Im Ortsteil Markelfingen formiert sich der Widerstand gegen die aktuellen Planungen für eine neue Sporthalle. Der Ärger der Bürger richtet sich nicht gegen den Neubau an sich, sondern vor allem gegen das Verhalten der Stadtverwaltung in der Angelegenheit. Das wurde jetzt bei einer Veranstaltung der CDU-Fraktion des Stadt- und Ortsverbandes Markelfingen deutlich.

Bei dem Frühschpoppen im Rahmen der Reihe "Gehör(t)" im Gasthaus Kellhof zeigte sich der Unmut der rund 60 Bürger über das schleppende Vorgehen der Stadtverwaltung. Nachdem die Multifunktionshalle vor fast einem Jahr in Brand geraten und damit unbenutzbar geworden war, hat sich aus Sicht der Markelfinger wenig getan.

Erst zog sich laut Stadtverwaltung das Brandgutachten in die Länge und damit die Versicherungsfrage, und dann dauerte es lange, bis man sich über das prinzipielle Vorgehen einigen konnte. Nachdem die Verwaltung aus Kostengründen einen 1:1 Wiederaufbau favorisiert hatte, entschied der Gemeinderat im Dezember auf Antrag der CDU-Fraktion, dass die künftige Halle mit einer 1,5-fach größeren Halle etwas voluminöser als bisher ausfallen soll.

Viele Vertröstungen und Missverständnisse

Der Unmut der Markelfinger Vereine und Bürger speist sich derzeit aus verschiedenen Quellen. Es ist nicht nur das langsame Mahlen der Radolfzeller Behördenmühlen, sondern gleich eine Vielzahl von Vertröstungen und Missverständnissen. Vor allem hat man aber in Markelfingen den Eindruck, dass auf die Wünsche der Bürger und Vereine kaum Rücksicht genommen wird.

Während sich die Vereine und Aktiven mit Behelfslösungen und Ausweichquartieren auf die aktuelle Situation eingestellt haben, lässt sich die Verwaltung aus Sicht der Markelfinger zu viel Zeit: "Der Zeitplan, erst 2022 mit dem Neubau zu beginnen, ist ein Unding", befand der Ortschaftsrat und Vorstand des SV Markelfingen, Michael Jentsch, in der Veranstaltung.

Ihm kommt es darauf an, das möglichst alle betroffenen Vereine und die Feuerwehr, deren Gebäude mit der Halle verbunden ist, "das Thema gemeinsam vorantreiben". Dabei soll es nicht nur um die Beschleunigung des gesamten Verfahrens gehen, sondern auch um eine Umsetzung, die im Sinne der Nutzer ist.

Gespräch des Architekten mit der Stadt am 28. Januar

"Wir brauchen eine 1,5-fach Halle", fasste Ortsvorsteher Lorenz Thum zusammen. Und Michael Jentsch ergänzte, dass auch die übrigen Räume "den neuen Anforderungen angepasst werden müssen". Das sehen die aktuellen Pläne der Stadt nicht unbedingt vor. Entsprechend groß war die Empörung: "Es ist ein Unding, dass uns die Verwaltung hier solche Pläne hinhängt", sagte Ortschaftsrat Andreas Blum dazu. Um die Interessen der Markelfinger Vereine, der Feuerwehr und Bürger zu bündeln, wird nun schnell ein Arbeitskreis gegründet, der rasch auf die Verwaltung Einfluss nehmen soll. Das begrüßte auch CDU-Stadtrat Christof Stadler: "Je schneller ihr klare Vorgaben macht, desto konkreter können wir Lösungen einfordern", sagte er.

Ein erstes Gespräch mit dem Architekten und der Stadtverwaltung ist für Montag, 28. Januar, angesetzt. Ein weiteres ist für Mittwoch, 10. April, im Ortschaftsrat vorgesehen.