Nur ein paar Treppen muss man hinabsteigen, um in die schnuckelige Schokoladen-Fabrik von Silvia Scharmacher zu kommen. In ihrem Markelfinger Zuhause richtete sich die 66-Jährige einst eine kleine Pralinen-Manufaktur ein. Diese ist die ganz persönliche Spielwiese der leidenschaftlichen Trüffelchefin. Am Montagabend, 18. November, eröffnet Scharmacher ab 20 Uhr die Fortsetzung der Vortragsreihe „Markelfinger Köpfe“. Die Veranstaltung findet im Rathaus des Ortsteils statt.

„Wenn ich gefragt werde, wie ich zu der Schokolade gekommen bin, antworte ich immer: Es kam von oben.“ Silvia Scharmachers Schwiegervater war Konditormeister. Er liebte Süßes, so die 66-Jährige. Sie selbst dagegen habe sich nie wirklich für die Schokoladen-Produktion interessiert. „Er wollte immer, dass auch wir etwas in diese Richtung machen. Ich aber lehnte ab“, schildert sie. Und ergänzt: „Nach seinem Tod habe ich dann doch irgendwie damit angefangen. Ich glaube, es war zur Weihnachtszeit.“

Auf Umwegen zur Schokolade

Nach und nach arbeitete sich Scharmacher in die Thematik ein, fand fortan also doch noch Gefallen an der süßen Versuchung. Zehn Jahre ist das jetzt her, als in ihr eine verspätete Leidenschaft für Schokolade erwachte. Es folgten Weiterbildungen und Informationsreisen nach München und Straßburg, wie Silvia Scharmacher erzählt. „Nun wollte ich es genau wissen. Zu dieser Zeit meldete ich auch ein Gewerbe an. Es kamen immer mehr Leute, die nach meinen Pralinen fragten.“

Zum Angebot von Scharmacher zählen ihr zufolge ungefähr 30 Sorten. „Ich mache zum Beispiel auch individuelle Pralinen zu besonderen Anlässen. Neulich habe ich welche zu einer diamantenen Hochzeit gebacken – mit Herzen und den Initialien der Jubilare.“ Wenn es auf Weihnachten zugehe, stünden saisonale Produkte mit Lebkuchen, Gewürz, Zimt, Datteln, Feigen oder Nüssen auf der Bestellliste. Im Sommer dagegen habe Silvia Scharmacher nur ein kleines Sortiment. „Da essen die Leute ja auch Eis“, sagt sie mit einem Schmunzeln. Was bei den Kunden am beliebtesten ist? „Meine Löffelade, also Schokolade zum Löffeln.“ Das ist sogar ihre eigene Erfindung, verrät Scharmacher.

Mut zur kreativen Freiheit

Was zu ihrer Arbeit ebenfalls dazugehöre, sei Mut. „Manchmal werden die Pralinen nichts, aber einfach mal Ausprobieren und Experimentieren muss sein. Man darf da keine Angst haben“, ist Silvia Scharmacher überzeugt. Regelmäßig ist sie auf Märkten vertreten, wie etwa dem Radolfzeller Schokoladenmarkt von Donnerstag, 21. November, bis Samstag, 23. November.

Das könnte Sie auch interessieren