Es sind hohe Summen für insgesamt 3,5 Kilometer Radweg, die Oberbürgermeister Martin Staab dem Ausschuss für Planung, Umwelt und Technik des Radolfzeller Gemeinderats präsentierte. 904 000 Euro sollen die drei Maßnahmen kosten, denen der Ausschuss mit einer Gegenstimme zugestimmt hat.

Förderung soll 75 Prozent der Kosten begleichen

Doch ein Großteil könne durch Fördermittel beglichen werden, Staab rechnet mit verbleibenden Kosten von 225 000 Euro. "Es ist ein abgeschlossenes, wenn auch nicht ganz günstiges Maßnahmenpaket", sagte er. Ziel sei es, Radfahrer als normale Verkehrsteilnehmer auf die Straße zu bringen. Für eine rasche Umsetzung gehe es erstmal um Markierungen für Schutzstreifen im vorhandenen Straßenraum ohne bauliche Veränderungen:

Projekt 1: Ost-West-Verbindung

Zwischen Böhringer und Tegginger Straße sowie an der Konstanzer Straße sollen beidseitig Schutzstreifen eingerichtet werden. Der Gehweg soll dann nur von Fußgängern genutzt werden, wodurch einige Längsparkplätze für Autos entfallen. Die Maßnahme soll für eine Strecke von 2,5 Kilometer rund 220 000 Euro kosten. Die Sanierung der Konstanzer Straße, wo ebenfalls beidseitig ein Schutzstreifen eingeplant ist, soll den Weg durch die Kernstadt ab dem BEZ-Kreisel komplettieren. Die Stadtverwaltung möchte auch die offizielle Hauptradroute gen Singen über die Konstanzer Straße statt über Libellenweg und die Reichenaustraße führen. Christof Stadler (CDU) empfand diese Streckenführung als unbefriedigend, weil Radfahrer auf Höhe des Elefantenbrunnens wieder auf die Straße geführt würden. Laut Stadtplaner Manuel Jobi könne die Polizeibehörde das vertreten. Langfristig sei eine Querungshilfe geplant. OB Staab versicherte, dass hier nachjustiert werden soll.

Projekt 2: Höristraße

Wo Radfahrer bisher hinter parkenden Autos fahren, sollen sie künftig direkt neben der Straße und somit besser sichtbar gen West- und Innenstadt radeln. Die Parkplätze sollen an den Straßenrand verlegt und beidseitig Schutzstreifen markiert werden. Dafür rechnet die Stadt mit Kosten von 140 000 Euro für eine Strecke von 650 Metern. Walter Hiller (Freie Wähler) wünschte sich einen Zweirichtungsstreifen, was laut Baudezernatsleiter Thomas Nöken aber ein hohes Unfallrisiko birgt besonders im Kreuzungsbereich – "die Straßenverkehrsbehörde mag das nicht". In Böhringen würde man genau das abändern, deshalb würden solche Lösungen ausscheiden.

Projekt 3: Ortsmitte Böhringen

Die Ortsdurchfahrt soll sicherer und klarer werden, heißt es in der Sitzungsvorlage. Für rund 544 000 Euro sieht der Plan auf etwa 370 Metern einen Schutzstreifen auf der südlichen Fahrbahnseite zwischen Rickelshausener Straße und Rommelstraße vor, außerdem auf der Nordseite einen Schutzstreifen zwischen Hindenburg- und St. Nikolaus Straße. Der Zweirichtungsradweg zwischen Rommel- und Hindenburgstraße wird zum Einrichtungsradweg. Diese Variante wurde bereits im Ortschaftsrat beschlossen, erklärte Ortsvorsteher Bernhard Diehl (CDU). Wenn Radfahrer auf der Straße unterwegs seien, würde das auch den fließenden Verkehr etwas bremsen. Walter Hiller (Ferie Wähler) regte regelmäßige Verkehrskontrollen an: Wenn Fahrzeuge aus dem Weg seien, sei schon viel gewonnen.

Schon Ideen für nächste Maßnahmenpakete

Laut OB Staab wird es weitere Maßnahmenpakete geben. Ideen gab es bereits: Waltraut Fuchs (FGL) regte Rad-Abstellmöglichkeiten an und Walter Hiller (Freie Wähler) bessere Beschilderung. Letztere ist laut Stadtplaner Jobi absehbar: Das Land arbeite an einer Lösung, darauf wolle man aufbauen.