Radolfzell Musiker schauspielern für Radolfzeller Filmdreh

Die Band Remember erzählt in einer Multimedia-Reportage den Zuschauern etwas über Radolfzell. Regisseur Rainer Jörger porträtiert in seiner Reihe Städte.

Radolfzell – Nach mehreren Runden im Hafenbecken ist der Dreh für die „Radolfzeller Stadtgeschichten“ im Kasten. Die Band Remember war mit dem Boot Mary in den Yachthafen gestochen. Just, nachdem eine Großübung der Feuerwehr die Aufnahmen an der Mole vereitelte und Regisseur Rainer Jörger sich eine Alternative überlegen musste. "Gut geplant ist halb gedreht", sagt er und so verlegte er den geplanten Dreh schnell an einen anderen Ort.

Auch wenn bei steifer Brise und Sonnenschein am Samstagvormittag im Yachthafen große Geschäftigkeit herrschte – einige Boote traten bereits den Landweg in die Winterquartiere an –, waren die Aufnahmebedingungen sehr gut. Zwischen den Booten im Anhänger und dem Kompressorlärm der Hochdruckreiniger bahnte sich die Film-Crew ihren Weg zur Hafeneinfahrt und die Band machte die Leinen los. An der Hafeneinfahrt positionierten Rainer Jörger, Heiko Rombach und Regieassistent Nico Wolf die Kamera, das Tablet für die Synchronisierung von Bild und Ton und den Verstärker für das Playback – ein Verfahren, bei dem der Ton vorher aufgenommen und später zum Bild abgespielt wird. Warum Playback? „Die Nebengeräusche erschweren die Aufnahmen. Wenn ein Flugzeug über uns fliegt, habe ich das Dröhnen auf der Tonspur“, erklärt Jörger. Und die Band müsste ohne elektronisch verstärkte oder mit akustischen Instrumenten spielen. Für das Lied „Oh Radolfzell“ taten die Musiker also, als ob sie musizierten: Sänger Reiner Geppert bewegte seinen Mund, ihm folgten zum Rhythmus der Musik und Instrumente schwingend Thomas Rombach an der Akustik-, Will Kutter an der E-Gitarre, Wolfgang Uhl am Bass und Rainer Wetzel an der Trommel.

Und so lief die Band, die seit 20 Jahren Musik macht, musizierend über einen Zebrastreifen in Radolfzell oder sang im Grünen.

Für die insgesamt acht bis zehn Filmreportagen müssen die Filmsequenzen bearbeitet werden, was ungefähr ein Jahr dauert: Jörger sichtet viel Filmmaterial, wählt Szenen aus und schneidet sie, legt die Tonspur unter den Film und vieles mehr. Neben den technischen Kenntnissen hat Rainer Jörger viel Erfahrung, wenn er Menschen aufnimmt, die selten in den Medien erscheinen. Bereits 28 Stadtgeschichten hat er gedreht und legt großen Wert darauf, mit Schauspiel-Laien zu drehen: Sie kennen oft spannende Geschichten und zeigen eine Stadt aus einer anderen Perspektive.

Nachdem er viele Jahre als Bildjournalist für die Deutsche Presse Agentur und andere Zeitungsagenturen – zum Teil als Kriegsberichterstatter – gearbeitet hatte, eröffnete sich für ihn in Waldshut-Tiengen 2010 ein leichteres, neues Medien-Format: Stadtgeschichten in einer Mischung aus Filmreportage und Live-Show. „Im ersten Jahr ist es schwer zu vermitteln, was ich mache“, sagt er, aber für Waldshut-Tiengen hat er bereits die siebte Multimedia-Reportage gedreht.

Die Filmreportage über Radolfzell ist am 14. und 15. April 2018 im Milchwerk zu bewundern. Dann will Jörger seinen Film mit Live-Musik kombinieren.

Geschichten der Stadt

Die "Radolfzeller Stadtgeschichten" sind eine Multimedia-Reportage von Regisseur Rainer Jörger. In ihr stellt er die Band Remember vor, lässt Kinder Nachrichten vorlesen und berichtet über das Lebendschach-Spektakel und Doxcity aus dem Jubiläumsjahr. Bewusst nach dem Stadtjubiläum präsentiert, können die Radolfzeller am 14. und 15. April 2018 im Milchwerk ihre Stadt dabei aus ungewohnter Perspektive betrachten und hier und da auf das Jubiläum zurückblicken. Rainer Jörger erarbeitet die Multimedia-Reportage im Auftrag der Stadt Radolfzell. Der SÜDKURIER ist Medienpartner der „Radolfzeller Stadtgeschichten“. (chg)

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