Ein neu gegründeter Verein wird ab sofort die Tennishalle auf der Mettnau betreiben. Damit ist eine drohende Schließung der Halle zunächst abgewendet. Die Situation hatte sich ergeben, weil der Besitzer Günter Grimmig sich selbst nicht mehr in der Lage sah, die Halle von seinem Wohnsitz in Freiburg vernünftig zu betreiben. „Wenn sich keine Lösung ergeben hätte, hätte ich die Halle schließen müssen“, sagte er.

Dort stellte sich auch der neue Vorstand des neu gegründeten Vereins „Tennis Squash Gemeinschaft Radolfzell“ vor. Dabei handelt es sich um Personen, die ohnehin eng mit dem Tennissport in Radolfzell verbunden sind. Mal abgesehen von dem Vorsitzenden Axel Tabertshofer (auch Vorsitzender der IG-Sport), sind die weiteren Vorstandsmitglieder Guido Heck (stellvertretender Vorstand), Matthias Baumann (Schriftführer) und Daniel Guttenberger (Kassierer) aus den ansässigen Tennisvereinen TC Rebberg und TC Radolfzell.

Es gab keine andere Lösung

Der neue Verein wurde ausschließlich dazu gegründet, um die Tennishalle zu betreuen. Eine andere Lösung bot sich nicht an. Günter Grimmig hätte das von der Stadt gepachtete Gelände samt Anlage gerne an die Stadt Radolfzell vorzeitig zurückgegeben.

Doch eine Auflösung des Pachtvertrages, der eigentlich noch bis Ende 2023 läuft, hätte für die Radolfzeller Tennisspieler keine Lösung des Problems bedeutet. „Für uns war die Tennishalle immer ein Selbstläufer. Allerdings war schnell klar, dass die Stadt selbst keinen Sportbetrieb anbieten darf“, ließ Bürgermeisterin Monika Laule wissen.

Für die Tennisvereine ist eine Halle sehr wichtig

Eine andere Nutzung als die Tennishalle selbst kam für die Verwaltung ebenfalls nicht in Frage. „Das ist eine existenzielle Grundlage für die Tennisvereine“, sagte sie weiter. Das bestätigten auch die Vorstände der insgesamt sechs Radolfzeller Tennisvereine. „Ohne eine Halle ist das der Tod des Tennis in fünf bis sechs Jahren“, erläuterte Guido Heck, Vorsitzender des TC Rebbberg. Denn es spielt sich nicht nur ein Großteil der Sportart in der Halle ab, man benötigt die Halle auch zwingend, wenn man höherklassige Spiele ausrichten will. Denn dann wird die Halle als Ausweichquartier von Spielen vorgeschrieben.

Rund 1000 Tennisspieler gibt es in Radolfzell

Der Fortbestand der Tennishalle ist für die Sportart also von größter Wichtigkeit. In den sechs Tennisvereinen Radolfzells sind immerhin rund 1000 Mitglieder organisiert. Weitaus weniger Aktive gibt es mittlerweile für die Sportart „Squash“. Während man in den Anfangsjahren nur nach vorzeitiger Anmeldung überhaupt einen der begehrten Räume ergattern konnte, sind aktuell noch 35 Spieler in Radolfzell aktiv. Allerdings tritt man nicht in den Wettstreit mit anderen Mannschaften. Das ebenfalls im Gebäude angesiedelte Fitnessstudio war von den Überlegungen ohnehin nicht betroffen.

Tennishalle soll beliebter werden

Nun hoffen die Beteiligten, den Betrieb in der Tennishalle wieder „zu beleben“, wie Axel Tabertshofer wissen ließ. Schon allein die zwischen den Tennisfeldern liegende Gastronomie mache einen Besuch aus seiner Sicht lohnenswert. Auch in Zukunft können die Nutzer der Halle auf gewohntes Personal setzen. So wird das langjährige „Gesicht der Halle“, wie Günter Grimmig Isolde Rieger nannte, auch in ihrem beruflichen Ruhestand weiterhin in der Halle aktiv sein. „Jemand Besseren hätten wir nicht finden können“, befand Axel Tabertshofer.

Mit der Übernahme des Betriebes durch den neu gegründeten Verein ist auch Grimmig sehr zufrieden. “Ich bin sehr froh darüber, dass die Halle weiter betrieben wird“, sagte er. Das soll zunächst bis zum Ablauf der Pacht Ende 2023 so sein. Wie es danach weiter geht, ist unklar. Ein erster Versuch die Tennishalle wieder besser auszulasten, wird ein Online-Buchungssystem sein, das noch in diesem Jahr installiert werden soll. Bisher musste man sich noch per Telefon oder direkt vor Ort anmelden.

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Zur Tennishalle

Die Tennis-, Squash- und Fitnesshalle auf der Mettnau wurde 1983 errichtet. Sie umfasst vier Tennisplätze, vier Squash-Räume, ein Fitnessstudio mit Sauna, einen Gastronomiebetrieb und zwei Wohnungen. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Jahr 1993 drohte der Anlage bereits schon einmal das Aus. Damals sollte das Gebäude von einer Kleiderfirma übernommen werden. (ja)