Die Ratoldus-Gemeinschaftsschule hat seit diesem Schuljahr ein neues Mensagebäude. In freundlicher und heller Atmosphäre können dort bis zu 146 Kinder zeitgleich ihre Mahlzeit zu sich nehmen. Die Einrichtung ist seit wenigen Wochen in Betrieb und bereits bestens in den Schulalltag integriert, wie Schulleiterin Angelika Haarbach bei einem Pressetermin erklärte: "Wir geben derzeit rund 180 Essen pro Tag aus. Wenn man den ganzen Tag in der Schule ist, dann braucht man irgendwann auch etwas Ordentliches zu Essen", sagte sie.

Das bestätigte Claudia Strobel-Rodeck von der Abteilung Kinderzeit aus dem Fachbereich Bildung, Jugend, Sport der Stadt Radolfzell: "Mit so einem Andrang hatten wir nicht gerechnet. Die Kinder lieben es", berichtete sie. Für 3,50 Euro können die Schüler sich jeden Tag aus zwei Gerichten eine vollwertige Mahlzeit aussuchen, die an einer Ausgabetheke von Mitarbeiterinnen der Kinderzeit bereitgestellt werden. Neben den Mittagsmahlzeiten können die Kinder bereits ab sieben Uhr ein gesundes Frühstück zu sich nehmen, das vom Verein Assels zur Verfügung gestellt wird. An den Nachmittagen wird es ab der nächsten Woche zusätzlich Brötchen und Getränke geben. "Die Eltern können sicher sein, dass die Kinder gut versorgt sind", sagte Bürgermeisterin Monika Laule dazu.

Auch für andere Schulen ist noch Geld übrig

Für die Stadt Radolfzell als Schulträger schließt sich mit der Gemeinschaftsschule der Kreis der weiterbildenden Schulen, wie die Bürgermeisterin am Dienstag erklärte: "Mit der jungen Schulform gibt es alle weiterführenden Schulen in der Stadt." Gleichzeitig trat sie der Kritik entgegen, dass mit dem Neubau der Gemeinschaftsschule (die Kosten liegen bei zwölf Millionen Euro) kein weiteres Geld mehr für die anderen Schulen in der Stadt zur Verfügung steht. "An der Gerhard Thielke Realschule wird es einen Neubau geben und anschließend das Bestandsgebäude saniert", nannte sie ein Beispiel.

Mit den Kosten der Mensa, die sich auf 1,1 Millionen Euro summieren, liegt man laut Thomas Nöken vom Dezernat Planen, Bauen, Wohnen nicht nur im Bereich der geschätzten Kosten, sondern auch im Zeitplan. Das neue Schulgebäude soll zum Ende des Jahres fertiggestellt sein, nachdem ein Wassereintritt die Arbeiten verzögert hatte (der SÜDKURIER berichtete). Aus Sicht von Thomas Nöken stellt die Mensa zusammen mit dem Neubau der Gemeinschaftschule eine "akustische und städtebauliche Zäsur" dar, wie er sagte. Damit war die räumliche Abtrennung des Schulhofes von der Nachbarschaft gemeint. Er befindet sich jetzt durch die Anordnung der Gebäude in einem geschützten Bereich, der auch die Anwohner etwas schont.

Gefällte Bäume sollen bald ersetzt werden

Als Ersatz für die gefällten Bäume auf dem ehemaligen Grundstück des Kindergartens St. Anton wird es rund um die neuen Gebäude in den nächsten Monaten noch Pflanzungen von insgesamt 16 Bäumen geben, wie Architekt Martin Romer sagte. Auch die vorübergehend auf den Ersatzschulhof gebrachten Spielgeräte werden in der nächsten Zeit wieder zurückkehren. Die Kosten für den Außenbereich belaufen sich auf 900 000 Euro und die neue Stufenanlage im Eingangsbereich des Bestandsgebäudes schlägt mit rund 450 000 Euro zu Buche.