Auf ihrer langen Tournee durch Frankreich, Österreich, Deutschland und die Schweiz haben sie fast 30 Konzerte gegeben, aber an der Alten Konzertmuschel auf der Mettnau begeistert sie der ruhig daliegende See und das aufmerksam und leise lauschende Publikum: Das Tzigan Gypsy Tango Trio aus Argentinien ist restlos begeistert vom Ambiente, in dem die Zeller Kultur ihre Summer Nights präsentiert.

Dabei war mit dem zeitgleichen „Rock am Segel“ Konkurrenz angesagt. Kein Problem: Die Stühle rund um den ausgelegten Tanzboden waren voll besetzt. Vom südamerikanischen Trio, das Tango und Gypsy Sound bestens verquickte, konnte man sich am lauen Sommerabend zum Tanzen und Träumen verführen lassen.

Emotionale Geigen-Passagen

Wenn David Macchione seine Geige schluchzen lässt, virtuos die Lagen und quirlig die Rhythmen wechselt, wenn Gitarrist Alejandro Montero die Bordun-Akkorde schlägt und Ivan Sans am Akkordeon die Violin-Melodie aufgreift, weiterführt und variiert, dann reißt die Musik die Zuhörenden mit, und hin und wieder wagt der eine oder andere ein Tänzchen dazu. Sie spielen traditionelle instrumentale Musik, singen auch in Russisch oder Romani.

Das Trio lässt einen Sog entstehen

Die osteuropäischen Roma sind ihre Wurzel, aber ihr Herz gehört auch nach Argentinien, wo sie leben und ihre Leidenschaft für den Tango pflegen. „Without Return“ ist ein melancholischer Tango, bei dem die Violine lange Solo-Passagen im hohen Flageolett spielt, das wie eine schluchzende Frauenstimme klingt.

Aber wenn der Gitarrist seine Gitarre nach Flamenco klingen lässt, der Geiger statt seines Instruments eine kleine Trommel schlägt und mit ihr Windsausen simuliert, das Akkordeon zu immer schneller werdenden Rhythmen aufruft, dann entfacht das Trio ein Feuerwerk, dem man sich nicht entziehen kann.

Heftig erklatschte Zugaben

Das Publikum geht mit, klatscht oder entert, wie im letzten Piazzolla-Tango, zahlreich die Tanzfläche. Und als die Mücken zur Plage werden – Ivan Sans: „The mosquitos are eating us“ (“Die Mücken fressen uns auf“) – springt ein Besucher auf und spendiert den Musikern sein Mückenspray. So sind zwei heftig erklatschte Zugaben sicher!