Radolfzell – Sozialbürgermeisterin Monika Laule geht mit großem Optimismus an die Verwirklichung des Projekts neues Pflegeheim auf der Mettnau. Im Stiftungsausschuss hat sie einen Zeitplan vorgelegt: "Im Moment läuft die Planung auf Hochtouren." Das Büro GMS aus Isny hatte den Architektenwettbewerb für das knapp 14 Millionen teure Projekt im Juni vergangenen Jahres gewonnen und ist mit der Ausführungsplanung beauftragt worden. "Das Raumprogramm steht, ich hoffe, dass wir im Mai die endgültige Entwurfsplanung vorstellen können." Mit der Entwurfsplanung soll auch eine Kostenberechnung auf dem Tisch liegen. "Dann können die Gremien Stiftungsrat und Gemeinderat einen Baubeschluss fassen", hofft Laule.

Sozialbürgermeisterin Monika Laule. Bild: Natalie Reiser
Sozialbürgermeisterin Monika Laule. Bild: Natalie Reiser

Mit diesem Beschluss könne der Spitalfonds Radolfzell für sein bestehendes Hospital zum Heiligen Geist in der Altstadt eine Ausnahmegenehmigung zur weiteren Nutzung der Doppelzimmer bei der Heimaufsicht beantragen. Ab dem 1. September 2019 werden Einzelzimmer in Pflegeheimen zur gesetzlichen Pflicht. Die Aussicht auf eine Ausnahmegenehmigung besteht nur dann, wenn ein umsetzbarer Plan für einen Neu- oder Umbau vorliegt.

Stand heute: 32 Doppelzimmer und 38 Einzelzimmer

In den Altersheimgebäuden Poststraße 15 und Seestraße 46 sind laut Versorgungsvertrag aktuell 32 Doppelzimmer und 38 Einzelzimmer untergebracht. "Es geht nicht darum, dass wir das Haus schließen müssten", erläutert Monika Laule auf Nachfrage. Die Genehmigung für den Betrieb der Einzelzimmer bleibe über den 1. September hinaus bestehen. Zudem könnten die Doppelzimmer dann als Einzelzimmer genutzt werden. Aber für den Spitalfonds sei es wirtschaftlich notwendig, möglichst viele Doppelzimmer weiter zu belegen, wie sie auf Nachfrage erläuterte. Der Personalschlüssel sei auf eine komplette Belegung – 102 Plätze – ausgelegt, sonst würde das Verhältnis zwischen Personal und Bewohnern zu teuer.

Laule: "Es geht um jeden Zentimeter"

Wie viele der 32 Doppelzimmer noch mit zwei Bewohnern belegt werden dürfen, hänge auch von den Ausmaßen der jeweiligen Räume ab. "Die Heimaufsicht prüft jedes Zimmer, da geht es um jeden Zentimeter", sagt Laule. Die Doppelzimmer im Heilig-Geist-Spital seien unterschiedlich groß. Deshalb würde die Heimaufsicht entscheiden, welche Unterbringung in diesen 32 Zimmern bis zum Auszugstermin zumutbar sei. Der früheste Auszugstermin sei frühestens im Frühjahr 2022. "Dann muss es aber optimal laufen", schätzt Laule. Mit einem Baubeginn des neuen Pflegeheims auf dem Gelände des ehemaligen Schwesternwohnheims in unmittelbarer Nachbarschaft zum Krankenhaus rechnet Laule im nächsten Jahr. Nur mit dieser Perspektive Neubau bestehe eine Aussicht auf eine Ausnahmegenehmigung für eine weitere Belegung der Doppelzimmer.

Verkauf des Gebäudes Seestraße 44 wird ausgeschrieben

Im Wirtschaftsplan des Spitalfonds ist der Neubau des Pflegeheims eingeplant. Der Verkauf des Gebäudes Seestraße 44 mit der Tagespflege soll demnächst ausgeschrieben werden. Die Verwaltung erwartet einen Erlös von mindestens 860 000 Euro. Der Spitalwald werde an die Stadt Singen verkauft, im Erfolgsplan ist die Einnahme mit 600 000 Euro verbucht. Das Gebäude Poststraße 15 soll die Stadt Radolfzell zu einem Preis von mindestens zwei Millionen Euro kaufen. Hinzu kommen die Einnahmen aus der Vermarktung der Grundstücke auf der Weinburg. "Ich hoffe, dass der Bebauungsplan Stürzkreut ausdiskutiert ist", seufzte Laule in der Ausschussitzung. Bei Stadtrat Walter Hiller (Freie Wähler) ist er das noch nicht. Er brachte zum wiederholten Male vor, dass durch eine andere Bebauung ein höherer Erlös für den Spitalfonds zu erzielen sei.

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