während der Umbauphase unterstützte der SG Liggeringen und FC Radolfzell den aktiven Spielbetrieb der Fußballer. Nach dem Brand der Markolfhalle fehlten dem Verein plötzlich Trainingsräume für seine Freizeitsport-Abteilungen. Die Badminton-Abteilung wich zunächst auf kommerzielle Sporthallen der Gemeinde Reichenau aus und trainiert derzeit in der Kreisturnhalle der Berufsschule. Die Ortsverwaltung stellte der Kardio-Gruppe das Markelfinger Rathaus zur Verfügung. Die Sportler trainieren dort fantasievoll ihren Herzkreislauf in zwei kleinen Räumen und mit Treppensteigen über drei Etagen hinweg. Die Volleyball-Gruppe wich in die Mettnau-Halle und das Kinderturnen nach Liggeringen aus.

Die Versammlung bestätigte einstimmig Michael Jentsch als Vorsitzenden und Heike Zimmer als dessen Stellvertreterin. Die Mitglieder wählten Nicole Kunkel als Kassiererin und Monika Stork als Schriftführerin in den Vorstand. Michael Jentsch kündigte an, den Seminarraum für bis zu 100 Personen für Veranstaltungen zu vermarkten. Die durch den Brand stillgelegte Markolfhalle beeinträchtigte nicht nur den Sportbetrieb, sondern auch die Auftrittsmöglichkeit der Theatergruppe Markelfingen, bei dem der Sportverein seit Jahren die Bewirtung übernimmt.

 

Die Sanierung

Der Sportverein Markelfingen erweiterte sein Sportheim mit einem Anbau. Das 40 Jahre alte Gebäude wurde für einen Fußballverein konzipiert, beherbergte aber drei Abteilungen aus Fußball, Tennis und Freizeitsport und hatte nur eine Umkleidekombination aus zwei Kabinen sowie eine Dusche für 550 Mitglieder. Der Anbau schaffte neue Umkleiden, separate Duschmöglichkeiten für Frauen und Männer, dringend benötigte Lagerräume, ein Büro für die Vorstandsarbeit des stark gewachsenen Vereines sowie einen Seminarraum.

 

 

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