Das neue Parkraumkonzept, das jetzt gegenüber der Presse vorgestellt wurde, soll die Verkehrsströme in der Stadt verbessern. Das Problem hat sich in den vergangenen Jahren durch ein Anwachsen der Bevölkerung und den zunehmenden Tourismus verstärkt. Im Gemeinderat werden seit Jahren mehr stadtnahe Parkplätze gefordert. Das Konzept sieht zu einer Verbesserung der Situation die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) sowie eine höhere Zahl von Parkplätzen in der Innenstadt vor.

"Wir haben uns zwei Dinge vorgenommen: Wir wollen ein Umdenken für nachhaltigen Verkehr und den ÖPNV stärken", sagte Oberbürgermeister Martin Staab. Um das zu erreichen, wurden mehr Parkplätze in die Bewirtschaftung aufgenommen und die Preise für eine Busfahrt auf einen Euro reduziert. Als Faustformel gilt für die Zukunft, dass für einen Euro einen Stunde lang geparkt werden kann oder alternativ ein Euro für eine Busfahrt bezahlt wird. Das neue Parkraumkonzept (der SÜDKURIER berichtete), das ab 1. August wirksam wird, sieht steigende Preise für einen Parkplatz vor, je näher man der Altstadt kommt. Am günstigsten parkt man also auf dem Messeplatz und am ehemaligen Güterbahnhof. Dort ist die Parkzeit nicht beschränkt.

Im Zentrum der Stadt gibt es künftig vier Zeitzonen. Für die Kurzparker am Bahnhof und der Postfiliale an der Konstanzer Straße sind kostenlose Parkbereiche für maximal 15 Minuten eingerichtet. Im Einzelfall muss sich zeigen, ob das ausgearbeitete Konzept funktioniert. Thomas Nöken, stellvertretender Fachbereichsleiter Stadtplanung und Baurecht, ist jedoch zuversichtlich: "Es wird Verschiebungen geben", sagte er. Faktisch sind alle, die regelmäßig länger als vier Stunden an einem Platz stehen, dazu genötigt, eine Wochen-, Monats- oder Dauerparkkarte zu lösen. Die Monatskarte kostet auf den dafür ausgewiesenen Flächen 60 Euro pro Monat (Ausnahme: 30 Euro auf dem Messeplatz und den ehemaligen Güterhallen).

Der Kaufpreis schafft gleichwohl keine Sicherheit. "Nicht jeder Dauerparker wird eine Fläche haben, die für ihn reserviert ist", führt Thomas Nöken aus. Wenn man etwa auf dem Parkdeck an der Friedrich-Werber-Straße keinen Platz findet, muss man im Zweifel die anderen Dauerparkplätze anfahren. Dennoch ist er davon überzeugt, dass das System für ausreichend Stellplätze sorgt. "Sie können davon ausgehen, dass auf dem Messeplatz ab dem 1. August immer Plätze frei sind", sagt er. Ohnehin ist die Neuregelung auf eine Veränderung des Nutzungsverhalten ausgelegt: "Wir haben die Parkgebühren angehoben, damit sich die Pendler andere Lösungen suchen", erklärt Thomas Nöken. Während die Bewohner der Altstadt berechtigt sind, vergünstigte Dauerparkscheine zu lösen, werden andere Innenstadtbewohner in die Röhre schauen. Sie werden durch die Bewirtschaftung nicht mehr in Hausnähe parken, sondern ihr Fahrzeug auf den Dauerparkpflächen abstellen müssen.

"Wir gehen davon aus, dass mancher vielleicht doch eine Parkfläche bei sich schafft", sagt OB Martin Staab dazu. Nach zwei Jahren will man das Konzept erneut auf den Prüfstand stellen.

Dauerparkplätze

  • Parkzone 1 (Parkdeck Friedrich-Werber Straße, Parkplatz Kapuzinerweg, Tiefgarage Untertor): je Stunde 1 Euro, 7 bis 24 Stunden: 8 Euro, eine Woche 20 Euro, ein Monat 60 Euro.
  • Parkzone 2 (ehemaliger Güterbahnhof, Messeplatz, Parkplatz Herzen): je Stunde 1 Euro, 7 bis 24 Stunden: 8 Euro, eine Woche 15 Euro, ein Monat 30 Euro.
  • Strandbad: je Stunde 1 Euro, 4 bis 24 Stunden: 5 Euro
  • Der Tarif soll ab Herbst 2017 auch für das Seehäsle bis Stahingen gelten, bisher kostet die Strecke 2,45 Euro.