Könner des Stand-up Paddlings (SUP) und solche, die es gerne noch werden wollen, fanden sich am Wochenende in Radolfzell ein. Der Kanuclub Radolfzell richtete zum dritten Mal die baden-württembergischen Meisterschaften in dieser Disziplin aus. Während am Samstag der sportliche Wettstreit im Vordergrund stand, traf man sich am Sonntag vor allem, um gemeinsam Spaß zu haben.

Der Kanuclub hatte ein Spaßturnier im SUP-Polo organisiert. Darin traten zwei Teams innerhalb eines Spielfeldes gegeneinander an, um jeweils möglichst viele Tore gegen das gegnerische Team zu erreichen. Hier zeigte sich schnell, wer schon gut mit seinem Board umgehen konnte. Denn der Spielball wurde ausschließlich mit einem speziellen Paddel, dass eine Aussparung für den Ball besitzt, geworfen. Die notwendigen Aushol- und Wurfbewegungen sorgten bei weniger geübten SUP-Nutzern schnell dafür, dass sie in das Wasser fiellen.

Davon hätte sich der Kanuclub gerne noch mehr gewünscht: Beobachter der SUP-Wettbewerbe am Wochenende. Bild: Gerald Jarausch
Davon hätte sich der Kanuclub gerne noch mehr gewünscht: Beobachter der SUP-Wettbewerbe am Wochenende. Bild: Gerald Jarausch | Bild: Jarausch, Gerald

Für die Beobachter vom Gelände das Kanuclubs aus ergab sich so jede Menge Spaß mit Slapstickcharakter. Bei geübten SUP-Polo Spielern indes kam wiederum viel Dynamik auf dem Spielfeld auf, so dass der Spielverlauf höchst unterhaltsam war. Das hat sich in Radolfzell und der näheren Umgebung offenbar noch nicht so gut herumgesprochen, denn im Wesentlichen beschränkten sich die Besucher der Veranstaltung auf die Teilnehmer oder Kanuclub-Mitglieder.

Dabei sind SUPs mittlerweile nicht mehr vom See wegzudenken. Eigentlich sind praktisch jeden Tag Menschen dabei zu beobachten, wie sie auf diesem Weg den See für sich erschließen. Das merkt man längst auch im Kanuclub selbst. Laut dem Vorsitzenden Jürgen Schneider gibt es rund 30 Mitglieder mit einem SUP-Board. „Bald müssen wir unser Lager neu organisieren“, sagte er am Rande der Veranstaltung.

Viel Aktion auf dem Wasser: Beim SUP-Polo-Turnier kam jede Menge Spaß bei den Teilnehmern und den Beobachtern auf.
Viel Aktion auf dem Wasser: Beim SUP-Polo-Turnier kam jede Menge Spaß bei den Teilnehmern und den Beobachtern auf. | Bild: Jarausch, Gerald

Wie ein richtig sportlicher Einsatz der SUPs aussehen kann, zeigten am Samstag die Teilnehmer der offenen Landesmeisterschaften. Unter anderem war auch der deutsche Meister in der Landdistanz, Norman Weber, an den Untersee gereist, um sich mit den Besten des Ländle zu messen. Er verwies in der Leistungsklasse seine Konkurrenten über die Distanz von acht Kilometern in einer Zeit von 50 Minuten auf die Plätze. Baden-Württembergischer Meister darf sich ab sofort Philipp Pfeifer nennen.

Die von den Könnern genutzten Boards unterscheiden sich massiv von den gängigen, aufblasbaren ISUPs. Denn die Sportgeräte sind aus Carbon (siehe Kasten) gefertigt und damit leicht und besonders steif.

Nur etwas für Könner: Die schmalen Hardboards, die hier in einer Reihe liegen, können nur von guten SUP-Sportlern gefahren werden.
Nur etwas für Könner: Die schmalen Hardboards, die hier in einer Reihe liegen, können nur von guten SUP-Sportlern gefahren werden. | Bild: Jarausch, Gerald

In den verschiedenen Disziplinen (Lang-, Kurzdistanz, Kids Race und Sprint) gingen am Wochenende 50 Sportler an den Start. Besonders kurzweilig waren für die Beobachter die Kurzdistanzen und Sprints. Hier lagen die Teilnehmer in der Regel nah beieinander, was für spannende Rennen sorgte.

Die Pokale der Veranstaltung sahen wie SUPs aus.
Die Pokale der Veranstaltung sahen wie SUPs aus. | Bild: Jarausch, Gerald

Um den SUP-Sport auch weiterhin am See beliebter zu machen, denkt man beim Kanuclub Radolfzell sogar darüber nach, die nationalen Meisterschaften am Clubgelände auszutragen. „Wir haben hier ideale Bedingungen. Wir könnten uns vorstellen, im kommenden Jahr die deutschen Meisterschaften hier stattfinden zu lassen“, sagte Schneider.