Der Ausblick über die Dächer Radolfzells und die reizvolle Landschaft des Bodensees und des Hegaus haben am Sonntag mehrere hundert Bürger zu einem Besichtigungstermin gelockt. Die ersten Neugierigen waren bereits gegen 10.30 Uhr am Turm, eine halbe Stunde vor der angekündigten Öffnung. Und nach einer Stunde zählte Ursula Sohst, die künftige Betreiberin des Hotels, am Eingang rund 250 Besucher.

Das Aquaturm Hotel im ehemaligen Wasserturm des Milchwerks ragt über 50 Meter in die Höhe und verspricht aus den Räumen einer künftigen Suite einen traumhaften Blick über die Stadt und die Landschaft. Vor allem die Tatsache, dass man den Blick mühelos und ungehindert in alle Richtungen schweifen lassen kann, macht den Turm schon jetzt zu einem einmaligen Erlebnis.


Aber auch die Technik des weltweit ersten Plusenergie-Hochhauses mit einem Hotel (siehe Infokasten) hat die Besucher an beiden Veranstaltungen in den Bann gezogen. Denn hinter der mit Solarpanelen verdeckten Fassade steckt außerordentlich viel innovative Technik, die vermutlich erst in einigen Jahren den Stand der Dinge in der Gebäudetechnik darstellen werden. Der Investor und Bauherr Jürgen Räffle und seine beiden Söhne haben mit einem Fensterhersteller Spezialkonstruktionen für den Aquaturm entwickelt, um eine maximale Wärmedämmung zu erzielen. Denn der Turm ist nicht nur auf vielfältige Weise der Energiegewinnung getrimmt – hier werden Photovoltaik, Erdthermie und Windkraft gleichzeitig genutzt – sondern auch auf eine möglichst geringen Bedarf an Energie.

In praktisch allen Bereichen des künftigen Hotels versteckt sich hinter der eleganten Hülle ausgeklügelte Technik. Spezialarmaturen im Bad, riesige Wasserspeicher im Fuß des Turms oder pfiffige Details, die in den zum Teil runden oder spitz zulaufenden Zimmern ihren Einsatz finden. All das konnten gestern die Besucher am Tag der offenen Tür im Ansatz erkennen. Jürgen Räffle, seine beiden Söhne und seine Lebenspartnerin Ursula Sohst, luden die Besucher ein, durch verschiedene Etagen des Gebäudes zu schweifen, dass die Silhouette der Stadt Radolfzell künftig prägen wird.

Die große Neugier der Besucher ist sicherlich auch dem Umstand geschuldet, dass sich der Aquaturm seit nunmehr acht Jahren im Umbau befindet. Das möchte man schon einmal wissen, wie so etwas genau aussieht. Die meisten der Besucher waren von dem Gebäude in positiver Weise überrascht. Auch die Nachbarn aus der unmittelbaren Umgebung nutzten den Termin, sich ein Bild von dem Turm zu machen.

Nachfolgend ein Video von unserem Mitarbeiter Günter Köhler

Pünktlich zum „Tag der offenen Tür“, konnten die Bauherren und Eigentümer schon einen Teil des Gerüstes abbauen, so dass sich für die Besucher auf der Außenterrasse ein unverstellter Blick auf die Stadt und die Umgebung ergab. Viele ließen den Moment nicht ungenutzt, um sich über die zukünftigen Möglichkeiten eines Besuches im Hotel oder dem Café zu informieren. Vor allem die Tatsache, dass das Café über eine Anmeldung zu besuchen ist, beruhigte viele der Neugierigen. „Wir wollen die Radolfzeller hier hochbringen“, sagte Bauherr und Investor Jürgen Räffle, „das gehörte von Anfang an zu unserem Konzept“.

 

Plus-Energie-Hochhaus

Aquaturm Hotel: Der Turm, der ursprünglich eine Höhe von rund 25 Metern besaß, wird nach seiner Fertigstellung knappe 50,50 Meter hoch sein. Über 14 Geschosse erstreckt sich die Nutzung. Insgesamt wird er 2500 Tonnen wiegen und ist in 15 Metern Tiefe gegründet. An der Fassade werden rund 100 Kilowattstunden Strom über Solarpaneele produziert. Eine Windturbine auf dem Dach und Erdthermie im Untergrund des Turms versorgen den Bau ebenfalls mit Strom und Wärmeenergie. Bei dem Gebäude handelt es sich um das weltweit erste Plus-Energie-Hochhaus. Das Hotel wird in 15 Doppelzimmern, einer Suite und 4 Einzelzimmern Platz für maximal 36 Personen bieten. Der Frühstücksraum des Garni Hotels in 33 Metern Höhe besitzt eine große Außenterrasse. Der Raum soll auch für Vermietungen zur Verfügung stehen. (ja)