Der FC Radolfzell stellt sich organisatorisch neu auf und gibt sich eine neue Verwaltungsstruktur. Im vollbesetzten Clubhaus beschloss die Hauptversammlung, dass der Verein sowohl einen Präsidenten als auch einen Aufsichtsrat erhält. Mit der Satzungsänderung reagierte der Verein auf den Schock bei den Ermittlungen durch die Zollfahndung und gibt sich selbst Kontrollmechanismen.

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Der künftige Aufsichtsrat wird von einem Gremium der Vorstände sowie vom Präsidenten bestellt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats soll vom Gesamtvorstand gewählt werden. Der von Mitgliedern und Spielern unabhängige Aufsichtsrat überwacht die Vereinsfinanzen und wirkt bei der strategischen Ausrichtung des Vereins mit. Als Beratungsorgan muss er beim Bau des neuen Clubhauses und bei Kreditaufnahmen gehört werden. Ausgaben, die den Betrag von 1000 Euro überschreiten, bedürfen künftig der Genehmigung des Aufsichtsrates.

Der neue Präsident des FC Radolfzell vertritt den Fußballclub nach außen und arbeitet eng mit den Vorständen Marketing und Event zusammen. Die Versammlung wählte ihren ehemaligen Vorsitzenden Oliver Preiser in das Amt des Präsidenten. Insgesamt wurden die Aufgabenbereiche und Verantwortung des Präsidentenamtes reduziert und auf den Aufsichtsrat sowie die Vorstände verteilt. Damit reagierte der Verein auf die hohen Belastungen und das Arbeitspensum ihm ehemaligen Amt des Vorsitzenden. Künftig haben Mitglieder ab dem vollendeten 16. Lebensjahr ein volles Stimmrecht. Auch können juristische Personen, Vereine und Körperschaften als förderndes Mitglied aufgenommen werden.

Verein hält am Bau eines neuen Clubheims fest

Im Geschäftsjahr 2018 generierte der FC Radolfzell Einnahmen von rund 285 800 Euro. Seine Ausgaben beliefen sich auf 275 540 Euro. Die Altlasten aus der Zollfahndung sind beglichen. Sein Vermögen beläuft sich auf 28 500 Euro. Die Vorplanung für den Neubau des Clubhauses kostet den Fußballverein 90 000 Euro. Die Stadt Radolfzell übernimmt im Fall einer Absage an das Bauprojekt einen Anteil von 50 Prozent. Der Architekt und Planer deckt mit weiteren 22 500 Euro das Baurisiko ab, sollte das Vorhaben aufgegeben werden. Somit bleibt dem Fußballclub ein Restrisiko von 22 500 Euro. Die Mitglieder stimmten den Kosten für die kalkulatorische Vorplanung des neuen Clubhauses zu.

Auf der Versammlung stimmten sie ebenso einer Kreditaufnahme in Höhe von 50 000 Euro zu. Mit einem Umschichtungsdarlehen möchte der Club sich Luft verschaffen und die Kosten der Dispokredite reduzieren. Der Betrag soll in den Jugend- und Ausbildungsbereich investiert werden.

Zur Jugendarbeit gehört die Begleitung bei der Erziehung

Der FC Radolfzell legt den Fokus auf Kinder- und Jugendarbeit. Neben sportlichen Aspekten möchte der Verein die Kinder und Jugendlichen an das Leben heranführen und sie in der Erziehung begleiten. Insgesamt spielen rund 240 Kinder und Jugendliche im Verein. Sie verteilten sich auf zwölf Jungen- und eine Mädchenmannschaft. Im Herbst 2018 wurde die Mädchenmannschaft wegen Spielerinnenmangels abgemeldet. Die Jugendmannschaften erzielten mehrere Hallentitel in Bezirk und Verband. Die Jugendgruppe U15 schaffte ihren Klassenerhalt in der Oberliga. Sämtliche Trainerposten sind im Verein besetzt.

Aktive Spieler kommen meist aus den eigenen Reihen

Für seine aktiven Mannschaften hatte der Verein kaum junge Spieler zugekauft. Er rekrutierte seine Mannschaft vorwiegend aus den eigenen Reihen. In der Saison 2017/18 erzielte die erste Mannschaft des FC Radolfzell den dritten Platz in der Verbandsliga. Bester Torschütze war Alex Stricker mit 25 Toren. Aktuell belegen sie den fünften Platz in der Verbandsliga. Tobi Krüger und Alex Stricker schossen je 16 Tore. Die zweite Mannschaft stieg auf den vierten Platz in der Kreisliga B auf. Acht Spieler verließen die A-Jugend.

Viel Applaus für Heinz Schmitt und Wolfgang Strehle

Die Versammlung wählte Alexander Thumer in den Vorstand Sport. Der 61-Jährige war Jugend- und Co-Trainer und trainierte auch die Neustädter und Villinger Mannschaften. Insgesamt war Thumer 20 Jahre sportlicher Leiter in Villingen und Bad Dürrheim. In der Hauptversammlung würdigte der FC Radolfzell den ehemaligen Vorstand Finanzen, Karl Beierer, und verabschiedete ihn aus dem durch die Satzungsänderung obsolet gewordenen Amt. Stehend applaudierte die Versammlung den Mitgliedern Heinz Schmitt und Wolfgang Strehle für ihre 70 Jahre andauernde Treue zum Fußballclub.