Bozen Brass aus Südtirol trägt das Fernseher-Störungsmuster als Anzug. Auch sonst ist ihr Auftritt launig, klamaukig und musikalische hochwertig.
Bozen Brass aus Südtirol trägt das Fernseher-Störungsmuster als Anzug. Auch sonst ist ihr Auftritt launig, klamaukig und musikalische hochwertig. | Bild: Schneider, Anna-Maria

Hier war Fachpublikum anwesend. Das hatte Robert Neumair von Bozen Brass sehr gut erkannt. Immer wieder gab es im Milchwerk Szenenapplaus für hervorragende Leistungen am Blechblasinstrument. Das 1. Milchwerk Musik Festival wurde von zwei Brass-Gruppen eröffnet. Und beide waren Könner ihres Instrumentes. Bozen Brass traf dabei den Nerv der Radolfzeller. Blasmusik, mal zünftig, mal modern, dazu komödiantische Einlagen gepaart mit Kostümen und einem unwiderstehlichen Tiroler Akzent. Das Medley aus Mary Poppins-Liedern oder einer bunten Zusammenstellung beliebter Oldies wie Modern Talking, Elvis oder die rührige Nicole sorgten für stehende Ovationen. Zwei Zugaben wurden gefordert und geliefert. Bozen Brass mischte Tiroler Blasmusik mit Country, französischem Chanson oder osteuropäischen Klängen. Und diese Kombination ging erstaunlich gut.

Die Blassportgruppe trägt das einheitliche Sport-Dress. Nur Sängerin Alexandra Pugh darf aus der Reihe tanzen.
Die Blassportgruppe trägt das einheitliche Sport-Dress. Nur Sängerin Alexandra Pugh darf aus der Reihe tanzen. | Bild: Schneider, Anna-Maria

Die Blassportgruppe mit Sängerin Alexandra Pugh präsentierte ein Programm aus Pop, Rock und Jazz. Ihr Können zeigten die Blechbläser allerdings regelmäßig auch ohne Gesang. Pugh übergab der Brass-Gruppe oft die Bühne und ließ die Instrumente sprechen. Höhepunkt war wohl Trompeter Felix Blum der den Titel "Misirlou" von Dick Dale, der Song ist besser bekannt aus der Filmmusik von Quentin Tarantinos Pulp Fiction, spielte und dabei mit der Trompete ein kompliziertes Gitarrensoli perfekt widergeben konnte. Gekleidet im einheitlichen Sportdress brachten zwei Trompeter, zwei Posaunisten, zwei Saxofonisten, ein Sousafonist, ein Snare-Drummer und ein Bass-Drummer eine Menge Lärm in den kleinen Saal im Milchwerk. Für den großen hatte der Vorverkauf nicht richtig angezogen.

Weitere Termine

Dies soll bei den weiteren Konzerten anders werden. Noch gibt es die Möglichkeit bei Pop- und Soulsänger Laith Al-Deen (Samstag, 8. September, 20 Uhr) und bei Jan Josef Liefers mit Radio Doria (Sonntag, 9. September, 20 Uhr) dabei zu sein.

Karten gibt es unter http://www.reservix.de