Bei einer Informationsveranstaltung hat die Stadtverwaltung Radolfzell interessierte Bürger über aktuelle Entwicklungen in der Stadt unterrichtet. Etwa 90 Personen nutzten die Möglichkeit, sich im Milchwerk auf den neuesten Wissensstand in verschiedenen Bereichen zu bringen. Einer dieser Punkte war die derzeitige Situation in der Radolfzeller Fußgängerzone. Immer wieder haben in der Vergangenheit Bürger den zunehmenden Verkehr in dem Bereich moniert. Das sieht man offenbar auch in der Stadtverwaltung so. Holger Vetter, Leiter des Ordnungsamt Radolfzell, konstatierte: „Wir müssen feststellen, dass immer mehr Fahrzeugverkehr in der Fußgängerzone stattfindet“.

Risiken für die Verkehrssicherheit

Die Folgen sind vielfältig: Das ganztägige Aufeinandertreffen von Fußgängern, Radfahrern und Fahrzeugen birgt Risiken für die Verkehrssicherheit. Denn schließlich fühlen sich Fußgänger in einer ausgewiesenen Fußgängerzone vermeintlich sicher vor Kraftfahrzeugen jeder Art. Aus diesem Grund „leidet die Innenstadt als Einkaufsbereich“, stellte Vetter fest. Auch die Gründe sind vielfältig.

Obwohl es nach Aussage der Stadtverwaltung ausreichend Parkplätze in und um die Innenstadt herum gibt, wird zunehmend innerhalb des Bereiches geparkt. Das sind mitunter Anwohner, aber auch andere Besucher der Innenstadt. Als ein eindrückliches Bildbeispiel nutzte Holger Vetter den zugeparkten Marktplatz an einem Sonntagmorgen durch die Kirchgänger. Diese befahren den Platz, als habe es eine Umstrukturierung der Innenstadt in den 80er Jahren zu einer Fußgängerzone niemals gegeben.

Vermehrte Kontrollen als letztes Mittel

Warum die Stadt diesen Zustand seit Jahren nicht durch rigorose Kontrollen ändert – diese Erklärung blieb der Leiter des Ordnungsamt während seiner Ausführungen schuldig. Denn genau diese Maßnahme dürfte die Falschparker schnell in die Spur bringen. Wer dreimal hintereinander an der gleichen Stelle ein „Knöllchen“ über mehrere Euro bekommen hat, der dürfte darüber nachsinnen, ob es nicht vielleicht Alternativen zu dem Standort gibt. Das Beispiel des Marktplatzes verdeutlicht vor allem eins: In Radolfzell haben sich Dinge eingeschliffen, die sich mit gutem Zureden und dem Appell an die Vernunft nur schwer beseitigen lassen.

Stadt setzt auf die Eigenverantwortung der Bürger

Doch genau das ist es, worauf die Stadtverwaltung auch in Zukunft setzen will. Zumindest konnte man den Ausführungen Holger Vetters entnehmen, dass man auf die Eigenverantwortung der Bürger, wie er es nannte, setzt. Die soll dazu führen, dass der gewerbliche und private Lieferverkehr wirklich nur dann in die Innenstadt einfährt, wenn dies zwingend nötig, beziehungsweise zulässig ist. Sozusagen als letztes Mittel zog er auch vermehrte Kontrollen und eine bauliche Nachsteuerung in Erwägung. Die beschlossenen Grundsätze erlauben künftig ein Befahren außerhalb der zugelassenen Zeiten (Montag bis Sonntag 6 bis 11 Uhr und 18 bis 20 Uhr) nur mit einer gebührenpflichtigen Ausnahmegenehmigung.

Weitere Themen am Bürgerinformationsabend

  • Bürgerumfrage 2019: In Kooperation mit der Universitat Konstanz wird im Oktober dieses Jahres eine Online-Befragung zur Darstellung eines kommunalen Meinungsbildes durchgefuhrt. Die Themenfelder sind hierbei: Mobilität, Sicherheit, Wohnen, Einkaufen, Kommunalpolitik und Bürgerbeteiligung. Die wissenschaftlich begleitete Burgerbefragung wird wichtige Hinweise fur die Stadtentwicklung und die Forschung der Universitat erbringen. „Wir brauchen diese Rückmeldung“ sagte OB Martin Staab. „Wir wollen unsere Stadt mit und für die Bürgerschaft strategisch weiterentwickeln“, führte er weiter aus. Dazu werden alle Radolfzeller Burgerinnen und Burger – ab 16 Jahren, mit erstem Wohnsitz in Radolfzell oder seinen Teilorten – schriftlich zur Teilnahme eingeladen. Auf diese Weise erhält man eine individualisierten Zugangscode zur Online-Umfrage.
  • Ausbau Mettnau-Kur: Kurdirektor und Geschäftsführer Eckhard Scholz stellte die Pläne für den Aus- und Umbau der Mettnau sowie der Hermann-Albrecht Klinik vor. Die Pläne sehen nach der Kritik im Gemeinderat und der Bürgerschaft eine Höhenreduzierung der geplanten Gebäude von fünf auf vier Stockwerke vor. Scholz machte vor allem deutlich, dass der anvisierte Bebauungsplan, über den der Gemeinderat in der kommenden Woche berät und entscheidet, keine zwingende Umsetzung der Pläne nach sich zieht. Er selbst geht davon aus, dass die Entwicklung- und Erweiterung der Kur in den kommenden Jahren immer wieder an die Erfordernisse angepasst werden müsse. Daher sei generell eine modulare Entwicklung vorgesehen. Über den Ist-Zustand ließ der Kurdirektor keinen Zweifel aufkommen: Die Kur und die Klinik leiden unter einen Sanierungsrückstand. (ja)

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