Mit circa 625 Hektar Fläche besitzt das Dorf auf dem Berg, Liggeringen das größte Jagdgebiet Radolfzells. Dieser sogenannte Jagdbogen muss gepflegt werden. Seit jeher sorgen Jäger dafür, dass der Bestand an Wildtieren nicht überhandnimmt. In der Ortschaftsratssitzung wurde deshalb über die Vergabe der Jagdpacht beschlossen. Die Verträge laufen zum 31. März aus und müssen neu beschlossen werden.

Ortschaftsrat vertraut bisherigen Pächtern

Auf eine Fläche gab es zwei Bewerber. Einstimmig war der Ortschaftsrat dafür, dass man bestehendes, das sich bewährt habe, nicht ändern sollte und so wurde die Jagdpacht ein weiteres Mal an die derzeitigen Pächter vergeben. Diese seien, erklärte Liggeringens Ortsvorsteher Hermann Leiz, mit ihrer Pacht zufrieden.

Einziger Grund zur Beschwerde sei der angestiegene Bestand an Schwarzwild und Rabenkrähen, die Saatgut zerstören würden. "Seit Jahren haben wir schon das Problem, dass wir zu viel Wild haben", berichtete Ortsvorsteher Leiz im Ortschaftsrat. Er schreibt die Steigerung des Wildtierbestandes nicht nur der Abwesenheit von natürlichen Feinden zu, sondern macht auch dem Klimawandel. Milde Winter machten es den Jägern schwer, den Spuren der Tiere zu folgen.

Zahl der Wildunfälle nimmt zu

Nichtsdestotrotz würde viel unternommen, um den Wildtierbestand konstant zu halten. Was grausam klingt, sei jedoch notwendig, so Leiz. Denn viele Tiere brauchen auch viel Nahrung. Leider stehen auf dem Speiseplan von Schwarzwild und Co. oft Jungpflanzen. Immer häufiger komme es auch zu Wildunfällen.

Suche nach Gegenmittel gegen die Leerstände

Der Ortschaftsrat befasste sich auch mit den Leerständen im Dorfkern. Viele Häuser würden leerstehen, weil sie noch in den Landwirtschaftsbestand der Besitzer eingerechnet würden. Ein Verkauf der Immobilien würde eine erhebliche Steuerlast bedeuten, weshalb viele davor zurückschrecken würden, "oder die Preise für diese Immobilien werden einfach zu teuer".

Leiz glaubt, eine Bezuschussung aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum des Landes Baden-Württemberg oder von der Stadt Radolfzell könne Abhilfe schaffen.