Die Messmer-Stiftung unterstützt 63 Schulprojekte mit rund 250.000 Euro. 35 Schulen und Fördervereine haben Anträge für die Anschaffung von digitalen Geräten, sportlicher und künstlerischer Ausstattung und Musikinstrumenten gestellt. Manche Schulen konzentrieren sich auf Gesundheit und Biologie: Sie planen Schulgärten oder wollen ihren Schülern Milch und Obst zur Verfügung stellen. Auch Kurse zur Stärkung der Persönlichkeit standen auf der Wunschliste.

Im Musiksaal des Berufsschulzentrums Radolfzell dankte Bürgermeisterin Monika Laule der Stiftung für die „wertvolle Unterstützung“. Radolfzell habe, wie der gesamte Landkreis, eine breitgefächerte Bildungslandschaft zu bieten.

Jedoch seien regelmäßige Investitionen notwendig, aktuell vor allem Renovierungen und der Ausbau der Digitalisierung. Dank der Spenden könnten sowohl notwendige als auch zusätzliche, wünschenswerte Projekte realisiert werden. Ihr Dank ging ebenso an die Schulleiter, die oftmals Ideengeber der Projekte seien.

Nach der Spendenverleihung für die Schulförderprojekte blieb Zeit zum Austausch in der Mensa des Berufsschulzentrums Radolfzell. Von links: Arnulf Heidegger, Petra Bialoncig und Karl Steidle (Vorstand der Messmer Sitftung) und rechts daneben Norbert Opferkuch (Schulleiter BSZ) im Gespräch mit Angelika Haarbach (Schulleiterin Ratoldusschule) und Dieter Toder (Schulleiter der evangelischen Schule Schloss Gaienhofen). Bild: Natalie Reiser
Nach der Spendenverleihung für die Schulförderprojekte blieb Zeit zum Austausch in der Mensa des Berufsschulzentrums Radolfzell. Von links: Arnulf Heidegger, Petra Bialoncig und Karl Steidle (Vorstand der Messmer Sitftung) und rechts daneben Norbert Opferkuch (Schulleiter BSZ) im Gespräch mit Angelika Haarbach (Schulleiterin Ratoldusschule) und Dieter Toder (Schulleiter der evangelischen Schule Schloss Gaienhofen). Bild: Natalie Reiser

Karl Steidle, Vorsitzender der Stiftung, sagte, er sei dankbar für die große Anzahl an Bildungseinrichtungen im Landkreis, die mittlerweile Anträge für die Unterstützung von Schulprojekten bei der Messmer-Stiftung einreichten. Als die Stiftung 2014 Schulen erstmals Unterstützung anbot, war die evangelische Schule Schloss Gaienhofen die einzige Schule, die sich mit drei Projekten bewarb.

Stiftung fördert zunehmend mehr Schulprojekte

In den vergangenen Jahren hat die Anzahl der Antragsteller kontinuierlich zugenommen. 70 Anträge wurden in diesem Herbst eingereicht. 63 von ihnen bewilligte der Vorstand. Seit 2014 hat die Stiftung 220 Projekten zum Leben verholfen. „Mit dieser Ausschüttung überschreiten wir die Grenze von einer Million, die wir seit 2014 in Schulförderprojekte investiert haben“, gab Petra Bialoncig, Vorstandsmitglied der Stiftung, bekannt.

Schüler nicht nur intellektuell, sondern auch in der Persönlichkeitsentwicklung fördern

Der Stiftung seien diese Projekte, die die Schüler nicht nur intellektuell, sondern vielfach emotional fördern, sehr wichtig. In unserer Gesellschaft sei es maßgeblich, Gemeinschaft zu stärken, Eigenschaften wie Empathie zu fördern und jungen Menschen ein gesundes Selbstwertgefühl auf den Lebensweg mitzugeben.

Theater- und Zirkusgruppen, Schulchöre und -bands oder die Natur zu erkunden, seien dafür ideal. Im Berufsschulzentrum soll ein Schulgarten mit einem Gewächshaus angelegt werden, erläuterte Schulleiter Norbert Opferkuch. Angehende Gärtner, Hauswirtschafterinnen und Absolventen der Gastronomie könnten dann mit frischen Kräutern und Gemüse arbeiten. Auf der Freifläche neben den Schulgebäuden sollen Schüler künftig in einem grünen Klassenzimmer unter freiem Himmel lernen oder sich entspannen können.

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Arnulf Heidegger vom Stiftungsvorstand wertete die Spendenvergabe für Schulförderprojekte als einen der schönsten Momente im Stiftungsjahr, der den eigentlichen Sinn der Stiftung darstelle. Erika und Werner Messmer sei die Förderung der Bildung stets am Herzen gelegen. Die Stiftung verdanke ihr Bestehen dem innovativen Geist der Messmers, die vor 70 Jahren ihre Fabrik für Autoschalter gründeten, führte Steidle aus.

Kooperation mit der Universität geplant

Künftig will die Stiftung noch stärker den Weg in die wissenschaftliche Förderung junger Menschen gehen. Sie hat die Schirmherrschaft für das Projekt „Flightcase 1.0“ von Maxcine, dem Öffentlichkeitszentrum des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie, übernommen. In einer Transportbox in der Größe eines Kleiderschranks gibt es technisches Material, das einen Einblick in das Verhalten von Tieren und ihren Zugrouten vermittelt. Schulen aus ganz Deutschland können die grüne mobile Box ausleihen.

Auch will die Stiftung künftig zwei Wissenschaftspreise an die Universität Konstanz für Projekte in Zusammenarbeit mit Schülern vergeben.

Von der Stiftung ausgewählte Schulen und Fördervereine

  • Radolfzell: Berufsschulzentrum, Hausherren Schule, Tegginger Schule, Friedrich-Hecker-Gymnasium, Gerhard-Thielcke-Realschule, Ratoldus-GMS, Unterseeschule, Storchenschule Böhringen und die Grundschulen Güttingen, Liggeringen, Markelfingen, Stahringen
  • Höri: Grundschule Moos-Weiler, Hannah-Arendt-Schule Iznang, Hermann-Hesse-Schule Gaienhofen, Schloss Gaienhofen
  • Im Landkreis: Camphill Schul-Gemeinschaften, Christliche Schule und Kita im Hegau, Ellenrieder-Gymnasium, Freie Waldorfschule Konstanz, Ten-Brink-Schule, die Grundschulen Wahlwies und Waldsiedlung, Haus am Mühlebach, Heimschule Kloster Wald, International Solar Energy Research Center Konstanz, Kloster Hegne Marianum, Kommit Konstanz, Nellenburg-Gymnasium Stockach, Peter-Thumb-Schule Hilzingen, Schulverbund Nellenburg Stockach, Freie Waldorfschule Wahlwies, Weiherbachschule Mühlingen.