Seit rund zwei Wochen sind auf dem Untersee wieder erste Boote zu beobachten. Dafür sorgt unter anderem der Bootsverleih von Rudolf Albiez. Er hat zum 1. April seine verschiedenen Ruder-, Tret-, Segel- und Motorboote am Steg im Herzenbereich eingewassert und seinen Betrieb aufgenommen.

Das zurückliegende Osterwochenende mit dem schönen Wetter hat ihm dann den ersten Ansturm beschert. Rudolf Albiez gehört mit seinem Bootsverleih gewissermaßen seit 26 Jahren zum Inventar des Radolfzeller Ufers.

Vom Tret- bis zum Motorboot

Auf seinen Booten haben schon zahlreiche Gäste schöne Stunden auf dem See verbracht. Bei ihm kommen alle, die nicht in der glücklichen Lage sind, selbst ein Boot zu besitzen, immerhin leihweise zu diesem Vergnügen.

Die Palette seines Angebots hat er im Laufe der Jahre immer weiter ausgedehnt. Mittlerweile finden sich neben klassischen Ruderbooten zahlreiche Tretboote in unterschiedlichsten Ausführungen. Auch mehrere Motorboote, wahlweise mit und ohne Bootsführerschein, sind bei Rudolf Albiez im Verleih.

Selbst Segler kann er mit einem Leihboot bedienen und die immer beliebteren Stehpaddel-Boards finden sich ebenfalls bei ihm.

Sieben Tage pro Woche reichlich Arbiet

Für die nächsten Monate erwartet den 66-jährigen eine besonders arbeitsreiche Zeit. Denn während der Saison müssen Albiez und seine Aushilfen an sieben Tagen der Woche am Steg präsent sein. Im vergangenen Jahr haben der lange Sommer und die hohen Temperaturen für reichlich Arbeit gesorgt: "Das war eine sehr anstrengende Saison, in der es praktisch keine Ruhepausen gegeben hat", erinnert er sich.

Doch über diese Zeit will sich Albiez nicht beklagen. Den gut gemeinten Spruch seiner Kunden, dass er da "arbeitet, wo andere Urlaub machen" kann er dennoch kaum noch hören. Er liebt die Tätigkeit in der einzigartigen Naturumgebung und den ständigen Umgang mit Menschen, die ihn auf ihre Art auch jung halten. Ein paar Jahre will er die Arbeit am See auf jeden Fall noch machen.

Am liebsten würde Albiez Angebot noch weiter ausweiten

Der aktuelle Pachtvertrag mit der Stadt Radolfzell läuft bis in das Jahr 2024. Er könnte sich sogar eine Ausweitung seines Angebots vorstellen, doch die Suche nach geeigneten Mitarbeitern ist nach seiner Aussage "sehr schwierig" und verhindert das Wachsen des Bootsverleihs.

Zudem liegt nicht jedem das Arbeiten in der freien Natur. Denn die kann richtig anstrengend sein, wie zum Beispiel Nicolas Weber sagt. Er ist bereits seit vier Jahren für Rudolf Albiez tätig und kann spätestens nach dem Sommer im vergangenen Jahr ein Lied davon singen, wie heiß es mitunter auf dem Steg am Verleih werden kann.

"Mir macht das richtig Spaß, aber es ist schon anstrengend. Die Sonnencreme sollte man auf jeden Fall nicht vergessen", sagt er.

Nicht weiter als 300 Meter

Das gilt auch für die Gäste am See, die sich ein Boot ausleihen. Denn das reflektierende Wasser sorgt für eine erhöhte Sonneneinstrahlung, die schon so mancher mit einem Sonnenbrand nach dem Aufenthalt auf dem See bezahlen musste. Aber auch auf andere Regeln und Gefahren müssen Albiez und seine Mitarbeiter die Kunden hinweisen.

So dürfen sich die Tret- und Ruderboote mittlerweile nicht mehr weiter als 300 Meter vom Ufer aufhalten. Und auf die Lichtsignale bei einer Sturmwarnung und die Seezeichen werden die Kunden ebenfalls hingewiesen.

Auf Urlaube verzichtet Rudolf Albiez ganz bewusst. "Mehr als den See brauche ich nicht", sagt er zufrieden mit sich und seiner Tätigkeit.