Die Zahlen, die die Stadtbibliothek für das vergangene Jahr vorlegt, zeigen, dass Bücher weiterhin gefragt sind. Die Buchausleihe ist seit Jahren beinahe konstant. Einen leichten Rückgang gibt es bei den Besucherzahlen, dafür wird die Onleihe von Jahr zu Jahr stärker genutzt. Auch bei Kinderbüchern und Spielen kann die Bibliothek ein Plus in der Ausleihe verzeichnen.

Spitzenreiter im Regierungsbezirk

Im vergangenen Jahr haben 18 Prozent der Einwohner Radolfzells ihren Bibliotheksausweis aktiv genutzt. Besucht wurde das Österreichische Schlösschen von 122 304 Personen. „Damit gehört die Stadtbibliothek zu den Spitzenreitern im Regierungsbezirk Freiburg„, freut sich Bürgermeisterin Monika Laule. Was die Ausleihe pro Einwohner betrifft, liegt die Radolfzeller Bibliothek im Feld der ersten zehn Prozent. Im Rückblick wertet Laule die Entscheidung, die Bibliothek im Herzen der Innenstadt zu belassen und das Schlösschen zu sanieren, als richtig. Vor dem Umbau wurde ein Umzug an den Stadtrand erwogen. Gerade an Markttagen sei die Bücherei ein Publikumsmagnet, pflichtet Petra Wucherer, Leiterin der Bibliothek, ihr bei.

Ort der Begegnung

Das Haus habe sich zu einem Ort der Begegnung entwickelt. Besucher, die nicht primär kommen, um Bücher zu leihen, verbringen einige Zeit in Zeitschriften lesend, bei einer Tasse Kaffee in der Lounge. In letzter Zeit kämen mehr Jugendliche, um in der Bücherei zu lernen oder für Arbeiten zu recherchieren, beobachtet Wucherer. Sehr gut genutzt würden die PC-Plätze. „Seitdem viele Menschen kleinere mobile Geräte wie Tablets oder ein Handy benutzen, werden unsere PC-Plätze und Drucker stark nachgefragt“, berichtet sie. In diesem Punkt wirke sich die Digitalisierung nicht negativ für die Bibliothek aus. Davon abgesehen werden in der Bücherei seit Langem nicht nur gedruckte Medien angeboten.

Digitales Angebot wird stärker genutzt

Das digitale Angebot der Bücherei sei bereits gut aufgestellt und werde immer mehr in Anspruch genommen. 23 687 digitale Medien wurden 2018 ausgeliehen. Einige Besucher nutzen E-Books für ihren Urlaub, andere liehen mittlerweile ausschließlich über die Onleihe, so Wucherer. Nichtsdestotrotz soll in Zukunft alles, was auf Papier angeboten wird, auch digital zur Verfügung stehen, fährt sie fort. Eindeutig rückläufig sei die Ausleihe von DVDs, hier machte sich bemerkbar, dass Streamingdienste offenbar in den Haushalten angekommen seien.

700 Spiele, 6500 Mal ausgeliehen

Auch, was das Angebot für die Kinder betrifft, versuche die Bibliothek anzubieten, was gerade im Trend liegt. Ausleihrenner seien im Moment Tonies und Tonie-Abspielgeräte. Stellt man eine Figur auf die würfelförmigen Geräte, dann wird die dazugehörige Geschichte abgespielt. Trotz digitaler Medien gehören Kinderspiele und -bücher nicht zum alten Eisen. 700 Spiele wurden 6500 Mal ausgeliehen – mehr als im vergangenen Jahr. Neben 120 Veranstaltungen, die Kinder und Jugendliche in die Welt der Bücher eintauchen ließen, leistet die Stadtbibliothek einen Beitrag zur Medienbildung, indem sie an Schulen Filmprojekte durchführt. Der ehemalige Lehrer Fritz Wäldin, der heute als Medienpädagoge arbeitet, hat Schülern der Gerhard-Thielcke-Realschule (GTR) darin unterstützt, kurze Stop-Motion-Filme zu drehen. Die Schüler lesen oder erfinden eine Geschichte, sie schreiben ein kleines Drehbuch und und stellen die Geschichte mit Figuren nach.