Manchmal gibt es einfach das Glück des Tüchtigen. Das kann in diesem Jahr auch für das Open-Air-Konzert Rock am Segel reklamiert werden. Dort kamen am Mittwochabend rund 850 vornehmlich junge Besucher zusammen, um bei Live-Musik den Ferienbeginn zu feiern. Das Glück kam in Form von guten Wetterbedingungen daher. Während das Land andernorts förmlich im Regen versinkt, durften die Besucher von Rock am Segel den Abend in vollen Zügen genießen. Bei durchaus angenehmen Temperaturen und trockenen Bedingungen sorgten drei Live-Bands und ein DJ-Trio für gute Laune am Ufer des Untersees. 

Vor allem die DJs von Beatnostic waren aus Sicht des veranstaltenden Jugendgemeinderates der große Wurf des Abends. Nachdem in der Vergangenheit die Umbaupausen zwischen den Bands immer ein wenig die Stimmung absinken ließen, heizte das Trio vor und nach jedem Auftritt den Besuchern richtig ein. Die nahmen die musikalische Steilvorlage dankbar an und verwandelten die Freifläche vor dem Konzertsegel in einen großen Dancefloor. Genau das hatte man sich vom Jugendgemeinderat mit der Verpflichtung des Trios erhofft: "Das DJ-Konzept ist voll aufgegangen und steigert die Stimmung", befand Geronimo Frick, Hauptverantwortlicher des JGR für Rock am Segel am späten Mittwochabend. Auch das restliche Line-up des Abends bezeichnete er als gelungen: "So haben wir hier verschiedene Generationen zusammen gebracht", sagt er. Ähnlich zufrieden äußerte sich Pascal Zindel, der zum vierten Mal als Mitglied des JGR an der Organisation beteiligt war. "So gut waren wir noch nie organisiert. Der Aufbau war bereits am Nachmittag erledigt. Das haben wir sonst nie geschafft", sagte er. Das lag nach seiner Einschätzung auch an der großen Zahl freiwilliger Helfer, die im Vorfeld mit Hand angelegt hatten. So wurden Schüler teilweise vom Unterricht freigestellt, um beim Aufbau mitzuwirken. 

Als gelungen kann auch die zeitliche Verschiebung der Veranstaltung bezeichnet werden. In diesem Jahr wurde das Gelände erst eine Stunde später als sonst für die Besucher geöffnet. Die Auftritte verschoben sich ebenfalls in den Abend, der anlässlich des 750-jährigen Stadtjubiläums sogar erst um 24 Uhr endete. Die Auftritte der Live-Bands kamen allesamt sehr gut an. Die Sieger des Band-Contests, New Aeon aus Konstanz, eröffneten den Reigen und packten mit ihrem Metal-Sound gleich die musikalische Keule aus. Einen anderen Geschmack bedienten Plasmat aus Mannheim und Heidelberg. Ihre selbst ernannte Elektro-Trash-Offensive kam gut beim Publikum an und sorgte für die vielleicht längste Konzertpolonaise, die Radolfzell bisher gesehen hat. Die Musiker selbst jedenfalls zeigten sich angetan von der angenehmen Atmosphäre am Konzertsegel und den Besuchern: "Das war für uns ein echt schöner Abend", bilanzierte Sänger Basti. Für die Hauptband des Abends wurde das Konzert etwas kürzer als erwünscht. Die australische Formation Caravana Sun kam verspätet von ihrer Europatournee aus Italien in Radolfzell an und durfte dann nur noch ein kurzes Set spielen.

 

Das Konzert

Rock am Segel nimmt eine Ausnahmestellung im Radolfzeller Konzertkalender ein. Die Veranstaltung findet jeweils am letzten Schultag statt und wird vom Jugendgemeinderat organisiert. Jedes Jahr kommen rund 700 bis 1000 Besucher zu dem Open-Air Konzert. Über farbige Armbändchen wird garantiert, dass Minderjährige keinen Alkohol auf dem Gelände kaufen können. Zudem dürfen Besucher ab 14 Jahren bis zum Schluss um 24 Uhr bleiben. (ja)