Radolfzell Realschule macht Ernst mit dem Veggie-Day

Mit einem fleischlosen Tag in der Mensa der Gerhard-Thielcke-Realschule schärfen die Schüler das Bewusstsein für den Klimaschutz.

Mittwochmorgen in der Mensa der Radolfzeller Gerhard-Thielcke-Realschule. Der Andrang ist groß. Die Schüler stehen geduldig in der Schlange für Brötchen an, die heute einmal ganz anders belegt sind. Denn heute ist Veggie-Day! Mozzarella mit Tomate oder Eiersalat statt Salami, selbstgemachter Frischkäse mit Gurke statt der ewig gleichen Käsesorte und – als Kompromiss mit dem Naturfreundehaus, dem Betreiber der Mensa – knusprige Fischstäbchen und warme Flammkuchen statt Hähnchenschnitzel. Es duftet herrlich. Die Mensa ist voll.

„Die Idee zu diesem vegetarischen Tag ist im Rahmen unseres NWA-Unterrichts (naturwissenschaftliches Arbeiten) entstanden“, erzählen die Schülerinnen Sara Steinhäusler, Sara Kempter und Steve Albert, Teilnehmer der Projektgruppe NWA, Klasse zehn. Lehrer Hansjörg Rommel hatte im Schuljahr 2011/2012 das „Thielcke-Umwelthaus“ ins Leben gerufen, um den Umweltschutzgedanken an der Radolfzeller Realschule zu fördern. Die Schüler sollten animiert werden, sich in Sachen Umwelt- und Naturschutz zu engagieren und bisherig eingeführte Projekte fortzuführen. Das Umwelthaus ist als ein Gesamtgebilde von vielen Puzzleteilen zu verstehen und die Schüler sind durch Projekte und eigene Ideen aufgefordert, weitere Puzzleteile hinzuzufügen. Eine enge Kooperation besteht außerdem mit der Stadt Radolfzell und dem Umweltamt. Man spiele sich gegenseitig Projekte zu, die dann von den Schülern weitergeführt werden. Mit dem Veggie-Day konnte nun ein weiteres Puzzleteil hinzugefügt werden. Schülerin Sara Steinhäusler erzählt: „Ich esse sowieso wenig Fleisch, habe mal im Internet recherchiert, wie sich der Fleischkonsum auf unsere Umwelt auswirkt und war wirklich schockiert. Da kam mir die Idee, einen vegetarischen Tag zu veranstalten, um auf die Problematik hinzuweisen.“ Mit diesem Projekt wolle man keinen bekehren, Vegetarier zu werden, betont die Projektgruppe, man wolle die Menschen anregen, zumindest einmal pro Woche bewusst auf Fleisch zu verzichten. Sara Kempter berichtet: „Mir war es wichtig, dass ich im Rahmen des Unterrichts ein Thema bearbeite, das mir auch Spaß macht, hinter dem ich stehe. Und wenn man sieht, dass sich unser Fleischkonsum in den letzten 60 Jahren fast verdreifacht hat und heute für rund 20 Prozent aller weltweiten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich ist, dann sind das wirklich erschreckende Zahlen.“ Klassenkamerad Steve Albert ergänzt: „Der Veggie-Day ist ein fleischloser Tag, der jedem von uns eine Möglichkeit bietet, etwas für den Klimaschutz zu tun.“ Stolz erzählen die drei, dass die vegetarischen Pausensnacks innerhalb kürzester Zeit ausverkauft gewesen seien. Auch vom angrenzenden Gymnasium sei die Rückmeldung erfolgt, dass die vegetarischen Brötchen im Vergleich zum regulären Angebot wesentlich stärker verkauft wurden. Lehrer Hansjörg Rommel lobt das große Engagement der Schüler. Die Erfahrung habe gezeigt, dass, sobald sie sich mit einem Projekt beschäftigen, sich dieses zu einem Selbstläufer entwickele. Auch die Kooperation mit dem Naturfreundehaus habe hervorragend funktioniert. Schulleiterin Gabriele Wiedemann bringt den Erfolg des Veggie-Day auf den Punkt, indem sie sagt: „Mottotage in der Mensa kommen gut an, die Schülerinnen und Schüler mögen vegetarisches Essen, das wurde mit diesem Projekt bewiesen. Aktionen wie der Veggie-Day sind der gelebte Umweltgedanke unserer Schule.“

Schule und Umwelt

Hansjörg Rommel, Lehrer der Gerhard-Thielcke-Realschule initiierte das „Thielcke-Umwelthaus“, das Schülerinnen und Schüler animieren soll, den Umweltgedanken zu fördern. Ferner gibt es pro Klasse zwei Umweltmentoren, die über alle Projekte, die in Sachen Umwelt- und Klimaschutz stattfinden, informiert werden und diese Informationen in ihre Klasse weitertragen.

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