Zwar haben sich die Regenwolken zum Zeitpunkt des Demonstrations-Beginns um kurz nach 14 Uhr verzogen, schön war das Wetter am Freitagnachmittag trotzdem nicht. Auch in Radolfzell gingen dennoch wieder zahlreiche Unterstützer der Fridays-for-Future-Bewegung auf die Straße. Einmal mehr erhoben sie ihre Stimmen gegen die Klima- und Umweltpolitik. Unter den rund 200 Teilnehmern waren sowohl Schüler als auch Eltern, Senioren und Mitglieder von Organisationen. Der Demonstrations-Zug bewegte sich vom Milchwerk aus quer durch die Stadt. Über den René-Moustelon-Platz hinweg führte der Weg vorbei am Rathaus und durch die Unterführung am Bahnhof zum Konzertsegel. Dort ergriffen mehrere Teilnehmer die Möglichkeit, einige Worte zu sprechen.

„Wir fordern einen Klimaneustart“, sagte beispielsweise Carolina Groß, eine der Initiatorinnen von Fridays-for-Future in Radolfzell. Ihrer Meinung nach spalte die falsche Klimapolitik die Gesellschaft. „Deshalb müssen wir jetzt den richtigen Weg einschlagen. Erst in 19 Jahren soll der Kohleausstieg erfolgen, wie kann das sein?“, so die 17-Jährige in ihrer Rede.

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Silvio Krumm ist Mitglied des Konstanzer Organisationsteams und kam im Anschluss an die dortige Demo auch nach Radolfzell. „Man merkt schon, dass der Winter kommt. Die Menschen kommen zögerlicher aus ihren Häusern, um mitzumachen“, sagte der 20-Jährige. Patricia Roth aus Radolfzell dagegen ist davon überzeugt, dass die Teilnehmerzahl nicht von der Temperatur abhängt. „Entscheidend ist, ob weiterhin in den Medien berichtet wird. Damit steigt und sinkt das Interesse an Fridays-for-Future“, erzählte die Mutter. Im Sommer gebe es schließlich auch genügend Alternativen, gerade am Bodensee. Ihr elfjähriger Sohn Vinzenz war ebenfalls dabei. Ihm sei es wichtig, die Sache zu unterstützen.

Auf Missstände aufmerksam machen

Laut Silvio Krumm wird ein lebenswertes Dasein auf der Erde immer schwieriger. „Gletscher schmelzen, Wälder brennen und viele Tierarten sterben. Alle wollen Veränderung, aber niemand will sich ändern“, bemängelte der Schüler. Und ergänzte: „Aber wir alle, die heute hier sind, haben die Hoffnung nicht verloren und wollen kämpfen.“ Zusammen können die Demonstranten Unglaubliches erreichen, so der 20-Jährige. Jeder könne etwas bewegen.

Etwas drastischer sah die Formulierung von Finn Ludwig, Mitorganisatorin in Radolfzell, aus: „Wie viele Proteste braucht die Regierung denn noch. Es ist nicht fünf vor Zwölf, sondern zwei vor Zwölf. Wir streiken bis ihr handelt.“ Ihr sei wichtig, dass man nicht krampfhaft an Kohle festhalte und zum Beispiel der ÖPNV attraktiver werde. „Vernünftige Ziele müssen her“, so die Schülerin.

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