Im Böhringer Ortschaftsrat machen Räte und Bürger ihrem Ärger Luft, dass die geplante einfache Umgestaltung der Ortsdurchfahrt auf sich warten lässt und die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern dadurch auf der Strecke bleibt.

„Es ist Gefahr im Verzug“

Die Situation für Radfahrer und Fußgänger entlang der Böhringer Ortsdurchfahrt ist seit vielen Jahren ein Dauerthema. Da ist zum einen der stellenweise desolate Zustand des Rad- und Fußwegs, bedingt durch die Bäume, deren Wurzeln das Pflaster zur Stolperfalle aufwerfen.

„Hinzu kommt jetzt das rutschige Herbstlaub. Es ist Gefahr in Verzug“, machte Gemeinderat Jürgen Keck deutlich, der an der jüngsten Sitzung teilnahm. „Immer wieder mahnen wir den desolaten Zustand an und es passiert nichts. Warum funktioniert das nicht?“, schob Ortschaftsrat Peter Lingg (CDU) nach, der schon mehrfach das Entfernen der Bäume gefordert hat.

Bäume sind wertvoll für das Klima

Ortsvorsteher Bernhard Diehl wies darauf hin, dass der Wert eines einzigen dieser großen Bäume klimatechnisch mit 30 000 Euro bewertet werde und es momentan nur in Frage komme, die Pflastersteine zu flicken. „Wir sind mit dem Tiefbauamt im Gespräch. Mehr kann ich Ihnen nicht sagen“, erklärte er.

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Das Thema schwappte in die Bürgerfragestunde über, wo sich Volker Waller erkundigte, warum die vor eineinhalb Jahren vorgestellte einfache Umgestaltung der Ortsdurchfahrt nicht in die Gänge komme, obwohl Oberbürgermeister Martin Staab beim OB-Stammtisch eine schnelle Umsetzung angekündigt habe. Zumal der konfliktreiche Rad- und Fußweg vor den Geschäften eine große Gefahr darstelle.

Maßnahmen für 2020 angekündigt

„Die Pläne für den Bereich zwischen der Ampelanlage an der Kirche und der ehemaligen Apotheke sind in der Schublade, die Gelder kommen und die Maßnahmen im Umfang von 530 000 Euro werden nächstes Jahr umgesetzt, inklusive einer barrierefreien Bushaltestelle“, informierte Ortsvorsteher Bernhard Diehl.

Die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt mit der beschlossenen kostengünstigen Kombilösung sei entkoppelt von der Aufnahme des Ortteil-Entwicklungskonzeptes in das Landessanierungsprogramm, versicherte er.

Die Pläne im Detail

Bei der geplanten Umgestaltung der Böhringer Ortsdurchfahrt geht es vor allem um die Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger im Kernbereich zwischen Sankt-Nikolaus-Straße und Rommelstraße, insbesondere vor der Bäckerei und Metzgerei, wo ein stark genutzter Zweirichtungsradweg immer wieder Konflikte erzeugt und Fußgängern nur wenig Raum lässt.

Verwaltung und Ortschaftsrat haben sich im vergangenen Jahr auf eine kostengünstige Kombilösung geeinigt, die auf der südlichen Fahrbahnseite Richtung Kernstadt einen durchgängigen 1,50 Meter breiten Schutzstreifen für Radfahrer vorsieht, ebenso auf der Nordseite im Teilbereich zwischen Hindenburgstraße und Sankt-Nikolaus-Straße, in den auch der Konfliktbereich vor den Geschäften fällt. Zwischen Rommelstraße und Hindenburgstraße wird der bisherige Zweirichtungsradweg zum Einrichtungsradweg.

Querungen sind an den Ampelanlagen bei der Kirche und an der ehemaligen Apotheke möglich. Mit den Schutzstreifen-Markierungen verringert sich die Fahrbahnbreite der Ortsdurchfahrt auf 4,50 Meter. Im Kurvenbereich zwischen Aachweg und Hindenburgstraße soll sie auf Empfehlung der Polizei zur Sicherheit vor unbedachten Überholvorgängen und plötzlichem Gegenverkehr auf sechs Meter verbreitert werden.