Das Konzert der Gustav Peter Wöhler Band im Rahmen des Milchwerk-Musikfestivals hinterließ einen zweigeteilten Eindruck bei den Besuchern. Wie Wolfgang Frey vom Konzertveranstalter, der Sport- und Eventagentur MCD Sportmarketing, schilderte, waren im Vorverkauf nur rund 150 Karten über den Ladentisch gegangen. „Gerechnet hatten wir eigentlich mit rund 300 Karten. In der Hamburger Elbphilarmonie waren zwei Konzerte mit über 2000 Besuchern ausverkauft.“

In Hamburg sei Wöhler mit seiner Band längst kein Geheimtipp mehr. Aber hier im Badischen sei die Gruppe nicht so bekannt, versuchte Frey die geringen Verkaufszahlen zu erklären. Doch habe so ein erster Auftritt in der Region einen Vervielfältigungseffekt, glaubt Frey, wenn es die Band schaffe, das Publikum mitzureißen. Und genau damit tat sich Gustav Peter Wöhler etwas schwer, zumindest im ersten Teil vor der Pause.

Doch woran lag es? Das Bühnenbild war perfekt ausgeleuchtet, der Ton stimmig. Die Coverversionen waren dem Publikum bekannt. Vielleicht sollte man nicht versuchen, den Welthit „Mother‘s little Helper“ von den Rolling Stones schneller und härter zu arrangieren, als es die Band jemals selbst gewagt hätte, hieß es im Publikum. Zwar applaudierten die Besucher artig, aber ein mitreißendes Arrangement klingt anders.

Unbeholfen und manchmal aus dem Takt

Wenn Gustav Peter Wöhler über die Bühne groovte, erinnerte das an Joe Cocker, leider nur in unbeholfen. Was als souveräne Tanzeinlage daherkommen sollte, war manchmal auch neben dem Takt und wirkte befremdend. Lisa Schön aus Salem sagte in der Pause: „Meine Musik ist das nicht.“ Anders sah das ein Besucher aus Radolfzell, der seinen Namen nicht nennen wollte: „Ich finde, die Bandmitglieder spielen sehr gut, auch die Musikauswahl ist gut.“

Trotzdem, die Stimmung kam nicht so richtig an. „Der erste Teil des Konzertes ist immer etwas zum Warmwerden mit unserer Musik“, sagte Wöhler während der Autogrammstunde. Da müsse er auch akzeptieren, dass Besucher vorzeitig das Konzert verließen.

Der Wandel nach der Pause

Nach der Pause zeigte sich die Band dann völlig anders. Mit einem wahren Feuerwerk an gut arrangierten Coversongs zog Frontmann Gustav Peter Wöhler auf und davon und packte das Publikum. „Everybody´s Talkin´“ von Harry Nilsson war ein Auftakt nach Maß. Jetzt war mit einem Mal alles gut und stimmig. Beifallsstürme lösten verhaltenen Applaus ab.

Ein beeindruckend wabbernder Bass zu „Ring of fire“, dem Welthit von Jonny Cash, beeindruckte, es gab stehende Ovationen. Auch für die Flaschenpost von The Police, „Message in a Bottle“. Der Boden im Milchwerk vibrierte. Die Gustav Peter Wöhler Band hatte, man möchte sagen endlich, den Nerv getroffen. Das Publikum war jetzt völlig hin und weg. Ein hartes Stück Arbeit für die Band, die sich mit zahlreichen Zugaben, die dem Programm nach der Pause in Nichts nachstanden, bedankte.