Mit einem neuen Eigentümer kommt jetzt in Markelfingen die Hoffnung auf, dass das ehemalige Ausflugslokal und Hotel Kapelle wieder neu belebt wird. Denn der ehemalige Betreiber des Campingplatzes in Markelfingen, Edmund Weber, möchte genau das tun. Er hat das Gebäudeensemble bereits von dem Singener Bauunternehmer Meszaros erworben und seine Idee im Planungsausschuss der Stadt Radolfzell als auch im Ortschaftsrat von Markelfingen vorgetragen.

Privatinvestor möchte ein Hotel mit 14 Zimmern

Ihm schwebt ein kleines Hotel mit 14 Doppelzimmern vor sowie eine Gastronomie, die eventuell auch getrennt vom Hotel betrieben werden könnte. Dazu soll auch wieder die schön gelegene Sommerterrasse aktiviert werden, die durch südwestliche Ausrichtung einen idealen Blick über den Untersee und Radolfzell bietet. Mit seinem Konzept wären zudem nur sehr überschaubare bauliche Veränderungen verbunden. Einzig ein zurückgesetztes Teilstockwerk auf dem Bestandsgebäude wäre dafür nötig.

Singener Vorbesitzer wollte einen großen Komplex bauen

Damit weicht er erheblich von den Plänen des Vorbesitzers Meszaros ab, der mit rund 80 Zimmern und einem aufwändigen Umbau eine sehr ambitionierte Idee verfolgte. Einzig das Wohlwollen der Radolfzeller Bürger und des Markelfinger Ortschaftsrates blieb ihm verwehrt, weshalb seine Pläne nie umgesetzt wurden. Das Konzept von Edmund Weber könnte durchaus auf weitaus mehr Gegenliebe stoßen, denn eigentlich möchte er genau das umsetzen, was sich viele Markelfinger jahrelang gewünscht haben. Einen Ersatz für die Kapelle, die ein echter Anziehungspunkt in Markelfingen war und seit dem Jahr 2007 nicht mehr betrieben wurde.

Edmund Weber verbindet emotionale Erinnerungen mit dem Ort

Sollte seine Idee auch in den zuständigen Gremien Anklang finden, würde sich auch für Edmund Weber ein Kreis schließen. Denn der gebürtige Markelfinger käme dann wieder an seinen Ursprungsort zurück. Und die Kapelle liegt ihm auch noch aus einem anderen Grund am Herzen: "Hier habe ich sogar selbst geheiratet", verrät er. Zwischenzeitlich hat er zunächst den Campingplatz in Markelfingen zehn Jahre lang und anschließend 17 Jahre lang den Campingplatz in Engen betrieben.

An Erfahrung mit dem Umgang von Touristen mangelt es ihm also nicht. Außerdem würde für ihn persönlich ein Wunsch in Erfüllung gehen. "Dann kommen Leben und Arbeiten wieder zusammen", sagt er. Das Hotel mit Gastronomie möchte er zusammen mit seiner Lebenspartnerin praktisch als Familienbetrieb führen.

Historische Kapelle soll erhalten bleiben

Bis es dazu kommt, wird es jedoch ein wenig dauern. Es finden zwar gerade bereits die ersten Arbeiten am Objekt statt, die sind jedoch nur zum Erhalt der historischen Kapelle notwendig. Das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert muss im Dachbereich dringend saniert werden, weil dort über Jahre Wasser eingedrungen ist und das Holzgebälk beschädigt hat. Alle anderen Arbeiten – falls es denn dazu kommt – werden frühestens Ende des Jahres in Angriff genommen. So lange wird es laut Edmund Weber in jedem Fall dauern, bis alle notwendigen Genehmigungen eingeholt sind. Konkrete Zahlen und differenzierte Pläne liegen ebenfalls noch nicht vor. "Der Architekt liefert sie im April oder Mai", lässt Weber schon einmal wissen. Einen realistischen Zeitpunkt für die Inbetriebnahme des neuen Hotels sieht er nicht vor dem Jahr 2021.