Einmal im Jahr steht das Radolfzeller Konzertsegel ganz der Jugend zur Verfügung. Zum Ferienbeginn fand die größte Jugendveranstaltung in Radolfzell statt. Die Open-Air-Veranstaltung, die vom Jugendgemeinderat der Stadt in Eigenregie organisiert wird, zog auch diesmal knapp unter 1000 Besucher aus Radolfzell und der Umgebung an. Zwischen 18 und 23.30 Uhr sorgten diesmal vier Bands für eine tolle Stimmung am See. Über den Standort waren sich alle einig: So lobten die Headliner des Abends „Erwin & Edwin“ die „einmalige Location“ während ihres rund anderthalbstündigen Auftritts unter dem schützenden Konzertsegel.

Anders als ihre begeisterten Zuhörer blieben die Musiker im Trockenen. Vor der Bühne sorgte ein Regenschauer für klassische Open-Air Atmosphäre. Da war der Konzertabend aber bereits soweit vorangeschritten, dass sich niemand dadurch vom Tanzen und Hüpfen abhalten ließ. Zuvor hatten sich die Besucher der Veranstaltung noch eher zurückhaltend aufgeführt und es den Bands nicht gerade leicht gemacht, eine intensive Atmosphäre aufkommen zu lassen. Vor allem die beiden Lokalbands mühten sich redlich bei dem Auftakt des Abends.

Mit den „Lionhearts“ war diesmal sogar eine Radolfzeller Formation mit von der Partie. „Antic Disposition“ haben sich ebenso wie die „Lionhearts“ in den Band Contests, die vorab im Bokle stattfanden, für den Abend qualifiziert. Auch „KRMA Music“, die aus München mit ihrem Hip-Hop Sound im Gepäck anreisten, taten sich nicht ganz leicht. Einzig „Erwin & Edwin“ aus Wien gelang es, die Besucher in Begeisterung zu versetzen. Die Österreicher sorgten mit ihrem „Elektroswing“, einer Mischung aus traditioneller und elektronischer Musik, für eine ausgelassene Atmosphäre vor der Bühne. Die vier Musiker sind derzeit stark im Kommen und werden auf dem Radiosender fm4 oft gespielt. Wie bereits in den vergangenen Jahren verzeichneten die Veranstalter keinerlei Probleme mit den Besuchern. Wieder einmal spielte sich „Rock am Segel“ ohne Vorkommnisse ab. Was sich ebenfalls nicht ändert sind die zahlreichen Beschwerden von Anwohnern. Auch wenn die Veranstaltung nur einmal im Jahr stattfindet, wurde auch diesmal wieder laut Pauline Meyer vom Jugendgemeinderat „eine dreistellige Anzahl von Beschwerden“ gezählt. Bei anderen Veranstaltungen zeigen sich die Radolfzeller belastbarer. Da spielen die Lärmbeeinträchtigungen offenbar nicht eine so große Rolle oder werden zumindest eher hingenommen.

Bernd Schmidt, Pressesprecher des Konstanzer Polizeipräsidiums, bestätigt, dass es zahlreiche Beschwerden wegen Ruhestörung gegeben habe. Nachdem die Beamten mit den Veranstaltern telefoniert hatten, sei die Lautstärke gleich gedrosselt und pünktlich um 23.30 Uhr die Musik auch abgeschaltet worden, so Schmidt. Aus polizeilicher Sicht sei die Veranstaltung friedlich verlaufen, derzeit seien keine Vorfälle gemeldet worden.

Die Organisatoren

Die Veranstaltung Rock am Segel findet seit den frühen 2000er Jahren in Radolfzell am Konzertsegel statt. Zunächst von einem Mitarbeiter der Stadt organisiert, wechselte die Organisation später zum Jugendgemeinderat. In diesem Jahr waren besonders junge Radolfzeller am Werk. Nur drei volljährige Jugendgemeinderäte waren daran beteiligt. Alle anderen waren jünger. Insgesamt halfen beim Aufbau vor Ort rund 50 Personen. Ein Teil davon nächtigte sogar dort, um die Gerätschaften über Nacht zu bewachen. (ja)