Nach umfangreichen Ermittlungen soll es der Polizei am Donnerstagnachmittag gelungen sein, zwei Männer festzunehmen, die als falsche Polizeibeamte unterwegs gewesen sein sollen.

Die beiden 22 und 25 Jahre alten Tatverdächtige seien laut Bericht der Polizei extra aus Norddeutschland nach Radolfzell angereist, um dort Goldmünzen im Wert von über 125.000 Euro bei einem älteren Ehepaar entgegen zu nehmen – angeblich sollten die Münzen auf ihre Echtheit überprüft werden.

Die echten Polizeibeamten seien allerdings rechtzeitig zur Stelle, griffen zu und nahmen die beiden Tatverdächtigen vorläufig fest.

Älteres Ehepaar sollte getäuscht werden

Tage zuvor sei das Rentnerehepaar mit der bekannten Betrugsmasche „falscher Polizeibeamter“ von Unbekannten angerufen worden. In langen Telefonaten und durch geschickte Gesprächsführung sollen die beiden getäuscht und schließlich dazu überredet worden sein, die Goldmünzen zur Prüfung auf Echtheit an die Polizei zu übergeben. Hierzu sollte man die Münzen in eine Tasche stecken und sie den zwei Polizisten übergeben, die gleich vorbeikommen werden.

Durch die Ermittlungsarbeit der Polizei soll der beabsichtigte Betrug aufgeflogen sein und das Ehepaar konnte vor einem großen finanziellen Schaden bewahrt werden. Beide Tatverdächtige werden am heutigen Freitag dem Haftrichter vorgeführt.

Tipps der Polizei

Die Polizei gibt folgende Tipps, wie Betroffene bei Anrufen vermeintlicher Polizeibeamter reagieren sollen:

  • Die Polizei wird niemals um Geldbeträge oder Wertsachen bitten
  • Die Polizei wird niemals Gold oder andere Wertsachen und Bargeld nach der Echtheit überprüfen
  • Die Polizei ruft niemals unter der Polizeinotruf-Nummer 110 an, das tun nur Betrüger!
  • Wenn man unsicher ist, soll man die Nummer 110 wählen. Dabei soll man aber nicht die Rückruftaste benutzen, da Sie sonst wieder bei den Betrügern landen.
  • Man kann sich aber auch an das örtliche Polizeirevier wenden und den Beamten von den Anrufen erzählen.
  • Am besten ist: Nummer der örtlichen Polizeibehörde sowie die Notrufnummer 110 griffbereit am Telefon haben, damit man im Zweifelsfall selber wählen kann.
  • Am Telefon nie über persönliche und finanzielle Verhältnisse reden
  • Am Telefon nicht unter Druck setzen lassen und einfach den Hörer auflegen
  • Auflegen sollte man: wenn man nicht sicher ist, wer anruft und der Anrufer nach persönlichen Daten und finanziellen Verhältnissen fragt, z.B. ob man Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände im Haus hat, wenn der Anrufer einen auffordert, Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände herauszugeben bzw. Geld zu überweisen, insbesondere ins Ausland, wenn der Anrufer einen unter Druck setzt, oder einen dazu auffordert, zu Fremden Kontakt aufzunehmen, z.B. zu einem Boten, der Geld und Wertsachen mitnehmen soll.
  • Informationen zu dem Betrugsphänomen „Falscher Polizeibeamter“ sowie zu weiteren Betrugsmaschen und Tipps, wie man sich schützen kann, finden sich auf den Internetseiten der Polizeilichen Kriminalprävention unter www.polizei-beratung.de.