Der Böhringer Musikverein hat einen neuen Vorsitzenden: Er heißt Peter Lingg. Der aktive Musiker und CDU-Ortschaftsrat wurde zum Nachfolger von Helmut Arndt gewählt, der nach 14 Jahren nicht mehr kandidierte. Als neuer Kassier geht Tobias Schellinger an den Start. Er folgt auf Andreas Erne, der seinen Posten nach achtjähriger Tätigkeit abgab. In seinem Amt als dritter Vorsitzender bestätigt wurde Florian Schwarz.

Die Wahlen für diese gewichtigen Ämter gingen bemerkenswert schnell über die Bühne – einstimmig und per Handzeichen in nur wenigen Minuten. Ebenso einig war man sich in der gut besuchten Versammlung darin, Helmut Arndt für seine Verdienste zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen. Dies soll im festlichen Rahmen des Frühjahrskonzertes am 25. April geschehen, wie unter Beifall bekanntgegeben wurde.

Wechsel an der Vereinsspitze: Der scheidende Vorsitzende Helmut Arndt (links) freut sich, mit dem aktiven Musiker Peter Lingg (rechts) einen kompetenten Nachfolger gefunden zu haben.
Wechsel an der Vereinsspitze: Der scheidende Vorsitzende Helmut Arndt (links) freut sich, mit dem aktiven Musiker Peter Lingg (rechts) einen kompetenten Nachfolger gefunden zu haben. | Bild: Kupferschmid

Gute Jugendarbeit zahlt sich für den Verein aus

Stolz ist der Verein auf seine engagierte Jugendarbeit. 31 Zöglinge stehen in Kooperation mit der Musikschule Radolfzell in Ausbildung, 17 davon spielen in der Jugendkapelle. Auch Ausflüge, Hüttenaufenthalte und andere Unternehmungen organisiert das vierköpfige Team um Jugendleiterin Denise Tauberschmitt, die auch Bezirksjugendleiterin ist und etliche Fortbildungen für diese Aufgaben absolviert.

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„Wir freuen uns, dass unsere Jugend alles selbstständig und in hervorragender Weise managt“, lobt Helmut Arndt die Verantwortlichen. Nur so könne Nachwuchs für die Aktiven sichergestellt werden – wie in diesem Jahr, in dem sechs der sieben Neuaufnahmen aus den eigenen Reihen kommen.

Junge Musiker werden ausgezeichnet

Auch Jürgen Schröder, stellvertretender Präsident des Blasmusikverbandes Hegau-Bodensee, pflichtete dem Verein bei, der Jugendarbeit weiterhin ein starkes Gewicht zu geben. So freute er sich, mehrere junge Musikerinnen und Musiker bereits als verdienstvolle Jubilare auszeichnen zu können.

Jürgen Schröder, stellvertretender Präsident des Blasmusikverbandes Hegau-Bodensee (links), ehrt drei Jubilare für langjähriges Musizieren und besondere Verdienste im Musikverein Böhringen: Julian Schneider, Verena Arndt und Jessica Schlosser werden im Beisein von Helmut Arndt (rechts) ausgezeichnet.
Jürgen Schröder, stellvertretender Präsident des Blasmusikverbandes Hegau-Bodensee (links), ehrt drei Jubilare für langjähriges Musizieren und besondere Verdienste im Musikverein Böhringen: Julian Schneider, Verena Arndt und Jessica Schlosser werden im Beisein von Helmut Arndt (rechts) ausgezeichnet. | Bild: Kupferschmid

Schriftführerin Verena Arndt, früher auch Jugendleiterin, erhielt eine Doppelauszeichnung – für zehnjährige Vorstandstätigkeit die Verdienstnadel in Bronze und für 20-jährige Aktivität als Musikerin die Silberne Ehrennadel des Blasmusikverbandes. Für 20-jähriges Musizieren wurde auch Jessica Schlosser ausgezeichnet. Julian Schneider erhielt für zehn Jahre Musizieren die bronzene Ehrennadel.

Wunsch nach mehr Wertschätzung

Jürgen Schröder nutzte seinen Besuch in Böhringen jedoch auch für ein paar offene Worte: „Die Musik ist immer da! Ich wünsche mir, dass die Arbeit und die Leistung der Musikvereine für die Öffentlichkeit stärkere Wertschätzung erfährt.“

Dirigent Marco Geigges zog ein positives Fazit aus seinem ersten Jahr in Böhringen. Zwar gebe es bei einem Probenbesuch, der unter 70 Prozent liege, noch viel Luft nach oben, aber die intensive, „sportliche Probenarbeit“ habe sich trotz allem für das Frühjahrskonzert und das gelungene Adventskonzert ausgezahlt. Die Programme mit unregelmäßigen Taktdaten seien für beide Konzerte große Herausforderungen gewesen, räumt er ein.

Breites Programm von Störtebeker bis Disney

Insgesamt kam man im vergangenen Jahr auf 42 Gesamtproben und 16 Registerproben. Auch beim Frühjahrskonzert am 25. April gelte es, den ein oder anderen „musikalischen Brocken“ zu meistern, machte er deutlich. Unter anderem kündigte er ein Stück zum Mythos Störtebeker an, „Hobbits“ aus „Herr der Ringe„ und Melodien aus der Neuverfilmung von Disneys „König der Löwen“.

Erste Amtshandlung des neuen Vorsitzenden Peter Lingg war die Verabschiedung von Werner Schwanz aus der Musikkapelle. 26 Jahre lang war er dort Posaunist und in den Anfängen auch vier Jahre lang als Schriftführer in der Vorstandschaft tätig gewesen. Er bleibt dem Verein jedoch in der Seniorenkapelle erhalten.

Viele Auftritte stehen wegen Corona-Krise auf der Kippe

In seinem Vorausblick kündigte Peter Lingg als Höhepunkt die geplante Konzertreise nach Istres an, wo der Musikverein Böhringen vom 18. bis 22. Juni bei der „Fête de la musique“ die Partnerstadt Radolfzell vertritt. Neben der Eröffnung der Deutschen Meisterschaft der Ringer am 3. April in der Unterseesporthalle und den örtlichen Auftritten übers Jahr stehen auch wieder zahlreiche Gastauftritte auswärts an. Ein sehr bewegtes Jahr, das schnell ruhig werden könnte.

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Ortsvorsteher Bernhard Diehl sprach dem scheidenden Vorsitzenden seinen Dank für die über Jahre hinweg gute Zusammenarbeit aus. Bezüglich der vielen Auftritte und Veranstaltungen, die im Zeichen des Corona-Virus auf der Kippe stehen, appellierte er an die Mitglieder, „das Ganze besonnen zu ertragen. Wir können nichts ändern!“