Radolfzell Rückblick auf die Fasnacht: Sicherheitskonzept bewährt sich

Die Fasnacht ist tot, es lebe die Fasnacht: Nach dem Vubrenne verraten die Froschenzunft und die Narrizella Ratoldi, wie die Fasnacht 2018 für sie war. Die Narren zeigen sich zufrieden mit Veranstaltungen, wollen aber für nächstes Jahr noch einmal ein wenig feilen. Die Zahl der Straftaten nimmt laut Polizei ab.

Wenn die Narren der Narrizella Ratoldi und der Froschenzunft auf die vergangenen Tage zurückblicken, sind sie vor allem eins: Zufrieden. "Es war eine rundum gelungene Fasnacht", sagt Sascha Hain als Zunftmeister der Narrizella Ratoldi. Die närrische Disko "Narrizella rockt" am Sonntagabend im Milchwerk habe sich etabliert und mit 450 Gästen die Teilnehmerzahl des Vorjahres nochmal übertroffen. Auch die Polizei meldet eine moderate Fasnacht mit insgesamt 17 Straftaten. Davon ereigneten sich neun Vorfälle allein am Hemdglonker. Diese Auftaktveranstaltung prägte auch die Statistik, wenn es um übermäßigen Alkoholkonsum geht: Vier Jugendliche und vier Erwachsene mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. In den Tagen darauf mussten noch zwei weitere alkoholisierte Jugendliche zu ihren Eltern gebracht werden, die Versorgung im Krankenhaus wurde aber nicht mehr nötig.

"Die allgemeine Tendenz ist, dass es weniger Straftaten rund um die Fasnacht gibt", sagt Polizeisprecher Bernd Schmidt. Am häufigsten sind Körperverletzungen, in diesem Jahr wurden insgesamt neun Vorfälle für Radolfzell und die Höri gemeldet. Das sind zwar vier mehr als im Vorjahr, aber noch sechs weniger als 2016. In einigen Fällen sei die Polizei rechtzeitig gekommen, um einen Streit zu schlichten. Prävention habe allgemein Wirkung gezeigt, sagt Schmidt. Die Zusammenarbeit von Stadt, Narrenvereinen und der Polizei habe sehr gut funktioniert, das Sicherheitskonzept habe sich bewährt. An der Sicherheit haben auch die Narrizella Ratoldi gefeilt, sagt Zunftmeister Sascha Hain. Er nennt als Beispiel den Hemdglonker. Wo im vergangenen Jahr teils noch zwischen der Technik um Bühne und DJ getanzt worden sei, hätten sie jetzt weiträumiger abgesperrt und zwei Sicherheitskräfte postiert.

Auch Annette Wrzeszcz, Präsidentin der Froschenzunft, berichtet von einer glückseligen Fasnacht. Nur ein paar mehr Besucher hätten sie sich gewünscht. "Ich habe den Eindruck, dass die Besucherzahl insgesamt rückläufig ist", sagt Wrzeszcz. Daher werde sich die Zunft bis zur nächsten Fasnacht überlegen, wie das Programm wieder mehr Gäste gewinnen kann. Mit wechselnden Gruppen etwa beim Froschenball würden sie schon jetzt regelmäßig etwas Neues bieten. Auch die Narrizella Ratoldi haben ein, zwei Punkte auf ihrer Liste, die sie verbessern möchten. "Es gibt immer ein paar Kleinigkeiten, an denen man feilen kann", sagt Zunftmeister Hain. So würden sie sich darum bemühen, die Band Sammeltaxi vom Bürgerball erneut zu engagieren – die sei gut angenommen worden. Auch eine neue Form der Werbung habe sich bewährt: Für "Narrizella rockt" habe man auf Plakate und Flyer verzichtet und soziale Netzwerke genutzt.

Einig sind sich die beiden Zunftvertreter über die Wetterfestigkeit der Narren: "Die Leute lassen sich von ein bisschen Regen nicht abhalten", sagt Hain mit Blick etwa auf den Umzug am Sonntag oder den närrischen Jahrmarkt am Montag. Dabei sei es auch klasse zu sehen, wie viel Liebe zum Detail und Engagement in Kostüme gesteckt wurde.

Fasnacht 2019

Der Termin der Fasnacht hängt vom Termin für Ostern ab, denn zwischen Aschermittwoch und Ostern vergehen genau 40 Tage des Fastens. Der Termin des Osterfestes wiederum hängt vom Mond ab: Ostersonntag ist am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling. Im nächsten Jahr beginnt die Fasnacht in Radolfzell mit dem Hemdglonker am Mittwoch, 27. Februar, und endet am Fasnachtsdienstag 5. März. Für die Froschenzunft kommt 2019 ein Programmpunkt dazu: Die Froschenholzer feiern dann ihr 70-jähriges Bestehen am Freitag, 1. März. Der Verein gründete sich nach eigenen Angaben 1958. Im Folgejahr setzten und fällten die Narren erstmals den Narrenbaum und entlasteten damit den Elferrat, der das bisher übernommen hatte.

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